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Wildes Land – Dosenfutter

Mit Wildes Land haben wir wieder ein Dosenfutter unter die Lupe genommen, das auf den ersten Blick viel Gutes verspricht. Ob es das hält, erfährst du im folgenden Artikel.

Bildquelle Wildes Land

Bei uns wird zwar eigentlich gebarft, aber ein Dosenfutter eignet sich hervorragend als Urlaubsalternative oder für Gelegenheiten, bei denen Hund mal fremdbetreut wird. Deshalb bin ich immer interessiert daran, solche Alternativen zu finden und zu testen. Klar ist, dass ich nicht jedes Futter teste. Meine Hunde sind schließlich keine Versuchsobjekte und was sich anhand der deklarierten Inhaltsstoffe schon vorher disqualifiziert, brauche ich auch nicht mehr testen.

Wer schon einige unserer Beiträge gelesen hat, weiß, dass ich Dosenfutter in natürlicher Zusammensetzung vorziehe. Ich halte mich da an die Empfehlungen für menschliche Ernährung. Soviel Natur pur wie möglich, das ist die gesündeste Variante. Für mich persönlich ist das nur logisch. Warum sollte einerseits davor gewarnt werden, sich als Mensch anhand von künstlichen Nahrungsergänzungen mit Nährstoffen zu versorgen, andererseits bei Hunden eine Zufuhr von ausschließlich solchen angeraten sein?

Dass ein Hund einen Fleischfresser – Verdauungstrakt hat, qualifiziert ihn schließlich nicht dafür, dass er künstliche Nährstoffe besser verwerten kann, als natürliche. Ansonsten sind die Unterschiede zwischen Hund und Mensch ja gar nicht so groß. Beide zählen zu den Säugetieren und sowohl die Anatomie als auch die Physiologie gleichen sich doch ziemlich.

Und so bleibt Fertigfutter natürlich Fertigfutter. Das ist nicht dasselbe und kann auch gar nicht dasselbe sein, wie sich (und seinen Hund) mit frischen, naturbelassenen, keinem Herstellungsprozess unterzogenen Nahrungsmitteln zu ernähren.

Und genau deshalb geht es bei der Bewertung eines Fertigfutters nicht darum, es mit einer Frischfütterung zu vergleichen, sondern festzustellen, ob es als Fertigfutter einem guten Standard entspricht.

Qualitätsmerkmale Fertigfutter

Der Fertigfuttermarkt ist riesig und vor allem für den Ottonormal-Hundebesitzer völlig unübersichtlich. Und genau so unübersichtlich sind die Aussagen vieler Hersteller.

Worauf sollte man als Hundehalter also achten?

  • Wichtig ist zunächst einmal, dass die Verpackung eine klare Sprache spricht, also dass du als Hundehalter erkennen kannst, was denn eigentlich da drin ist. Dazu sollte die Deklaration einem gewissen Standard entsprechen, sie sollte OFFEN sein. Mehr dazu kannst du HIER lesen.
  • Die Zutaten im Hundefutter (die du anhand der offenen Deklaration alle ausmachen kannst) sollten so schonend wie möglich verarbeitet sein, um den Erhalt von so vielen Nährstoffen wie möglich zu gewährleisten.
  • Die Zusammenstellung sollte natürlich sinnvoll, HUNDgerecht, gesund, ausgewogen und hochwertig sein.
  • Es sollten so wenige Zusatzstoffe wie eben möglich Verwendung finden.
  • Das Futter sollte natürlich schmackhaft sein. Denn, was nützt die tollste Zutatenliste, wenn dein Hund das Futter nicht fressen mag.
  • Toll wäre natürlich auch, wenn die Zutaten in Bioqualität, bzw. die tierischen Komponenten nicht aus Massentierhaltung kommen. Zum einen sind in Bio-Lebensmittel nachweislich (Greenpeace) mehr Nährstoffe enthalten und weniger Schadstoffe, zum anderen sollte man auch an die anderen Tiere denken. Auch wenn sie für das Futter ihr Leben lassen, müssen sie noch lange nicht dafür leiden.

Wildes Land Dosenfutter im Test

Kommen wir zunächst einmal zum praktischen Teil, die Theorie folgt später …

Wildes Land Dosenfutter

Wir hatten 8 verschiedene Sorten im Test. Basis der einzelnen Sorten waren Pferd, Huhn, Wild, Rind und Lamm. Die 8. Dose enthielt Rind pur. Alle anderen waren mit verschiedenen Gemüsesorten, Kräutern und Öl komplementiert. Welche Inhaltsstoffe im Wildes Land Dosenfutter verarbeitet werden, kann man HIER genau nachlesen.

Praktische Fakten

Den praktischen Teil hat das Futter auf jeden Fall bestanden:

  • sehr angenehmer Geruch, teilweise konnte ich die verwendeten Kräuter erschnuppern.
  • Gute Konsistenz, ich konnte die einzelnen Zutaten im Futter erkennen (Möhrenstücke, Preiselbeeren …)
  • Hohe Akzeptanz der Hunde, sie fanden es definitiv lecker, alle Sorten.
  • Der Output (die Häufchen) danach sah durchweg gut aus.

Wildes Land Futterprobe

Einzig mit den Mengenangaben war ich nicht so ganz einverstanden. Das muss man sicher ausprobieren, da die Mengen sowieso immer auch individuell bewertet werden müssen. Ein Hund, der sehr aktiv ist, braucht z.B. mehr, als eine Couchpotato.

Ich fand die Angaben auf den Dosen aber etwas hoch und habe entsprechend etwas weniger gefüttert. Orientiert habe ich mich dabei an den Mengen, die ich sonst füttere (Frischfütterung). Außerdem darf man auch nie vergessen, die weiteren Leckereien, die Hund so über den Tag bekommt, mit zu berücksichtigen. Und so habe ich z.B. meinem 10 kg Terrier pro Mahlzeit „nur“ etwa 120g gefüttert.

Jetzt zur Theorie …

Wildes Land wurde schwerpunktmäßig im Hinblick auf die heutigen häufig vorkommenden Unverträglichkeiten bei Hunden entwickelt. Viele Hunde können Getreide im Hundefutter nicht mehr gut vertragen. Hintergrund dafür ist aber nicht etwa das Getreide generell, sondern die Tatsache, dass es viele Futtermittel gibt, in denen Getreide zum Hauptbestandteil gemacht wurde. Das vor allem deshalb, weil es ein günstiger Rohstoff ist. Aber einen (vorrangig) Fleischfresser mit Getreide als Hauptbestandteil zu ernähren kann nicht gut gehen, daran ändern auch Studien nichts, die belegen, dass Hunde Getreide besser verwerten können, als Wölfe.

Aus diesem Grund wird in den Futtersorten von Wildes Land komplett auf Getreide verzichtet. Dadurch qualifiziert es sich generell schon mal für Hunde, die an Getreideunverträglichkeiten leiden.

Im Hinblick auf Hauterkrankungen (die heutzutage ebenfalls sehr häufig sind bei Hunden) wird Distelöl eingesetzt, welches einen hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren hat und allgemein bei Hautproblemen gerne zu Therapiezwecken eingesetzt wird. Allerdings ist in Distelöl das Verhältnis der Omega-3 zu den Omega-6-Fettsäuren nicht so optimal. Omega-3-Fettsäuren wirken entzündungshemmend, während Omega-6-Fettsäuren entzündungsfördernd wirken. Leider ist es so, dass die Nahrungsmittel heute allgemein eher Omega-6-Fettsäuren-lastig sind, daher wäre es sinnvoll, die Omega-3-Fettsäuren-Zufuhr über die Ölzugaben im Hundefutter zu unterstützen. Meine Nachfrage dazu bei Wildes Land ergab aber, dass die Rezepturen auch in diesem Hinblick noch weiter verbessert werden sollen.

Die Nährstoffe

Die Zutaten im Wildes Land Hundefutter werden so schonend wie möglich verarbeitet, damit die Nährstoffe so weit wie möglich erhalten bleiben. Trotzdem werden im Futter einige Nährstoffe zugefügt. Meine Nachfrage hierzu ergab, dass diese Maßnahmen auf Analysen und Erfahrungswerten beruhen. Auch wenn das Futter schonend hergestellt wird, muss es zur Konservierung trotzdem erhitzt werden. Auf die Erhitzung reagieren die Nährstoffe unterschiedlich, manche sind einfach hitzeempfindlicher als andere und gehen dann doch teilweise verloren. Die empfindlichsten Nährstoffe werden aus diesem Grund zum Teil supplementiert.

Ein Alleinfuttermittel

Der letzte Test der Stiftung Warentest hat ergeben, dass viele Fertigfutter, die zwar aus hochwertigen Inhaltsstoffen bestehen, trotzdem nach den gesetzlichen Vorgaben nicht als Alleinfutter durchgehen. Ein Alleinfutter muss nach Definition aber ALLE Nährstoffe enthalten. Das bedeutet, würde ein Hund sein Leben lang mit diesem einen Alleinfutter ernährt werden, müsste sicher gestellt sein, dass dieses ALLE Nährstoffe beinhaltet, die der Hund benötigt. Aus diesem Grund werden im Wildes Land Futter die Nährstoffe ergänzt, die sonst fehlen würden.

Die Inhaltsstoffe

Was im einzelnen im Futter enhalten ist, kannst du direkt auf der Homepage von Wildes Land einsehen. Wie schon erwähnt, wird kein Getreide verarbeitet, der Fleischanteil ist mit bis zu 70 % sehr hoch (mir eigentlich schon zu hoch, da ca. 50% an und für sich ausreichend sind). Alle Produkte von Wildes Land enthalten nur eine oder höchstens zwei tierische Proteinquellen, was ebenfalls bei Unverträglichkeiten hilfreich ist.

Die zugesetzten Kräuter sollen eine gesunde Verdauung unterstützen, entzündungshemmend wirken, sowie antibakteriell. Es wird nur auf Nahrungsmittel zurück gegriffen, die auch für den menschlichen Verzehr geeignet wären. So wird verhindert, dass Abfälle oder Verunreinigungen im Futter landen.

Bio leider nicht …

Ich persönlich würde Bio (oder auch Fleisch aus artgerechter Tierhaltung) immer den Vorzug geben. Aber das ist natürlich Ansichtssache, wie auch eine Kostenfrage und nicht jeder Hundehalter kann sich das leisten, bzw. sieht das so wie ich. Entscheiden muss so etwas natürlich jeder individuell für sich selber. Allerdings könnte ich mir auch vorstellen, dass bei Wildes Land auch in diese Richtung noch weiter gedacht wird und vielleicht in Zukunft die ein oder andere Biovariante auf den Markt gebracht wird …

Fazit

Wildes Land qualifiziert sich als Alleinfutter, da darauf geachtet wird, dass wirklich alle Nährstoffe enthalten sind. Durch die schonende Herstellung bleiben trotzdem viele natürliche Nährstoffe enthalten. Bedingt durch den Verzicht auf Getreide und die Verwendung von höchstens zwei Proteinquellen pro Sorte ist es bei vielen Erkrankungen für Hundehalter sicher gut anwendbar.

Durch die Verwendung von Rohstoffen, die für den menschlichen Verzehr geeignet sind, ist man zwar einerseits vor der Verwendung von Abfällen und Verunreinigungen etc. sicher (wobei die Vorgaben, was in ein Hundefutter gelangen darf ja trotzdem recht streng sind), allerdings sehe ich persönlich diesen Punkt etwas kritisch. Ich meine, der Hund sollte nicht zum Nahrungskonkurrenten des Menschen werden, besonders im Hinblick darauf, dass der Fleischkosum allgemein ja eh viel zu hoch ist. Diese Formulierungen haben aber natürlich auch damit zu tun, dass in der Futtermittelindustrie schon viel Schindluder getrieben wurde.

Weiter würde ich mir wünschen, dass auch Varianten in Bio-Qualität angeboten werden. Viele Menschen sind mittlerweile gerne bereit, dafür auch einen höheren Preis in Kauf zu nehmen …

Zu guter Letzt …

Ich finde immer auch den Kundenservice sehr wichtig und möchte deshalb nicht unerwähnt lassen, dass der Kontakt mit Wildes Land sehr freundlich und entgegenkommend war. Meine Fragen wurde alle sehr bereitwillig und ausführlich beantwortet und das sogar in einem langen Telefongespräch mit dem Futtermittelexperten des Unternehmens.

In Kooperation mit “pets Premium GmbH“

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Über Anke (148 Artikel)
Hallo, ich bin Anke, zertifizierte Ernährungsberaterin für Hunde, Naturheilkundlerin und schreibe hier über die Ernährung, aber auch weitere spannende Themen rund um Hunde. Auf www.anke-jobi.de biete ich individuelle Ernährungsberatung für Hunde an.

4 Kommentare zu Wildes Land – Dosenfutter

  1. Hallo Anke,
    Wir haben einen 11kg leicht/schweren Jack Russel. Er bekommt tägl. morgens und abends je eine Mahlzeit. (Probiere grad Wildes Land aus)Das wären lt. Ihrer Aussage 240ml Fressen pro Tag. Das erscheint mir zu wenig?

    Liebe Grüße, Anna

    • Hallo liebe Anna, zufällig hab ich auch so einen Zuhause 😀 Man geht auch beim Nassfutter zunächst von den ca. 2% Fütterungsmenge aus. Ob das dann für den individuellen Hund passt, muss man ausprobieren. Vor allem in der ersten Zeit nach einer Futterumstellung sollte man die Gewichtsentwicklung im Auge behalten. Unser Terrier bekommt etwa 240g Gesamtmenge pro Tag, bei ihm passt das.
      Liebe Grüße
      Anke

  2. Hallo,
    meine Hündin ist ein Jahr alt und hat eine Allergie gegen Rind und Huhn. Zur Zeit bekommt sie Pferdefleisch und ein wenig Lamm.
    Ich bin jetzt auf Wildes Land gekommen, da hier Kräuter beigefügt sind und sie mittlerweile wie ein Schaf Rasen frisst.
    Möchte sie auf ein Futter umstellen, wobei ich dann bleiben kann.
    Ich bin mir jedoch unsicher, ob Wildes Land ein gutes Futter ist.
    Sie bekommt Trockenfutter Lamm. Hat jetzt seit 2 Tagen sehr viel Magensäure, worauf hin ich ihr jetzt Heilerde gäbe. Kann das an der Umstellung liegen? Ist das Futter gut?
    Vielen Dank
    LG
    Manuela

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