Stoppt den Mist!

Die aktuelle Ausgabe der Greenpeace Nachrichten trägt den Titel „So eine Scheiße“. Das ist durchaus wörtlich zu nehmen, denn gemeint ist damit Gülle, also die Ausscheidungen der landwirtschaftlichen Nutztiere. Laut Greenpeace fallen in Deutschland jährlich alleine durch die Fleischproduktion 140 Millionen Kubikmeter Gülle an. Täglich ist das der Mist von 27 Millionen Schweinen und 12 Millionen Kühen.

Früher, als noch weniger Nutztiere gehalten wurden, war Gülle etwas wertvolles, denn sie dient als Dünger für die Felder und fördert das Pflanzenwachstum. Heute haben wir durch die Massentierhaltung viel zu viel davon und zu viel Gülle auf den Feldern lässt den Nitratgehalt im Grundwasser ansteigen.

Zuviel Nitrat

Bei etwa 1/3 aller Messstellen, in deren Einzugsgebiet eine landwirtschaftliche Nutzung dominiert, wird der Schwellenwert der Grundwasserverordnung von 50 mg Nitrat je Liter überschritten.

Laut Greenpeace warnen die Wasserversorger, dass es zu starken Erhöhungen der Trinkwasserpreise kommen kann, wenn diese Probleme nicht von Politik und Landwirtschaft gelöst werden, denn natürlich muss das Grundwasser entsprechend aufgearbeitet werden, um als sauberes Trinkwasser dienen zu können.

Das ist aber nicht alles …

Multiresistente Keime

Auch andere Rückstände gelangen durch die Gülle in das Grundwasser und die Umwelt. Im Mai 2017 hatte Greenpeace nachgewiesen, dass Gülle häufig multiresistente Keime enthält, was den großen Mengen an Antibiotika zugeschrieben wird, die in der Massentierhaltung zum Einsatz kommen.

In der Europäischen Union (EU) sterben jedes Jahr mehr als 33.000 Menschen an Infektionen mit antibiotikaresistenten Keimen.

Laut Umweltbundesamt ist die Ausbreitung über Dünger am problematischsten, da Reste der in der Tierhaltung eingesetzten Medikamente und resistente Bakterien über den Dünger auf Äcker und so auch ins Grundwasser gelangen.

Tierleid

Es geht aber nicht nur um die Gülle und die Auswirkungen der Massentierhaltung auf uns Menschen. Die wirklichen Leidtragenden sind die Nutztiere selber, denn sie werden auf Hochleistung gezüchtet und selten artgerecht gehalten.

Erst Ende letzten Jahres wurde das geplante Verbot der Kastration von Ferkeln ohne Betäubung verschoben, die Übergangsfrist bis zum vollständigen Verbot um zwei Jahre verlängert. Jedes Jahr werden in Deutschland Millionen männlicher Ferkel wenige Tage nach der Geburt ohne Betäubung kastriert.

Schweine und Rinder werden in ihrer Beweglichkeit stark eingeschränkt, damit sie schneller an Gewicht zulegen. Ihre natürlichen und artgerechten Verhaltensweisen werden unterbunden, es werden den Nutztieren Hörner entfernt, Schnäbel gekürzt und mehr.

Laut Albert Schweitzer Stiftung haben nur etwa 35 % der Rinder Weidegang – und das für durchschnittlich nur 6,4 Monate im Jahr.

Schweine leiden unter räumlicher Enge, hohen Besatzdichten und reizarmer  Umgebung.

Es kommt zu Verhaltensstörungen, Bewegungsstörungen, Verletzungen und natürlich Erkrankungen.

Umwelt

Auch der Umwelt schadet die Massentierhaltung in vielerlei Hinsicht. So ist sie ein Faktor bei der Klimaerwärmung und mit verantwortlich für Ressourcenverschwendung und Artensterben. Sie belastet die Luft, Gewässer und Böden, beansprucht unnötig große Mengen an Energie, Fläche und anderen Ressourcen.

Was können WIR tun?

Was können WIR tun, um uns gegen die Massentierhaltung und all diese negativen Begleiterscheinungen zu wehren?

Zum einen können wir natürlich den Fleischkonsum einschränken oder sogar ganz auf Fleisch verzichten. Außerdem können wir genau darauf achten, aus welcher Haltung das Fleisch stammt, das wir konsumieren.

Das betrifft natürlich ebenfalls das Fleisch, das im Futternapf unserer Hunde landet. Auch hier kann man dazu übergehen, auf Klasse statt Masse zu setzen, denn unsere Hunde benötigen i. d. R. deutlich weniger Fleisch, als meist suggeriert wird. Clean Feeding ist dafür natürlich ein guter Ansatz.

Mit diesen Maßnahmen stellen wir zumindest sicher, dass wir die Missstände durch unser Verhalten nicht weiter fördern. Und natürlich ist das auch eine Botschaft. Denn dass das Fleisch in den meisten Discountern mittlerweile gekennzeichnet wird (wenn auch ausbaufähig!) ist nicht zuletzt uns Verbrauchern zu verdanken.

Kennzeichnungen über die Herkunft wären auch für das Fleisch aus Barfshops wünschenswert, denn es ist zumindest ein Ansatz.

Das reicht aber nicht!

Leider reicht das nicht aus. Denn obwohl der Fleischkonsum in Deutschland zurückgeht, wird nirgendwo sonst in Europa so viel Schweinefleisch produziert, wie hier. Beim Rindfleisch liegt Deutschland auf Platz zwei hinter Frankreich. Es wird leider immer mehr exportiert!

Dabei ist besonders der Export von lebenden Tieren sehr kritisch zu betrachten. 2017 zeigte die ZDF-Doku „Geheimsache Tiertransporte – Wenn Gesetze nicht schützen“ die schlimmen Zustände der Tiertransporte innerhalb und aus der EU auf. Anfang 2018 gab es eine kleine Bestandsaufnahme darüber, ob sich seitdem etwas verändert hat:

Tiertransporte – ein Jahr danach – Was sich seit Ausstrahlung getan hat. Leider sind die Zustände nach wie vor beklagenswert.

Zwar wird unsere Botschaft mittlerweile gesehen, nämlich dass wir Deutschen immer vehementer darauf pochen, dass das Fleisch auf unserem Teller von Tieren stammt, die artgerecht leben durften. Doch das hindert viele Fleischproduzenten nicht daran, weiter an ihrem Geschäftsmodell festzuhalten.

Dass in manchen Teilen der Welt der Fleischkonsum aktuell erst so richtig aufblüht, wie z. B. in China, kommt ihnen natürlich sehr entgegen. So berichtet Zeit online, dass sich der Export von Fleisch- und Milchprodukten nach China seit der Jahrtausendwende verdreißigfacht habe.

Die Politik ist gefragt!

Da wir die Konsumenten im Rest der Welt nicht beeinflussen können, ist hier natürlich in erster Linie die Politik gefragt. Es müssen Gesetze her, die dafür sorgen, dass es Exporte in diesem Ausmaß und solche für die Tiere qualvollen Tiertransporte nicht mehr geben kann. Am besten wären natürlich Gesetze, die das Leid in der Massentierhaltung grundsätzlich unterbinden.

Außerdem können (und müssen!) wir uns weiterhin für die Tiere stark machen, indem wir mit unserer Meinung nicht hinterm Berg halten, unseren politischen Einfluss nutzen und unser eigenes Verhalten auch weiterhin entsprechend kritisch hinterfragen.

Tiere können zwar fühlen, aber sprechen können sie nicht. Sie brauchen unsere Stimme damit sie gehört werden. Sie brauchen uns Menschen, damit wir uns für ihre Rechte auf artgerechtes Leben einsetzen. Wir müssen es laut sagen, damit wir gehört werden, von allen, die die Macht haben, die richtigen Knöpfe zu drücken.

Massentierhaltung, die die artgerechten Bedürfnisse der Tiere ignoriert, ist Mist! Im doppelten Sinne. Deshalb: Stoppt den Mist!

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