Stress begünstigt auch beim Hund Allergieerkrankungen!!!

Manch einer, der sich hier auf dem Blog schon umgeschaut hat, ist irgendwann auf den Begriff „ganzheitlich“ gestoßen. Ich verwende dieses Wort gerne und häufig, da es in meinen Augen ein elementarer Faktor ist bei jeglicher Art von Behandlung, Therapie, Vorgehensweise. Um zu erkennen, wie man ein Problem beseitigen kann, müssen sämtliche Faktoren berücksichtigt werden, die damit in Zusammenhang stehen könnten. Das können dann durchaus auch Faktoren sein, welche man auf den ersten Blick überhaupt nicht in Zusammenhang mit der Problematik bringt.

Terrier Ball Als Hundeernährungsberaterin unterstütze ich Hundehalter bei der Ernährungsgestaltung für ihre Hunde. Ein sehr großer Teil dieser Beratungen basiert auf allergischen Erkrankungen der Kundenhunde. Allergien sind also auch bei Hunden ein sehr großes Thema, weshalb ich mich natürlich auch ausgiebig mit diesem Thema befasst habe, vor allem unter den Gesichtspunkten der Ganzheitlichkeit. So ist auch mein Ratgeber zur ganzheitlichen Allergiebehandlung entstanden.

Stress bei Hunden

Dass Stress Auslöser oder Verstärker von Erkrankungen sein kann, ist bei Menschen mittlerweile eine akzeptierte Tatsache. Dass jemand z.B. an einem „Burn-Out“ erkrankt, weil er sich im Job völlig verausgabt, keine seltene Angelegenheit mehr. Aber dass auch Hunde mittlerweile sogar sehr häufig unter Stress leiden, hat sich in der Hundehalterwelt noch nicht so wirklich rumgesprochen. Auch die Faktoren, welche zu Stress beim Hund führen können, werden von den meisten wohl eher nicht so eingeschätzt.

Typischer Fall Balljunkie

Wer kennt ihn nicht, den klischeehaften Terrier, der zu jeder Tages- und Nachtzeit bereit ist, hinter einem Ball herzusprinten, dies mit scheinbar unermüdlichem Eifer. Schon der Anblick eines Balles lässt seine Augen glänzen vor aufgeregter (freudiger?) Erwartung, er gibt keine Ruhe, bis der Ball endlich geworfen wird und er rennen kann und rennen und rennen …

Was dabei im Körper des Hundes passiert, bleibt den Hundehaltern i. d. R. verborgen. Der Hund, der ein Suchtverhalten im Bezug auf den Ball entwickelt hat, steht quasi permanent unter Stress, was wiederum eine erhöhte Produktion der Hormone Adrenalin und Cortisol auslöst. Diese Hormone werden u. a. in der Nebenniere gebildet.

Typischer Fall Tierschutzhund

Tierschutz ist natürlich eine gute Sache. Gerade den Tierschutz im Bezug auf Auslandshunde sehe ich mittlerweile allerdings etwas skeptisch. Nehmen wir mal den klassischen Fall, wie z.B. eine „Straßenhundrettung“ abläuft.

Tierschutzhund

Ein Hund hat die ersten Jahre seines Lebens selbstbestimmt auf der Straße verbracht. Abseits der weitverbreiteten Horrorszenarien heißt das für den Hund, er hat von Kindesbeinen an sein Leben selber bestimmt. Er hat entschieden, wo er sich meist aufgehalten hat, wo er geschlafen hat, wie viel Gesellschaft er hatte, wie viel Lärm, Verkehr, Menschen er in seiner Nähe aushalten konnte.

Dann wird er gerettet und entscheidet von Stund an gar nichts mehr. Er wird in einen Käfig gesteckt, kann seinem Fluchtinstinkt nicht mehr folgen, wird verschiedenen medizinischen Behandlungen unterzogen und darf sich am Ende „glücklich schätzen“, in ein „besseres Leben“ umzusiedeln. Häufig zum ersten Mal in seinem Leben muss er einen 10, 20 oder noch mehr Stunden andauernden Transport in Auto oder gar Flugzeug (lauter, kalter Frachtraum) über sich ergehen lassen.

Am Ende des Transports wartet ein ganz neues Leben auf ihn, eingesperrt in einer Wohnung, in die unmittelbare und unausweichliche Nähe „seiner Menschen“ gezwungen, die glauben, er kann sich doch glücklich schätzen, endlich seine eigene Couch zu haben. Und die sich nicht selten wundern (vor allem die ohne Erfahrung), wieso der Hund so undankbar ist. Der Hund aber steht vom ersten Moment seiner Rettung an unter Stress. Sein Körper läuft ständig unter „Notfallprogramm“, er fühlt sich bedroht und schaltet ständig in den „Überlebensmodus“. Die Folge ist eine ständige erhöhte Produktion von Cortisol.

Typischer Fall „der Hund braucht Beschäftigung“

Irgendwann in den letzten Jahrzehnten hat sich der Stellenwert der Hunde zumindest in der „westlichen Welt“ maßgeblich verändert. Immer mehr Hunde erlangen den Stellenwert eines Partners, entsprechend soll es ihnen an nichts fehlen, sie sollen bestmöglich versorgt sein. Dazu gehört auch ihre „Beschäftigung“.

Früher hatten die meisten Hunde eine Aufgabe, wie z.B. die Jagdhunde oder die Hofhunde. Heute ist die einzige Aufgabe vieler Hunde, diesen Partnerstatus entsprechend auszufüllen und viele Hundehalter sorgen sich, dem Hund könne es langweilig werden. Das Ergebnis ist ein „schneller, weiter, höher“ in den vielfältigen Möglichkeiten, den Hund vor Langeweile zu bewahren.

Agility Hund

Schon von Kindesbeinen an möchte man alles richtig machen und der Hund wird von der Welpenstunde zum Agility, von dort zur Sozialisierungsstunde, dann zur Wellnessmassage und noch zum Sitz-Platz-Fuß-Kurs geschleppt. Anschließend zuhause noch eine Futtersuche und Leinentraining. Am Abend fällt er müde und erschöpft in sein Körbchen, um am nächsten Morgen die Augen aufzuschlagen und dann als erstes in das Bett seiner Mensch zu hüpfen, um zu fragen: „hey, ich bin wach, was steht an?“.

Auch dieser Hund ist irgendwann gestresst und zwar von seiner eigenen Erwartungshaltung. Die Folge – eine ständige erhöhte Produktion von Cortisol und auch Adrenalin.

Typischer Fall gestresster Hundehalter

Ja, unsere Hunde haben sowohl eine feine Nase, als auch ein feines Gespür für die Stimmung ihrer Menschen. Stress, dem wir selber permanent ausgesetzt sind, überträgt sich auch auf unseren vierbeinigen Lebensgefährten. Aber nicht nur das – i. d. R. hat der eigene Stress für den Hund noch weitläufigere Folgen. Es kommt häufig zu unstrukturierten Lebensweisen für den Hund (mal schnell noch Gassi, den Hund „mal eben“ in der HuTa parken, keine Zeit gemeinsam zu entspannen …) und sein Tagesablauf wird nicht zuletzt durch den Stress bestimmt, den sein Hundehalter erlebt. Das Ergebnis auch hier – u. a. wird die Produktion der Stresshormone (dauerhaft) erhöht.

Was macht Cortisol?

Cortisol ist ein Hormon, das in der Nebennierenrinde produziert wird. Es ist ein sogenanntes Stresshormon, das …

 “ … katabole (= abbauende) Stoffwechselvorgänge aktiviert und so dem Körper energiereiche Verbindungen zur Verfügung stellt. Seine dämpfende Wirkung auf das Immunsystem wird in der Medizin häufig genutzt, um überschießende Reaktionen zu unterdrücken und Entzündungen zu hemmen. “ (Quelle Wikipedia)

Allergische Erkrankungen werden aus genau diesen Gründen gerne mit Kortison behandelt, um die entzündlichen und überschießenden Reaktionen zu hemmen.

Nun denkt wahrscheinlich der ein oder andere: Ja und jetzt? Wo liegt jetzt das Problem?“. Man könnte ja nun daraus schließen, dass es gut ist, wenn die Produktion von Cortisol bei einer allergischen Erkrankung erhöht ist.

Aber – eine chronische Überproduktion von Cortisol im Organismus führt irgendwann dazu, dass die Nebennieren, welche das Cortisol produzieren, „schlapp machen“. Und dann wird plötzlich zu wenig Cortisol produziert. Und das wiederum nimmt dem Organismus eine wichtige Waffe gegen die allergische Reaktion.

Irgendwie basieren alle Reaktionen, die ein Organismus zeigen kann, auf logischen biologischen Vorgängen. Cortisol wird gebildet, um dem Organismus zu ermöglichen, auf Situationen zu reagieren, die mehr Aufmerksamkeit erfordern, als der normale Alltag. Das wären dann z.B. Situationen, die unmittelbar das Überleben gefährden, wie z.B. der Angriff eines Feindes. Es handelt sich um Ausnahmesituationen, die nicht so oft vorkommen sollten.

Niere beschriftetDie Hormondrüsen Nebennieren,  auch Stressdrüsen genannt, sind also so ausgelegt, dass sie sich immer wieder von der Ausnahmesituation erholen können müssten. Bei Dauerstress können sie das aber nicht mehr. Deshalb kommt es zur sogenannten Hypoadrenia, der Nebennierenschwäche. Und diese hat zur Folge, dass das wichtige Hormon Cortisol nicht mehr ausreichend produziert wird, was sich u. a. auch bei allergischen Erkrankungen logischerweise sehr negativ auswirken kann.

Wie gemeinhin bekannt ist, kann sich eine Therapie mit dem Cortisol-Ersatz Cortison sehr negativ auswirken. Am schlimmsten dabei ist aber wahrscheinlich der Effekt auf die Nebennierenrinde – diese schlussfolgert nämlich, dass kein Cortisol mehr gebraucht wird und stellt die Produktion komplett ein.

In der Ruhe liegt die Kraft

… oder – weniger ist meist mehr. Und so sollte man sich z.B. bei der Gestaltung der Hundefreizeit immer mal wieder ehrlich fragen, wessen Bedürfnis man da gerade eigentlich erfüllen möchte. Das des Hundes oder vielleicht eher doch das eigene. Hunde haben von Natur aus ein weitaus höheres Ruhebedürfnis als wir Menschen, welchem sie aber häufig gar nicht mehr folgen können, dann müssen sie entsprechend angeleitet und Ruhephasen „verordnet“ werden.

Tipp: Zu dem Thema Überbeschäftigung und deren Folgen auf die Entwicklung des Hundes gibt es ein tolles Buch von Michael Grewe, die „Hoffnung auf Freundschaft* „, welches ich jedem Hundehalter (am besten noch vor der Anschaffung) wärmstens empfehlen kann.

Bei einem Hund aus dem ausländischen Tierschutz muss man immer davon ausgehen, dass er mit hoher Wahrscheinlichkeit eine völlig andere Lebensweise gewöhnt ist, als die eigene. Entsprechend muss man damit rechen, dass die Eingewöhnung für den Hund schwierig und teilweise vielleicht gar nicht zu bewältigen sein wird. Und ob man dem Hund wirklich einen Gefallen tut, ist da manchmal mehr als fraglich.

Tipp: Der Tierpfleger Stefan Kirchhoff hat das  Buch Streuner!: Straßenhunde in Europa* geschrieben. Er war 3 Monate lang mit seinem VW-Bus und seiner Kameraausrüstung über 8000 km weit in Süd- und Südosteuropa unterwegs, um das Leben der Straßenhunde zu dokumentieren. Dabei interessierte ihn vor allem, wie die Streuner jenseits reißerischer Negativ- und Mitleidsberichte tatsächlich leben, wie sie sich verhalten und sozial organisieren, wie sie Probleme lösen und Überlebensstrategien entwickeln. Dieses Buch kann die Sichtweise der „armen Straßenhunde“ an der einen oder anderen Stelle deutlich relativieren.

Grundsätzlich sollte man (vor allem bei bestehenden Erkrankungen!) die Lebensweise des Hundes immer mal wieder einem Check unterziehen und schauen, ob man seinen Bedürfnissen auch wirklich Rechnung trägt. Stresssymptome, die der Hund zeigt, sollten niemals auf die leichte Schulter genommen werden.

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Über Anke 124 Artikel
Hallo, ich bin Anke, zertifizierte Ernährungsberaterin für Hunde, Naturheilkundlerin und schreibe und berate hier vor allem rund um das Thema Ernährung von Hunden. Auf www.anke-jobi.de biete ich außerdem Online-Kurse für Hundehalter zur Hundeernährung an.

8 Kommentare

  1. Ein sehr interessanter Artikel. Ich muss sagen, dass ich manchmal regelrechten Druck verspüre, meinen Hund mehr zu „beschäftigen“. Sie macht nämlich im Moment gerade mal gar nichts besonderes, außer demnächst wieder einmal die Woche schwimmen zu gehen für ihre Gelenke. Ansonsten gehen wir 3-4 mal am Tag spazieren, spielen ein bisschen, aber nicht viel und kuscheln. Sie kann keine Tricks und beherrscht nur die wichtigsten Kommandos (wenn sie will 🙂 ). Zum Glück frisst und verträgt sie alles und ich hoffe, das bleibt auch so. Aber wenn man viel Hundekram liest, bekommt man das Gefühl, ohne Kurse und ganz viele Übungen wird der Hund nicht glücklich. Da muss ich mich manchmal regelrecht selbst beruhigen, dass sie mir schon zeigen wird, wenn ihr langweilig ist.
    Zum Thema Tierschutzhunde habe ich allerdings eine etwas andere Meinung. Sicher ist es keine gute Idee, autonome Straßenhunde abzusammeln und zu vermitteln. Seriöse Tierschutzorganisationen machen das aber auch nur, wenn den Tieren Gefahr für Leib und Leben droht. Die Gleichsetzung von Tierschutzhund = selbstständiger Straßenhund stört mich oft. Es gibt junge Hunde in Tötungsstationen wie in Spanien, Hunde, die aus gesetzlichen Gründen in eine Unterbringung kommen wie in Italien, in Kartons ausgesetzte Welpen, entsorgte Jagdhunde, verwahrloste Kettenhunde, Streuner, die sich von sich aus Menschen anschließen, verletzte, vergessene und verwahrloste Hofhunde, Hunde, die vor sadistischen Menschen geschützt werden müssen. Sie alle sind ohne die Hilfe von Menschen verloren und die Kapazitäten und Mittel vor Ort sind nun mal begrenzt. Ich kenne jedenfalls viele fröhliche und gesunde Tierschutzhunde, aber auch schwer kranke Hunde aus guter oder zweifelhafter Zucht in Deutschland. Weil mich das Thema so bewegt, habe ich auch mal einen Blogartikel dazu geschrieben. https://kommstdu-hierher.de/auslandsadoption-tierschutz-hund/

    • Hallo liebe Heidi,

      erst einmal vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar. Ich freue mich natürlich immer, wenn sich die Leser richtig mit dem Text auseinander setzen, dafür schreibt man ja schließlich 😀

      Zum Thema Tierschutzhund kann ich deine Sichtweise absolut nachvollziehen. Leider zeigt sich jedoch immer mehr, dass es sehr viele unseriöse Tierschützer gibt und der Auslandstierschutzhund mutiert immer mehr zum Geschäftsmodell, an dem sich viele schlicht bereichern. Natürlich bin auch ich dafür, dass Tieren (nicht nur Hunden!) in Not geholfen werden muss, zumal der größte Teil der Not von uns Menschen verursacht wird. Aber genau da muss man auch eigentlich ansetzen. Es reicht nicht, wenn man immer weiter einfach die Hunde vom „Ort des Grauens“ entfernt, sondern man muss anstreben, ein Umdenken zu erreichen. Das ist dann schon weitläufigere Arbeit als das Einsammeln oder auch Kastrationsprogramme. Die Menschen an diesen Orten müssen dafür sensibilisiert werden, wie sie mit Tieren umgehen lernen sollten. Ich habe hier ja auch zum wiederholten Mal einen Auslandshund (Lucy), hatte schon diverse Pflegehunde und war auch so recht engagiert. Bei Lucy habe ich z.B. darauf geachtet, dass das Tierheim aus dem sie kommt auch vor Ort an den Probelmen arbeitet. Dort in dem Tierheim in Ungarn, wo sie herkommt, wird viel mit den Menschen „gearbeitet“ die dort leben. So gibt es extra Besuchsevents für Kindergärten oder Schulklassen und Patenschaften vor Ort. Diese Bemühungen zielen darauf ab, den Menschen vor Ort näher zu bringen, dass auch Tiere fühlende Wesen sind und man sich um sie kümmern muss. Außerdem ist noch ein weiterer Faktor, um ein Tier zu retten, muss man nicht ins Ausland schauen, das geht vor der eigenen Haustür ebenfalls. Dann kommt noch hinzu, dass man das Problem der Straßenhunde grundsätzlich auch deshalb nicht löst, weil an jedem Platz, an dem ein Hund weggeholt wird, entsteht eine Lücke. Diese Lücke füllen dann wieder andere Hunde. Das geht sogar so weit, dass sich das Fortpflanzungsverhalten der Hunde danach ausrichtet. Wenn viel Platz ist in einem Revier, gibt es auch mehr Nachwuchs und alles geht von vorne los. Dazu gab es einmal einen sehr spannenden Artikel von einem rumänischen Tierschützer.

      Grundsätzlich bin ich natürlich deiner Meinung, jedem Tier in Not soll, ja muss geholfen werden. Und natürlich gibt es auch viele fröhliche Hunde aus dem Auslandastierschutz, denen es toll geht und für die ihre Rettung gut funktioniert hat. Aber – es gibt auch sehr viele negative Beispiele und die Hundeschulen wachsen nicht zuletzt auch deshalb wie Pilze aus dem Boden, weil immer mehr Menschen nicht mit den „verhaltensgestörten“ Tierschutzhunden klar kommen.

      Deinen Artikel werde ich natürlich gleich mal lesen 😀

      Liebe Grüße
      Anke

  2. Auch da stimme ich unbedingt zu. Mit der Sache mit dem Fortpflanzungsverhalten und überhaupt dem ganzen Kram hab ich mich auch mal beschäftigt: https://kommstdu-hierher.de/tierschutzhunde/ Das bestätigt genau das, was Du schreibst. In manchen Ländern ist es wohl schwierig, die Bevölkerung zu sensibilisieren. Ich musste das zum Beispiel bei Italien lernen. Dort sind Hunde in den Caniles oft nichts weiter als ein Geschäftsmodell. Für jedes untergebrachte Tier gibt es eine Summe X von der Gemeinde. Je schlechter die Tiere versorgt werden, desto mehr Geld bleibt hängen. Caniles befinden sich oft irgendwo weit draußen, Adoption ist gar nicht gewünscht, nie kommt eine Familie dort vorbei, um sich einen Hund auszusuchen. Die Tiere bringen ja Geld und sollen bleiben, schwerkranke und sterbende Tiere bleiben bis zur letzten Minute ohne Erlösung. Da ist guter Rat teuer, zumal deutsche Tierschutzorganisationen dort sehr unbeliebt sind. Die sind dann oft froh um jeden Hund, den sie dennoch dort rausholen können. Ach, es ist ein weites und schwieriges Feld …

    • … ja, es ist ein weites und schwieriges Feld. So ist das mit dem Elend, allgemein. Auch ich musste durch ein tiefes „Tal der Tränen“, als mir irgendwann klar wurde (direkter Aulöser war der Film earthlings), wieviel Tierelend es gibt, bzw. von den Menschen verschuldet wird. Ich war monatelang kaum zu gebrauchen, musste immer wieder losheulen. War ein echter Schock. Irgendwann ging es wieder und ich habe ein paar Sachen beschlossen, dazu gehört z.B., dass ich nie wieder etwas aus (Tier)leder kaufen werde und dass auf meinen Teller kein Fleisch aus Massentierhaltung kommt. Nun schaue ich immer mal wieder und frage mich, was kann ich selber noch (effektives) tun, was in meinen Rahmen passt. Allerdings reagiere ich mittlerweile nicht mehr so geschockt und breche auch nicht in Hysterie aus, denn mir ist klar, ich alleine werde dieses Dinge niemals ändern können. Und vor allem, selbst wenn sich etwas ändert, dauert es lange Zeit, bis die Effekte richtig sichtbar werden. Neben meinen „kleinen Beiträgen“ spende ich noch jeden Monat an einen guten Tierschutzverein und versuche, meine Söhne für Tierleid zu sensibilisieren. Mit Freude sehe ich aber bzgl. der Massentierhaltung schon echte Ergebnisse. So habe ich in Supermärkten (!!) schon mehrfach Werbung für Fleisch aus artgerechter Tierhaltung gesehen. Ich glaube denen das zwar nicht unbedingt, es zeigt aber, dass die Message langsam auch bei den „Großen“ ankommt 😀 …

      Liebe Grüße
      Anke

  3. Liebe Anke,
    ich finde es sehr gut und undogmatisch, wie Du für Nachhaltigkeit wirbst, wenn ich das an der Stelle mal sagen darf. Eigentlich wollte ich das schon unter diesen Beitrag schreiben https://gassireport.blogspot.de/2016/08/gastbeitrag-hundefutter-die-neverending-story-anke-jobi-lucies-hundefutterblog.html aber dann hab ichs verdödelt. Ich beschäftige mich genau mit diesem Thema auch, besonders in Verbindung mit der Hunde- und Fleischfütterung. Manche Barfer kaufen Fleisch aus völlig unbekannten Quellen und trumpfen auf als seien sie die Elite des Hundefütterns. Das hab ich nie verstanden. Dabei ist es leichter Bio-Hundefutter in Dosen zu bekommen als für die Rohfütterung. Hier gibt es leider immer wieder Engpässe, weil die Nachfrage höher ist als das Angebot und die Bandbreite ist eingeschränkt. Aber jetzt schweife ich endgültig ab … Earthlings habe ich nie gesehen, weil mir mein Seelenfrieden lieb ist und mir die dazugehörige polemische Propaganda aufstößt. Auch das alles ein weites Feld. 🙂 Vielleicht ein andermal bei passender Gelegenheit mehr dazu.
    Liebe Grüße
    Heidi

    • Die Nachhaltigkeit ist mir echt ein Anliegen, aber nerven möchte ich damit auch nicht 😀 … Ja, das mit den Barfern ist mir auch oft so aufgefallen, deshalb sind solche Barf-Gruppen gar nichts für mich. Irgendwie ist es merkwürdig, dass viele davon nicht zu realisieren scheinen, was sie ihrem Hund da zu fressen geben. Ich fütter selber schon lange nicht mehr nach dem Barfkonzept, eben weil der Fleischanteil da ja so hoch ist. Aktuell mache ich ja gerade eine Anti-Barfshop-Challenge – ein ganzer Monat ohne Barfshop 😀

      Liebe Grüße
      Anke

  4. Wahnsinnig toller Artikel…mit Streß nebst den zugehörigen Cortisolwerten muss ich bei Flynn auch immer höllisch aufpassen, da er das immer gleich in der angegriffenen Leber verstoffwechseln muss :-(…meine Rasse ist eine hochsensible und wenn ich nicht selbst ausgeglichen bin, würde man das, zumindest meinem Flynn, schlagartig anmerken. Ich hoffe, dass du viele Menschen mit dem Artikel erreichst, die schon am Welpenabholtag am liebsten mit ihm zur Welpenspielgruppe rasen würden und auch die anderen die die Woche mit (eigenen)Terminen und Spieltreffen ausbuchen „für den Hund“…
    GLG Danni

    • Hallo liebe Danni,
      vielen Dank für dein Lob!! 😀 Ja, die Welpenspielgruppen sind echt ein besonderes Thema und ich glaube, dass viele Hunde da schon „versaut“ werden. Ich hab ja oben schon das Buch von Michael Grewe erwähnt, das kann sehr hilfreich sein, um die Sichtweise auf das, was ein Hund wirklich braucht, etwas zu relativieren …
      Liebe Grüße
      Anke

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