Roh oder nicht roh, das ist hier die Frage!

Viele Hundehalter plagen sich mit der Frage, ob sie ihren Hund roh füttern müssen, damit er gesund und artgerecht ernährt wird. Oft geraten sie bei der Beantwortung dieser Frage in einen Konflikt, weil z.B. gesagt wird, dass rohes Fleisch Keime bergen kann. Oder der Hund mag kein rohes Futter und sie fühlen sich schlecht, weil sie ihn nicht so gesund und artgerecht ernähren können, wie er es angeblich braucht. So artgerecht wie sein Urvater, der Wolf, sich ernährt.

Warum soll man einen Hund roh füttern?

Argument 1 – Hund = Wolf

Es gibt verschiedene Argumente, die für eine Rohfütterung sprechen sollen. Allen voran wird häufig dargelegt, der Hund stamme schließlich vom Wolf ab und der würde ja auch keinen Herd im Wald finden, um seine Mahlzeiten zu kochen. Das stimmt. Der Wolf kann in der Tat nicht kochen.

Der Wolf frisst aber auch kein Fleisch aus Massentierhaltung, er bekommt keine Impfungen, keine Wurmkuren, keine chemisch behandelten Nahrungsmittel und keine Antibiotika. Der in der Wildnis lebende Wolf wird im Durchschnitt auch keine 13, sondern eher 5-8 Jahre alt.

Der Wolf lebt auch nicht in einem Haus, schläft nicht im Hundekörbchen oder gar einem gemütlichen Bett, er muss seine Nahrung durch Kräfte zehrende Jagd erbeuten und wird nicht 3x täglich gefüttert.

Der Darm und die Mikroben

Sein Darm ist daran gewöhnt, mit Mikroben zurecht zu kommen, die er mit dem Beutetier aufnimmt, welches i. d. R. selber ein Leben in der freien Wildnis geführt hat, mit ebenfalls in keinster Weise durch Menschen manipuliertem Futter aus eben dieser Wildnis. Auch das Beutetier hat keine Medikamente bekommen, keine Wurmkuren, keine chemischen Behandlungen, keine Antibiotika, keine künstlichen Hormone.

Abgesehen davon, dass der Hundedarm nicht mit dem des Wolfes verglichen werden kann, weil er schon frühzeitig durch Medikamentengaben zur Gesundheitsvorsorge aus seinem natürlichen Gleichgewicht gebracht wird, kann man das Fleisch aus dem üblichen Barfshop oder Supermarkt sicher nicht mit dem Beutetier in der freien Wildbahn vergleichen. Wir können davon ausgehen, dass i. d. R. ein weniger gesunder Darm mit weniger gesunden Nahrungsmitteln konfrontiert wird.

Dann hat der Hund ja immer noch seine agressive Magensäure …

Tatsächlich? Oder handelt es sich dabei vielleicht eher um einen Mythos? Dr. Julia Fritz, Diplomate des European College of Veterinary and Comparative Nutrition und Fachtierärztin für Tierernährung und Diätetik, meint in ihrem Buch Hunde barfen dazu:

Manche Keime werden abgetötet, aber längst nicht alle. Es gibt säureresistente Keime, z.B. Milchsäurebakterien, aber auch Salmonellen, die die Magensäure problemlos überleben. Die Magensäure allein schützt den Hund also nicht vor Krankheitserregern. Und es ist folglich falsch, zu glauben, dass rohes Fleisch nicht gesundheitsgefährdend sein könnte.

In meinem Artikel „Der Salzsäure-Irrtum“ habe ich etwas näher erläutert, wie das genau mit der Salzsäure beim Hund läuft. Die Magensäure ist auf jeden Fall keine „Gesundheitsversicherung“ für den Hund, die ihn grundsätzlich vor Keimen schützt. Auch die Fütterung von viel Fleisch kann das übrigens nicht ändern, denn sie stimuliert zwar die Produktion der Magensäure, ändert aber nicht den pH-Wert und darauf kommt es ja an.

Ein Hund lebt also nicht wie ein Wolf, entsprechend darf auch seine Ernährung anders gestaltet werden. Auch wenn der Verdauungstrakt beider sich anatomisch gesehen sehr gleicht, ist doch vieles beim Hund ganz anders als beim Wolf. Im Gegensatz zum Wolf ist der Hund durch Gene in seinem Erbgut, welche für ein Enzym (Amylase) kodieren, auch in der Lage, Stärke zu verdauen. Wölfe können Stärke und pflanzliche Stoffe nicht verdauen.

„Auf dem Weg vom Wolf zum Hund hat sich nahezu alles verändert. Kein Organ blieb gleich.“ sagt dazu auch die deutsche Verhaltenswissenschaftlerin Dr. Dorit Urd Feddersen-Petersen.

Argument 2 – roh = höhere Verdaulichkeit

Verdaulichkeit – was ist das überhaupt? Mit der Verdaulichkeit ist quasi gemeint, wie viel von dem Nahrungsmittel der Organismus tatsächlich verwerten kann. Oft wird behauptet, rohes Fleisch hätte eine höhere Verdaulichkeit als gekochtes Fleisch, der Hund hätte also mehr davon. Das stimmt aber eigentlich gar nicht.

Die Verdaulichkeit von Nahrungsmitteln ist auch von den weiteren Komponenten abhängig, nicht nur von ihrer Verarbeitung. Einer Studie* zufolge liegt die Verdaulichkeit von Fleisch, das roh und ohne weitere Komponenten gefüttert wird, bei etwa 95%. Wird das Fleisch gegart, liegt die Verdaulichkeit bei etwa 93,5%. Die Unterschiede sind also nicht wirklich erwähnenswert. Werden beiden Variablen Kohlenhydrate in adäquater Menge zugefügt, sinkt die Verdaulichkeit leicht und liegt bei beiden etwa bei 92%.

Grundsätzlich kann man also sagen, dass sich die Verdaulichkeit von rohem und gekochtem Fleisch praktisch nicht unterscheidet.

Argument 3 – rohes Fleisch = nicht denaturiert

Das ist insofern richtig, da durch die Erhitzung der Proteine eine Denaturierung stattfindet. Aber – diese Denaturierung ist auch etwas, das im Verdauungstrakt mit den Proteinen passiert. Denn ohne diese Denaturierung, die bedeutet, dass Strukturen aufgeschlossen werden, können die Proteine nicht weiter verarbeitet werden. Es macht also nicht wirklich einen Unterschied, ob die Denaturierung nun vorher durch das Garen passiert, oder eben bei der Verdauung. Außerdem bedeutet die Denaturierung auch keinen wirklichen Nachteil, da sie lediglich bedeutet, dass die Struktur sich verändert. Beim Ei kann man das gut erkennen, es gerinnt wenn es gebraten wird. Die Denaturierung im Magen erfolgt durch die Magensäure. Denaturierung ist also kein Nachteil, sondern so oder so ein normaler Vorgang.

Argument 4 – roh = mehr Nährstoffe

Ja, es ist gemeinhin bekannt, dass viele Nährstoffe durch Erhitzung reduziert werden. Es gibt aber auch  Nährstoffe, die werden durch Erhitzung erst aktiv.  Oder aber die Nahrungsmittel können ohne Erhitzung gar nicht erst gefüttert werden, wie z.B. Kartoffeln oder auch Hülsenfrüchte. Trotzdem, auch wenn sie erhitzt wurden, können diese Nahrungsmittel sehr gute Nährstofflieferanten sein. Ein Nahrungsmittel kann durch eine Erhitzung durchaus sogar wertvoller werden, besonders, wenn diese schonend geschieht. Man kann also nicht grundsätzlich sagen, roh bringt immer mehr Nährstoffe.

Fazit

Es bringt also gar nichts, „gebetsmühlenartig“ zu wiederholen, nur eine rohe Fütterung wäre eine gesunde und artgerechte Fütterung für den Hund. Das stimmt schlicht und ergreifend nicht.

Das einzige „Nahrungsmittel“, das man dem Hund wirklich NUR roh geben sollte, sind Knochen. Denn auch bei Knochen ändert sich die Struktur durch die Erhitzung, was zur Folge hat, dass sie splittern und so zur Gefahr werden können.

Ansonsten sollte man sich nach den Vorlieben des Hundes, der Verträglichkeit und nicht zuletzt auch nach dem gesundheitlichen Zustand richten. Denn ein kranker Hund ist natürlich auch viel anfälliger für pathogene Keime, da muss gut überlegt sein, ob man dem Hund wirklich rohes Futter (vor allem Fleisch!) geben möchte.

Gemüse kann einfach schonend gegart werden und oft fressen die Hunde das auch lieber, als das Rohe. Allerdings sollte man nicht ausschließlich gekochte Varianten füttern. Untersuchungen zufolge kann die Fütterung von rohem Gemüse zur Krebsprävention beitragen. Es empfiehlt sich also, zumindest ab und zu (optimal mindestens 2-3 Portionen die Woche) rohes, püriertes Gemüse zu füttern.

Entgegen vieler Meinungen ist es auch kein Problem, gekochte und rohe Varianten zu mischen. Wäre das ein Problem, könnte kein Mensch ein Steak mit Salat essen.

Wichtig ist (wieder einmal) auf die Qualität der Nahrungsmittel zu achten. Besonders, wenn man sich entschließt, den Hund mit rohem Fleisch zu füttern, sollte man auf die Herkunft achten. Fleisch aus herkömmlichen Quellen (das aus Massentierhaltung stammt) kann z. B. Keime enthalten (es kommt immer wieder zu Vorfällen, bei denen mit Keimen belastetes Fleisch zu Erkrankungen führt), die wohlmöglich sogar Antibiotika-resistent sind. Außerdem ist es belastet mit Hormonen und hat aufgrund der nicht artgerechten Fütterung der Nutztiere ein schlechteres Nährstoffprofil. Also wenn schon roh, dann aus vernünftigen Quellen.

Das gilt auch für Gemüse und Obst. Kommt es aus der Region, kann es durchaus mehr Nährstoffe enthalten, weil es reif geerntet werden kann, aufgrund des kurzen Transportweges.

Für den Hund gilt auch hier mal wieder, was auch für den Menschen gilt. Eine abwechslungsreiche Fütterung aus verschiedenen Komponenten bringt ihm die größte Nährstoffvielfalt. Wählt man die Nahrungsmittel dann noch sorgfältig aus, bringen sie auch nur wenige bis keine schädlichen Substanzen mit sich. Ob man nun roh oder gekocht füttert, ist letztendlich keine Frage der artgerechten Ernährung, sondern kann individuell entschieden werden.

*Illi, Johanna, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 53. (2013): Vergleich der scheinbaren Verdaulichkeit von rohen und gekochten Futterrationen für Hunde.

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Über Anke 122 Artikel
Hallo, ich bin Anke, zertifizierte Ernährungsberaterin für Hunde, Naturheilkundlerin und schreibe und berate hier vor allem rund um das Thema Ernährung von Hunden. Auf www.anke-jobi.de biete ich außerdem Online-Kurse für Hundehalter zur Hundeernährung an.

23 Kommentare

  1. Danke, das ist doch mal alles in einzelne zerlegt und gut erklärt. Lustigerweise höre ich von denen die in meinem Bekanntenkreis roh füttern nur ein Argument: Der Hund stammt vom Wolf ab….mehr konnten sie mir nicht liefern.
    Ich hatte mich eigentlich immer schon gewundert, dass bei der ganzen Evolution bzw. Änderung des Erbgutes bei der Züchtung, sich zwar Optik und Gehirn (also welche Areale mehr bzw. anders genutzt werden als bei Wolf und welche weniger) geändert haben, aber ausgerechnet, der Magen /Darmtrakt sollen sich nicht geändert haben?
    Aber solche Gedanken, werden dann als Blödsinn hingestellt…
    vielen Dank für deinen aufgeklärten Blog 🙂 hier merkt man wirklich, dass das Wohl des Tieres im Vordergrund steht.
    liebe Grüße
    Sandra

    • Hallo Sandra,

      ja, das ist das gängige Argument 😀

      So wie bei dir fängt es bei mir auch immer an, ich frage mich „warum eigentlich?“ und dann fange ich an zu suchen 😀

      Danke für dein tolles Lob!

      Liebe Grüße
      Anke

  2. Hallo Anke,

    ich bin muss Futtern ja eh ganz andere Dinge beachten und bin froh, dass ich mich dem Stress nicht hingeben muss.

    Was mich etwas ängstigt ist Folgendes:

    „Allerdings sollte man nicht ausschließlich gekochte Varianten füttern. Untersuchungen zufolge kann die Fütterung von rohem Gemüse zur Krebsprävention beitragen. Es empfiehlt sich also, zumindest ab und zu (optimal mindestens 2-3 Portionen die Woche) rohes, püriertes Gemüse zu füttern.“

    hast Du da mal eine Quelle für mich? Ich gebe Socke ausschließlich kurz gekochtes Gemüse der Saison, ab und an mal etwas Salat. Jetzt mache ich mir Sorgen….

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

    • Hallo liebe Sabine,

      erst einmal solltest du dir keine Sorgen machen! Du tust für Socke dein möglichstest und an erster Stelle muss ja stehen, was der Hund verträgt. Eine Quelle hab ich, ja, es ist diese Studie (englisch): https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16013542 Das gleiche gilt übrigens auch für Menschen, dazu gibt es ebenfalls Untersuchungen: http://www.hortipendium.de/Obst_und_Gem%C3%BCse_%E2%80%93_Studien_zu_Krebs. Ich denke, es sind Begleitstoffe wie z.B. auch Enzyme, die durch eine Erhitzung verloren gehen, die diese Wirkung haben. Pektinen wird ebenfalls eine Krebs-präventive Wirkung nachgesagt. Pektine sind Ballaststoffe, die z.B. in Äpfeln, Karotten und Rüben enthalten sind. Pektin leidet glaub ich nur bei sehr starker Hitze.

      Liebe Grüße
      Anke

      • Herzlichen Dank für die Links. wenn ich bald etwas Zeit habe, versuche ich sie zu lesen…
        Weißt Du, auch wenn man alles tut, sollte man doch immer versuchen es besser zu machen und sich zu informieren. Ich bin ja froh, dass ich dies bei Dir tun kann.

        Im Übrigen ist unser Einweckversuch gescheitert und alles Futter war verdorben. Habe in der letzten Woche auf dem Blog davon berichtet.

        Vielen lieben Dank und viele liebe Grüße
        Sabine mit Socke

        • Hallo Sabine,

          das ist ja schade, dass das Einkochen nicht geklappt hat! Ja, du hast recht und es ist auch richtig, dass man weiter schaut, ob sich noch andere Möglichkeiten bieten. Ich freue mich natürlich, dass ich dir mit meinen Beiträgen mit Socke etwas helfen kann!!

          Liebe Grüße
          Anke

  3. Ich fütter meinen Hund nicht mit rohem Fleisch weil er kein rohes Fleisch frisst, warum weiß ich nicht ist halt so. Mein Hund frisst noch nicht mal frisch-fleisch-knochen hab es probiert nichts. Mußte sämtliche dieser Knochen aus einem bestellten Paket wegwerfen von daher hat sich des Thema für mich erledigt. Er bekommt sein Trockenfutter und 2-3 mal die Woche Nassfutter und des war’s. Was er für sein Leben gern frisst sind Karotten, ist halt mein Hund lach, aber super geschrieben der Artikel.

  4. Hallo Anke

    ein sehr guter Beitrag. 🙂

    Ein Hund ist nun mal kein Wolf, viele vertragen das rohe Fleisch nicht einmal . Auch die Berichte in den Barfer-Foren über die Gesundheit der Hunde lassen bei mir keine Euphorie aufkommen, da gibt es genauso Licht und Schatten.

    Der Hund ist seit tausenden von Jahren domestifiziert – wie wurde er im Domestifikationszeitraum ernährt?
    Etwa mit massenhaft Fleisch aus tierquälerischen Fleischfabriken und püriertem Gemüse aus dem Supermarkt?
    Wohl eher nicht!
    Ich empfehle in diesem Zusammenhang folgende Bücher. Alle aus dem vorherigen Jahrhundert
    https://www.forgottenbooks.com/de/books/DasBuchvomGesundenundKrankenHunde_10339448

    Züchterische Grundsätze, Rassebeschreibung, Ernährung , Krankheiten zu dieser Zeit und vieles mehr. Passagen daraus, kann man auch online lesen.
    https://www.amazon.de/Hundes-Aufzucht-Dressur-Behandlung-Krankheiten/dp/3955077063

    Noch eine Anmerkung zum rohen Fleischverzehr.
    Wenn z.B. nur tiefgekühltes Fleisch gefüttert wird, muss das Auftauwasser mitgefüttert werden, da dort nicht nur viele Vitamine , sondern auch auch wasserlösliche Aminosäuren enthalten sind.

    Wer also Fleisch auftaut, sollte aber auch wissen , dass gerade im Auftauwasser die meisten Keime enthalten sind und ganz besonders dann, wenn die Fleischqualität schlecht ist.

    In einer Untersuchung in Deutschland wurden z.B. in 14 Fertigbarfrationen von 15 erhöhte Keimgehalte festgestellt.

    Viele Grüße Marlene

    • Hallo Marlene,

      interessante Bücher, die du da empfiehlst! Vor allem das erste fände ich interessant, leider kann man es wohl nicht mehr kaufen, schade …

      Was das Fleisch betrifft, ich bemühe mich ja oft, den Menschen nahe zu bringen, dass sie doch zumindest auf die Fleischquelle achten sollen (nicht zuletzt natürlich, weil ich die Massentierhaltung ganz schlimm finde). Leider wollen die meisten das aber nicht hören, bzw. nehmen das nicht so ernst.

      Freut mich, dass der Artikel dir gefällt! 😀

      Liebe Grüße
      Anke

  5. perfekt auf den Punkt gebracht – vielen Dank
    Ich füttere seit über 45 Jahren…. Alles – heißt Fleisch meines Hausschlachters wenn der bei den Bauern schlachtet, mal roh mal gekocht, mal mit Beilage mal ohne, Gemüse kurz gedünstest , alles was sie sonst mögen holen sie sich im Garten oder unterwegs (also Äpfel,Birnen, Rüben, Kirschen Pflaumen, Mirabellen
    Sie werden einmal im Leben geimpft , es gibt KEINE Wurmkuren wenn nicht per Probe ein Befall nachgewiesen ist, es gibt keinerlei Zeckenschutz oder Flohschutz ( auch hier nur bei Befall mit letzteren, Zecken werden abgesammelt , aber witzigerweise hatten wir dieses Jahr bei 10 Hunden 2 Zecken – alle wurden sehr alt und werden es hoffentlich weiterhin)

    Weiter so Anke

  6. Hallo Anke,

    mein Hund wird überwiegend roh gefüttert. Dieses ganze Wolfsgesabbel interessiert mich dabei überhaupt nicht. Aber es gibt durchaus ein paar Dinge, die für Rohfütterung sprechen, finde ich. Auch ganz praktische Sachen. Zum Beispiel kann man Fleisch-Mixe kaufen, die Karkassen oder sonst einen Knochenanteil enthalten. Gerade für Hunde, die keine ganzen Knochen fressen können, ist das von Vorteil. Und es ist einfacher und schneller, das rohe Fleisch in den Napf zu geben, als es vorher zu garen. Wenn man Innereien garen möchte, muss man wegen des Geruchs außerdem schon ein bisschen tapfer sein. Grünen Pansen zu garen macht keinen Sinn, er wird ja gerade wegen des enthaltenen vorverdauten Grünzeugs und der Bakterien gefüttert, das würde man durch das Garen entwerten, davon abgesehen, dass es sicher fürchterlich stinkt.

    Meiner Erfahrung nach führen gerade solche praktischen Sachen dazu, dass viele Hundebesitzer, die Fleisch für ihren Hund garen, Innereien meiden. Ich habe schon einige Menschen getroffen, die immer nur Huhn oder Pute (Muskelfleisch) kochen (weil sie das für besonders gesund und „mager“ halten) und dazu meist Möhrchen und Reis. Wenn der Hund Glück hat, wird irgendein Vitaminpulver drüber gekippt. Da wäre roh mit Innereien schon deutlich besser, weil der Fleischanteil einfach vielfältiger ist und mehr natürliche Vitamine hat. Auch so etwas wie Salat und grüne Blätter wird beim Kochen oft vergessen.

    Und es gibt noch einen Vorteil vom rohen Fleisch: Die Enzyme! Davon gehen beim Garen wirklich viele verloren. Panini hatte ja mal ein Problem mit der Bauchspeicheldrüse, was einer der Gründe war, warum ich es mit rohem Fleisch versucht habe. Ich wollte ihre Nahrung enzymreicher bekommen und damit ihre Verdauung entlasten. Bei uns hat das genau so funktioniert.

    Davon abgesehen finde ich, dass man sein Fleisch für den Hund kocht, darf kein Freibrief für schlechte Fleischqualität sein (kann ja nichts passieren, wird ja gekocht). In dem Artikel klingt es beinahe so, als müssten nur Rohfleischfütterer auf ihre Quellen achten. Hormone und Antibiotika kann man auch nicht wegkochen.

    Viele Grüße
    Heidi & Panini

    • Hallo Heidi,

      nein, das ist natürlich definitiv so gemeint. Fleisch sollte meiner Meinung nach IMMER aus guter Quelle kommen. Allerdings sieht das der größte Teil der Fleischfütterer nicht so, sonst gäbe es ja nicht die vielen unzähligen Barfshops, die Fleisch verkaufen, das die gleiche Qualität aufweist, wie Fleisch aus dem Supermarkt. Im Artikel habe ich diesen Punkt nur genannt, damit es bewusst wird, dass das bei einem kranken Hund noch mal eine andere Hausnummer ist. Wer meine Seite kennt, kennt auch meine Einstellung zu Massentierhaltung.

      Ansonsten gebe ich dir natürlich bei vielem recht. Aber man darf nicht vergessen, unter welchem Aspekt ich diesen Artikel geschrieben habe. Es ging lediglich darum, aufzuzeigen, das auch ein mit gekochtem Fleisch gefütterter Hund „artgerecht“ ernährt werden kann. Nur darum. Ansonsten, wenn gekochtes Fleisch soooo schlecht wäre, müssten wir ja alle zu Rohfleischessern mutieren 😀

      Dein Punkt bzgl. der Enzyme hinkt aber leider. Enzyme gehen auch beim einfrieren kaputt. Und da der allergrößte Teil Fleisch bei der Rohfütterung eingefroren wurde, sind auch da keine Enzyme mehr drin 😉 . Da ist es allemal besser, vor allem beim Gemüse darauf zu achten, dass der Hund auch mal was rohes bekommt und das habe ich ja im Artikel geschrieben.

      Ich füttere auch das meiste roh 😀

      Liebe Grüße
      Anke

      • Hallo Anke,
        ja, ich verstehe die Intention des Artikels und gebe Dir im großen und ganzen ja Recht. Mich nervt auch jegliche Argumentation, die mit „artgerecht“ anfängt und mit „Wolf“ aufhört. Ich fand das andere ergänzend aber auch wichtig, so kommt das Rohfleisch in meinen Augen irgendwie zu schlecht weg. Meines Wissens gehen beim Einfrieren höchstens 30% der Enzyme verloren, beim Kochen jedoch bis zu 100%. Dass sie beim Einfrieren komplett zerstört werden, stimmt meines Erachtens nicht.
        LG
        Heidi

        • Hallo Heidi,

          ja, versteh dich 😀

          Bzgl. Enzyme, es kommt wohl sowohl auf die Enzyme, als auch auf die Einfriertechnik an, was an Enzymen „überlebt“. Wenn ich mal ein gutes Buch zu diesem Thema finde, werde ich es mir zulegen, dann weiß ich es genau 😀

          Liebe Grüße
          Anke

  7. Hallo,

    zu den angeblichen so wichtigen “ Enyzmen “ , die in rohem Fleisch enthalten sein sollen, stellt sich für mich die Frage, von welchem Enyzmen hier eigentlich die Rede ist.
    Haben Sie einen Namen? 😉

    Da diese im rohen Fleisch enthaltenen Enzyme bisher noch nicht näher bezeichnet werden konnten, ist dieser Hinweis wohl so zu deuten, dass Verdauungsenzyme von aussen über die Nahrung zugeführt werden können und müssen, damit die Verdauung optimal funktioniert.

    Selbstverständlich, gibt es definitiv Enzyme, die der Organismus eines Hundes braucht um Nahrung verdauen zu können. Aber diese Enzyme werden von gesunden Hund selber in der Bauchspeicheldrüse produziert und bei Bedarf in den Dünndarm abgegeben. Dazu gehören insbesondere Lipasen, Amylasen und Proteasen, d.h. fett-, stärke- und eiweißspaltende Enzyme.
    Fakt ist:über die Ernährung Enzyme zu sich zu nehmen ist mehr als schwierig, weil Enzyme wie jede andere Eiweißverbindung von der Magensäure zersetzt werden.

    Einzige Ausnahme wäre z.B. das Verdauungsenzym Pepsin, dem kann die Magensäure nichts anhaben.
    Enzyme wie z.B.Bromelain oder Papain kann man nur über bestimmte Präparate aus der Apotheke aufnehmen, deren Kapseln so konstruiert sind, ( magensaftresistent) dass die Enzyme “ geschützt“ in den Dünndarm ( wo die eigentliche Verdauung stattfindet) gelangen.
    Oder frischer Rinderpankreas ,für Hunde, die mit der Verdauung Probleme, weil die Bauchspeicheldrüse nicht mehr richtig funktioniert bilden daher die einzigen Ausnahmen.

    Viele Grüße Marlene

    Fakt ist:über die Ernährung Enzyme zu sich zu nehmen ist mehr als schwierig, weil Enzyme wie jede andere Eiweißverbindung von der Magensäure zersetzt werden.

    Einzige Ausnahme das Verdauungsenzym Pepsin, dem kann die Magensäure nichts anhaben.
    Enzyme wie Bromelain + Papain kann man nur über bestimmte Präparate aus der Apotheke aufnehmen, deren Kapseln so konstruiert sind, ( magensaftresistent) dass die Enzyme “ geschützt“ in den Dünndarm ( wo die eigentliche Verdauung stattfindet) gelangen.

    Der Körper stellt seine eigenen Enzyme her, nur die sind wichtig.

  8. Hallo Marlene,

    ich glaube nicht, dass das so ganz klar ist. Ja, Enzyme werden im Organismus produziert und eigentlich benötigt man keine von außen. Was aber nicht heißt, dass es nicht trotzdem gut sein könnte, zusätzlich welche zu bekommen, vor allem in der heutigen Zeit, wo die Ernährung größtenteils so schlecht ist, wie noch nie und der Organismus sicher etwas Unterstützung gebrauchen kann. Dass Enzyme von gesundheitlichem Nutzen sein können, ist bekannt, darüber brauchen wir nicht diskutieren. Inwieweit Enzyme überhaupt dort landen, wo sie hilfreich sein können, würde ich ebenfalls sagen, dass es dafür keine Formel geben kann. Die Enzyme reagieren unterschiedlich, das Milieu auf das sie treffen, ist unterschiedlich (der pH-Wert im Magen z.B. der genannt wurde, ist ja nicht immer gleich und auch nicht bei jedem gleich) und die Verarbeitung der Nahrungsmittel spielt auch eine Rolle.

    Deshalb bleibt eigentlich nur ein einziger Schluss: Am besten ist, man ernährt sich und auch seinen Hund abwechslungsreich, mit vielen frischen, nährstoffreichen und schadstoffarmen Komponenten. Dabei macht es durchaus Sinn, nicht in ein Dogma zu verfallen und sowohl sich selber als auch den Hund sowohl mit rohen als auch gegarten Nahrungsmitteln zu versorgen. Dazu muss man weder Vitamine, noch Mineralstoffe, noch Enzyme zählen oder ihren Weg exakt zurückverfolgen.

    Wie oben schon geschrieben, wenn ich mal ein wirklich gutes Buch dazu finde, aus einer seriösen Quelle, werde ich mir das zulegen, einfach, damit ich es ganz genau weiß. Das aber nur, weil ich ein berufliches Interesse habe. Ich finde, wie gesagt nicht, dass ein Otto-Normal-Mensch die Nahrungsmittel Nährstoffe zählend auswählen sollte.

    Liebe Grüße
    Anke

    • Da stimme ich voll und ganz zu!! Wenn Du mehr weißt über Enzyme, bin ich neugierig, was Du herausbekommen hast. Ich finde das Thema sehr spannend (Stichwort: Fermentation und Fermentgetreide) und informiere mich da immer gern weiter.

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