Einkochen – Herzgulasch mit Gemüse und Kartoffeln

Allgemeine Infos

Einkochen ist eine Möglichkeit, das selber zubereitete Hundefutter haltbar zu machen. Das kann z.B. dann hilfreich sein, wenn man in Urlaub fährt und da mal nicht täglich für den Hund kochen möchte. Oder wenn der Hund eine Zeit lang in Fremdbetreuung ist und man den betreuenden Personen das Kochen nicht zumuten möchte. Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Vorgehensweise, eine wie ich finde recht einfache ist das Einkochen im Backofen.

Genauso wichtig wie der Einkochvorgang selber sind die entsprechenden Vorbereitungen. Um das zu verstehen, muss man sich erst einmal im Klaren sein, was beim Einkochen überhaupt geschieht. Einkochen bedeutet nichts anderes, als dass man dafür sorgt, dass sich im Essen keine Keime befinden und ausbreiten und so den Verderb der Nahrungsmittel herbeiführen können. Dies geschieht zum einen durch die Hitze, die alle Keim abtötet, zum anderen dadurch, dass man die Utensilien wie Einmachglas und z.B. auch den Gummiring beim Weckglas sterilisiert, also frei von Keimen macht. Außerdem sorgt man dafür, dass auch keine Keime mehr eindringen können. Dies geschieht beim Abkühlen nach dem Einkochvorgang, wenn sich im Einmachglas ein Unterdruck bildet und das Glas so fest verschlossen ist.

Tipp: Ob der Einkochvorgang geklappt hat, kann man daher bei den Weckgläsern ganz leicht überprüfen: man löst die Klammer und schaut, ob das Glas mit dem Gummiring trotzdem weiter völlig dicht und fest verschlossen ist.

Vorbereitungen: Zunächst einmal muss man sich natürlich Einmachgläser besorgen. Ich habe mich für klassische Einweckgläser* entschieden, mit den entsprechenden Gummiringen. Die Gläser wie auch die Gummiringe müssen sauber und steril sein, damit keine Keime dort verbleiben können. Während man die Mahlzeiten, die später eingekocht werden, herstellt, kann man sowohl die Gläser als auch die Gummiringe sterilisieren. Dazu stellt man die Gläser mit den Metallklammern in den Backofen und lässt sie dort bei 150 Grad Celsius 10 Minuten stehen. Die Gummiringe kommen in einen Topf mit Wasser und einem Schuss Essig, dann lässt man das Wasser ca. 5 Minuten lang kochen. Es ist auch sehr wichtig, die Gummiringe vor jedem Einkochen erneut auf ihre Haltbarkeit zu prüfen, da sie auch porös werden können. Manche empfehlen auch, sich für jeden Einkochvorgang neue Gummiringe zu besorgen. Für den Backofen benötigt man außerdem eine Fettpfanne*, ein Backblech mit einem etwas höheren Rand.

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Einkochen - Herzgulasch mit Gemüse und Kartoffeln
Zusammenstellung: ca. 50% Proteinquelle, ca. 30% Gemüse, ca. 20% Kohlenhydrate
Vorbereitung 15 Minuten
Kochzeit 3 Stunden
Portionen
Glas mit ca. 400g Inhalt
Zutaten
Vorbereitung 15 Minuten
Kochzeit 3 Stunden
Portionen
Glas mit ca. 400g Inhalt
Zutaten
Anleitungen
Zubereitung der Rationen im Thermomix
  1. Gemüse putzen und in Stücke schneiden, im Mixtopf 5 Sekunden auf Stufe 5 zerkleinern. Kartoffeln schälen, klein schneiden und waschen und in den Mixtopf zum Gemüse geben. Fleisch ebenfalls dazu geben und alles 30Min/100°C/Stufe1 garen. Den Mixtopf dabei nicht mit dem Messbecher verschließen, sondern den Gareinsatz als Spritzschutz auf den Mixtopfdeckel stellen.
Einkochen
  1. Mischung auf die Einmachgläser verteilen. Dabei sollte man darauf achten, dass der Rand der Einmachgläser (diese wurden vorher ja sterilisiert) sauber bleibt, damit sich später zwischen Rand und Gummi keine undichten Stellen bilden. Die Einmachgummis entnimmt man direkt aus dem Wasser und verschließt mit den nassen Gummis die Gläser.
  2. Die verschlossenen Gläser stellt man so auf eine Fettpfanne (man nutzt eine Fettpfanne, weil diese einen höheren Rand hat, dieser ist nötig für das Wasser, das gleich eingefüllt wird) dass sie sich weder gegenseitig, noch den Rand der Fettpfanne berühren. Nun kommt die Fettpfanne in den Ofen und wird ca. 2 cm hoch mit Wasser befüllt. Der Ofen wird auf 190-200 Grad Celsius gestellt. Wenn sich in den Gläsern kleine Bläschen bilden (das kann ca. 30 Minuten dauern) wird die Temperatur auf 150 Grad herunter gestellt und man lässt die Gläser bei dieser Temperatur 90 Minuten lang einkochen. Dann schaltet man den Backofen ab und lässt die Gläser im Ofen weitere 30 Minuten abkühlen, bevor man sie rausholt. Wie oben schon erwähnt, kann man prüfen, ob der Einmachvorgang geklappt hat, indem man prüft, ob der Deckel der Gläser nach Öffnen der Klammern weiterhin fest und luftdicht verschlossen ist. Ist dies nicht der Fall, sollte der Inhalt bald aufgebraucht werden. Hat der Einkochvorgang geklappt, sollte der Inhalt mehrere Monate haltbar sein. Trotzdem sollten Geruch und Aussehen vor dem Füttern immer geprüft werden.

Und wenn du gerne noch mehr Inspiration für´s Einkochen haben möchtest, schau mal vorbei im Hundebloghaus. Dort hat Danni drei weitere Einkochrezepte für Hunde parat, sogar inklusive einem Download für passende, richtig schicke Einmachgläser-Ettiketten 😀

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Mögliche Fragen zu den Rezepten

Sind die Mahlzeiten ausgewogen? Der Gedanke, dass in einer Mahlzeit alle Nährstoffe enthalten sein müssen, kommt aus der Futtermittelindustrie und ist mit natürlichen Nahrungsmitteln nicht umsetzbar. Eine ausgewogene Ernährung stellt sich über einen längeren Zeitraum und durch eine abwechslungsreiche Fütterung ein. Damit manche Nährstoffe ausreichend zur Verfügung gestellt werden können, ist es nötig, einige Ergänzungen zu füttern. Die in den Rezepten aufgeführten Ergänzungen sind nur Vorschläge und können entsprechend variiert werden. Mehr Infos zu den einzelnen Nährstoffen kannst du HIER nachlesen. Besonders beachtet werden sollte immer die Versorgung mit Calcium, Vit. D, essentiellen Fettsäuren und die Jodversorgung. Calcium deckt man z.B. mit Eierschalenpulver, Austernschalenpulver, Knochen oder Knochenmehl ab, als Vit. D. - Quelle eignet sich Dorschlebertran, Jod ist in Seealgen enthalten und die essentiellen Fettsäuren sind u. a. in Fisch- und Pflanzenölen enthalten.
Sind die angegebenen Mengen der Nahrungsmittel roh oder gekocht gemeint? Die Nahrungsmittel verändern sich durch Verarbeitungsprozeße unterschiedlich. Fleisch verliert z.B. je nach Qualität mehr oder weniger Wasser. Die angegebenen Mengen sind immer die Mengen, die gefüttert werden. Wenn man Fleisch kochen möchte, muss vorab eine größere Menge veranschlagt werden. Bei Reis ist es anders herum, dieser nimmt Wasser auf und wird schwerer. Am Anfang muss man da ein bisschen rumprobieren und natürlich lieber einmal eine größere Menge zubereiten (Reste kann man ja aufbewahren) als zu wenig. Im Laufe der Zeit stellen sich aber Erfahrungswerte ein und man weiß in etwa, wie viel man zubereiten muss, um die entsprechenden Mengen zu bekommen.
Passen die berechneten Mengen für alle Hunde? Nein, auch hier muss man individuell entscheiden, ob die berechneten Mengen auf den eigenen Hund passen. Jeder lebt ja anders, die Aktivitätsgrade sind unterschiedlich und auch jeder Stoffwechsel ist anders. Faktoren wie z.B. Kastration spielen eine Rolle. Stellt man die Ernährung um, sollte man in der ersten Zeit immer das Gewicht im Auge behalten und bei ungewollten Abweichungen die Mengen entsprechend anpassen. Bei Hunden in besonderen Lebensstadien, wie z.B. Welpen, alte oder auch kranke Hunde, sollte ebenfalls sehr individuell über Menge und Zusammensetzung entschieden werden.
Warum sind die Mahlzeiten im Verhältnis 50%tierische Komponenten zu 50% pflanzliche Komponenten zusammengestellt? Diese Zusammensetzung deckt den Bedarf an Proteinen gut ab, ohne dass der Fleischanteil zu hoch ist. Warum ich zu einem niedrigeren Fleischanteil tendiere, kannst du HIER in den Grundsätzen vom Clean Feeding nachlesen.

Hinweis zu den Texten

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Über Anke 124 Artikel
Hallo, ich bin Anke, zertifizierte Ernährungsberaterin für Hunde, Naturheilkundlerin und schreibe und berate hier vor allem rund um das Thema Ernährung von Hunden. Auf www.anke-jobi.de biete ich außerdem Online-Kurse für Hundehalter zur Hundeernährung an.

16 Kommentare

  1. Hallo Anke. Besten Dank für all diese tollen Rezepte.
    Beim Einkochen fehlt noch die Temperatur beim zuückstellen. Und die Minuten. Kannst Du das noch nachliefern?
    Herzliche Grüsse aus der Schweiz
    Yvonne

    • Hallo liebe Margit,

      sehr gerne! Ich wünsche dir viel Spaß beim Nachkochen und hoffe natürlich, dass es deinem Hund schmeckt 😀

      Liebe Grüße
      Anke

  2. Liebe Anke,
    habe mit Begeisterung an deiner Frischfutter-Challenge teilgenommen. Ich bedanke mich für viele wertvolle Tipps und Anregungen. Vor einigen Wochen habe ich deine Seite gefunden und stöbere mit Begeisterung auf dieser herum. Da unser Hund unter starkem Juckreiz leidet und eine Ausschlussdiät keinen Erfolg gebracht hat,haben wir mit Hilfe einer Heilpraktikerin herausgefunden,dass er unter einer starken Flohbiss-und Zeckenbissallergie leidet. Allerdings kann dies noch nicht alles sein,weil der Juckreiz immer wieder (zum Teil sehr stark)aufflammt.Entgiftung und Aufbau der Darmflora sind Standard. Jetzt werden wir sein Immunsystem weiter stärken und hier habe ich wirklich ganz tolle Informationen gefunden. Vielen Dank dafür!!

    Liebe Grüße
    Claudia mit Lucky

    • Hallo liebe Claudia,

      ich freue mich sehr, dass dir sowohl meine Frischfutter-Challenge als auch meine Seite gefallen!! Vielen herzlichen Dank für dein Lob! Ja, man muss am Ball bleiben, eine Allergiebehandlung kann lang dauern. Wichtig ist natürlich auch, immer darauf zu achten, dass gerade ein kranker Hund auch wirklich mit allen Nährstoffen adäquat versorgt ist.

      Alles Gute weiterhin für Lucky.

      Liebe Grüße
      Anke

  3. Hallo Anke,
    danke für diese tolle Rezepte-Challenge! Ich konnte für meinen Hund schon einiges übernehmen, besonders die Herzfleischsachen fand er total super.
    Du hast nie Pansen in deinen Rezepten drin, gibt es dafür einen Grund? Meiner mag das total gerne und ist doch auch gut für Darmflora. Auch Knochen oder Kalziumpulder kam nicht vor, oder? Wie machst du das?
    Danke und schöne Grüße
    ANika

    • Hallo liebe Anika,

      es freut mich, dass dir meine Challenge gefallen hat! 😀

      Kurz vor dem Start der Frischfutter-Challenge hatten wir hier einen Vorfall, der dazu geführt hat, dass meine beiden Hunde genau während dieser Zeit eine Leberdiät bekommen haben. Es gab daher für sie nur gekochtes Futter (daher auch die vielen Kochrezepte) und Pansen gekocht, das muss ich nicht haben 😀 Deshalb war kein Pansen dabei, obwohl meine zwei den ansonsten regelmäßig bekommen. Zu Calcium etc. habe ich unter den möglichen Fragen (unter den Rezepten) erklärt, dass natürlich diverse Ergänzungen nötig sind, so z.B. auch für die Calcium-Versorgung: „Besonders beachtet werden sollte immer die Versorgung mit Calcium, Vit. D, essentiellen Fettsäuren und die Jodversorgung. Calcium deckt man z.B. mit Eierschalenpulver, Austernschalenpulver, Knochen oder Knochenmehl ab, als Vit. D. – Quelle eignet sich Dorschlebertran, Jod ist in Seealgen enthalten und die essentiellen Fettsäuren sind u. a. in Fisch- und Pflanzenölen enthalten.“ … Ich selber gebe aktuell tgl. Austernschalenpulver zum Futter. Normal bekommen meine beiden regelmäßig Knochen, bei gekochtem Futter aber eher nicht.

      Liebe Grüße
      Anke

  4. Ich überlege auch, ob ich Sockes Futter nicht einkochen soll. braucht man da nicht so einen riesigen Topf? Das würde mich abschrecken…. Ansonsten wäre Einkochen für uns ideal und für die Ferienzeit der Hit….

    Viele liebe grüße
    Sabine mit Socke

    • Hallo liebe Sabine,

      es gibt zwei Varianten: die im großen Einkochtopf und die im Backofen. Ich habe hier extra die Backofen-Variante vorgestellt, weil ich 1. selber auch keinen großen Einkochtopf habe und 2. eine Variante wollte, die JEDER durchführen kann (einen Backofen, bzw. Herd hat ja quasi jeder 😀 ). Ich hatte aber trotzdem vorher großen Respekt davor und war dann erleichtert, dass es am Ende gut geklappt hat und einfacher war, als ich vorher gedacht hatte. Was man bedenken muss, ist aber auch ein relativ hoher Energieaufwand. Der lohnt sich natürlich nur bei entsprechender Menge. Da würde ich dann auch eher zu anderen Einmachgläsern als den von mir genutzten raten, da meine „bauchig“ sind und so relativ viel Platz wegnehmen. Auf jeden Fall ist es eine tolle Variante, wenn der Hund eine individuelle Ernährung bekommt, sowohl für den Uralub als auch für „schlechte Zeiten“. Was man nicht vergessen sollte, ist die Gläser zu beschriften, damit man nachvollziehen kann, wie alt sie sind. Normalerweise kann man von einer Haltbarkeit von bis zu 1 Jahr ausgehen.

      Falls du es mal probierst, wünsche ich dir gutes Gelingen und würde mich auch freuen, vom Ergebnis zu hören 😀

      Liebe Grüße
      Anke

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