Obst und Gemüse – muss das sein?

Darüber, ob Hunde das Grünzeug nun brauchen oder nicht, streiten sich die Geister. Vor einiger Zeit habe ich in einer Hundezeitung ein Werbeblatt von einem Tierarzt gefunden, der Hundefutter vertreibt. Dieser TA vertreibt frisches Fleisch für Hunde und betont, dass Hunde keine anderen Zutaten brauchen, also KEIN Obst und KEIN Gemüse.

Und um die Verwirrung perfekt zu machen, habe ich auch einen Tierarzt gefunden, der das genaue Gegenteil behauptet, nämlich, dass Schuld an vielen Hundekrankheiten unter anderem die mangelhafte Ernährung mit Obst und Gemüse sein soll.

Eigentlich muss man sich um die Frage ob Gemüse und Obst in den Futternapf gehören, nicht mehr streiten. Tatsächlich ist ihre postive Wirkung auf die Hundegesundheit sogar wissenschaftlich belegt. Eine Studie schon im Jahr 2005 zeigte, dass die Ergänzung besonders von grünblättrigem und orangenem Gemüse, schon wenn man es nur 3x wöchentlich ergänzt, das Risiko einer Krebserkrankung drastisch reduzieren kann.

Pflanzenfasern speichern Wasser, binden Giftstoffe und regulieren die Verdauung. Weiter sind in Obst und Gemüse viele Vitamine vorhanden, die für Hunde gesund und wichtig sind. Außerdem essentielle Fettsäuren, Kohlenhydrate, Antioxidantien, Enzyme und Mineralien.

Können Hunde Pflanzenfasern überhaupt verwerten?

Vielleicht hast du auch schon mal die Aussage gehört, dass Hunde die Nährstoffe aus dem Gemüse nur verwerten können, wenn man das Gemüse sehr fein zerkleinert. Der Grund dafür ist die Zellulose, die sich in den Zellwänden der pflanzlichen Nahrungsmittel befindet. Hunde haben keine Enzyme für den Abbau von Zellulose, so wie die meisten Tiere. Und – surprise surprise – auch die Menschen haben keine Enzyme zum Abbau von Zellulose (sind ja auch Tiere). Im Grunde genommen besteht da also zwischen uns Menschen und den Hunden kein so großer Unterschied.

Bei Pflanzenfressern wird der Mangel dieses Enzyms übrigens durch ihren langen Verdauungstrakt wettgemacht, der von einer großen Menge Mikroorganismen besiedelt ist, die wiederum die Pflanzenfasern für den Pflanzenfresser verwertbar machen.

Einen Unterschied macht es, dass wir Menschen unser Essen ausgiebiger kauen und so mehr zerkleinern, wodurch wir besser an die Nährstoffe gelangen. Deshalb ist es sinnvoll, den Hunden das Gemüse und Obst zumindest zu raspeln, bzw. im Mixer grob zu zerkleinern. So wird Gemüse und Obst besser verdaulich.

Durch Erhitzung kann man die Zellwände ebenfalls „aufschließen“, weshalb sowohl für Mensch als auch Hund durchaus auch gegartes Gemüse sinnvoll ist.

Aber auch die unverdaute Zellulose erfüllt einen guten Zweck, sie landet nämlich im Dickdarm, wo sie den Darmbakterien als Nahrung dient, die dann wiederum daraus z.B. kurzkettige Fettsäuren (u. a. wichtig für eine intakte Darmschleimhaut) „zaubern“ sowie auch einen kleinen Teil Energie.

Fazit: damit der Hund einen großen Nutzen aus Gemüse und Obst ziehen kann, sollte man ruhig variieren: mal roh und zerkleinert, auch ruhig mal püriert, oder mal schonend gegart.

Welches Gemüse?

An Gemüse ist eine Vielzahl an Sorten geeignet, die auch der Mensch zu sich nimmt:  Möhren, Rote Bete, Gurken, Spinat, Mangold, Kürbis, Kohlrabi, Blumenkohl, Fenchel, Zucchini …

Und auch viele Salatsorten eignen sich sehr gut für Hunde. So z. B. Eisbergsalat, Endiviensalat, Kopfsalat, Feldsalat oder z.B. auch Löwenzahn. Optimal ist es, Gemüse und Obst saisonal zu füttern. Reif geerntet und mit nur kurzem Transportweg enthält es die meisten Nährstoffe. HIER findest du meine Saisonkalender für Gemüse und Obst, das auch für Hunde geeignet ist.

Hat man früher behauptet, alle Nährstoffe gehen verloren, wenn Gemüse erhitzt wird, soll es mittlerweile Untersuchungen geben, die das Gegenteil behaupten. Sicher spricht also nichts dagegen, dem Hund auch mal Gemüse schonend gegart und püriert zu füttern. Rohes Gemüse sollte man nicht in zu hohen Mengen füttern, da dies zu weichem Kot oder gar Durchfall führen kann.

Achtung!

Kohlsorten, sollten mit Bedacht und am besten gegart gegeben werden, Bohnen und Hülsenfrüchte sowieso nicht roh und nur in kleinen Mengen.

Auch unreife Tomaten, Auberginen, grüne Paprika, Zwiebeln (auch Lauch) sind nicht optimal für Hunde wegen dem giftigen Solanin. Da man genug Auswahl hat, lässt sich darauf aber auch leicht verzichten.

Und auch bei Obst und Gemüse sollte man auf eine geringe Schadstoffbelastung achten. Am besten geht das natürlich, indem man Biogemüse kauft. Sinnvoll ist auch, sich ein wenig daran zu orientieren, was an Obst und Gemüse gerade Saison hat.

Obst sollte weniger gefüttert werden, als Gemüse und Salate. Der gesamte Gemüse/Obst- Anteil kann  10-30 % der Gesamtfuttermenge ausmachen.

Welches Obst?

Hier eignet sich fast alles, was der Mensch auch verzehrt: Äpfel, Bananen, Birnen, Aprikosen, Brombeeren, Himbeeren, Heidelbeeren, Johannisbeeren, Kirschen, Pflaumen …

Obst immer ohne die Kerne / Steine geben, diese können giftig sein. Obst wird, wie schon eben bemerkt, dem Hund in pürierter Form gefüttert.

Achtung!

Weintrauben sind für Hunde nicht geeignet, ein Verzehr in hohen Mengen kann zu Vergiftungserscheinungen führen.

Selbst wenn der Hund mit Fertigfutter ernährt wird, kann die zusätzliche Gabe von frischem Gemüse und Obst einen entscheidenden Einfluss auf seine Gesundheit haben. Auch hier gilt – schon ein kleiner Schritt ist ein Schritt in die richtige Richtung. Wenn du die Ernährung deines Hundes also verbessern möchtest, dich aber nicht traust, auf Fertigfutter zu verzichten, kannst du damit anfangen, das Futter deines Hundes durch die Zugabe von frischem Gemüse und Obst aufzuwerten.

Wie man seinem Hund einen leckeren und gesunden Gemüse-Obst-Mix herstellt, kannst du hier sehen:

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14 Kommentare

  1. Liebe Anke, ich komme gar nicht mehr hinterher, Dir zu schreiben….

    Ich erinnere mich daran, dass eine Bekannte mit Hühnerherzen kam – als Socke noch gesund war – und dass Socke sie geliebt hat. Roh hat sie sie mit Genuss weggehabst. Ich esse kaum Fleisch und habe mich etwas geekelt. Aber auch das gehört dazu, wenn man einen Hund hat…

    Leber pürrieren und Leberchips machen hat mich auch Überwindung gekostet.
    Aber es ist das Futter unserer Hunde, wenn sie nicht so krank wie Socke sind.

    Und Obst und Gemüse gehörte auch zu Sockes Futter. Leider hat sie Rohkost nicht vertragen, aber sie liebte es….Und in der Ausschlussdiät gibt es das gar nicht….

    Warum sollen unsere Hunde nicht mit wenig Kalorien den Bauch gefüllt bekommen und auch noch ein paar Vitamine bekommen…

    Wieder sehr informativ

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

    • Hallo liebe Sabine,

      ja, ich finde auch, man gewöhnt sich daran. Ich selber esse auch nur ganz wenig Fleisch und musste mich auch an die „Verarbeitung“ mancher Sachen für die Hunde gewöhnen. Den Höhepunkt erreichte das, als wir für unsere zwei angefangen haben, Rinderohren zu kaufen. Frisch und mit Fell …

      Zum Gemüse, das wollte unser Terrier anfangs auch nicht. Mittlerweile frisst er und verträgt er fast alles. Ich glaube, ich habe bei ihm gerade noch die Kurve bekommen. Er stand vor ein paar jahren am Anfang von Erkrankungen und wir haben das Ruder Ernährung komplett rumgerissen.

      Demnächst will ich mich auch intensiv dem Thema Bauchspeicheldrüse und Ernährung widmen. Dann wird es für dich auch wieder interessanter.

      Wünsche euch ein schönes Wochenende, genießt das schöne Wetter …

      Liebe Grüße
      Anke und Lucy

  2. Hallo Anke, interessantes Blog. Unsere Hunde lieben rohes Fleisch, bekommen aber auch hochwertiges Trockenfutter mit Fisch. Den Obstanteil holen sie sich zum Teil selbst – bis zuletzt haben wir beim Spazierengehen noch Äpfel unter den Bäumen gefunden, jetzt ist es dann vorbei und die neue Gartensaison fängt mit den Beeren an – die ich ehrlich gesagt lieber selber esse ;) Ansonsten fressen sie auch oft Gras um sich zu entschlacken. Ich denke, wenn man sie von klein auf daran gewöhnt auch ein bisschen Gemüse und Obst zu essen, machen sie das auch gern. Alles was bläht würde ich dem Hund aber nicht geben. Er leidet dann darunter und der Besitzer in der Regel auch.

    • Hallo liebe Claudia,

      find ich toll, dass deine Hunde Fallobst fressen (können). Bei uns gibt es sowas eher weniger, Obstbäume sind alle in Privatbesitz und selber haben wir leider keine mehr. Früher, als wir noch einen Apfelbaum hatten, hat unsere Lucy sich da auch schon mal gerne bedient :-D …

      Meine bekommen auch keine Bohnen und Co, gibt ja genug anderes.

      Freu mich, dass dir unsere Seite gefällt und hoffe, du schaust wieder vorbei …

      Liebe Grüße
      Anke und Lucy

  3. Hab ich das jetzt richtig verstanden?

    Gemüse muss, obwohl es püriert wird schonend gegart warden? Bei Meinem Hund
    (American Akita, 11 Monate, 31 Kg) stehen jetzt 3 x 350g Gemüse auf dem Speiseplan. Ist das zu viel?
    Ich mein, dass Kartoffeln vorher gekocht warden müssen, ok. Aber auch Möhren, Kürbis, Zucchini und Gurke?

    • Hallo Ben,

      Nein :-D das hast du nicht richtig verstanden. Es KANN auch ruhig mal schonend gegart serviert werden. Besser ist aber wahrscheinlich frisch. Manche Hunde mögen aber lieber gekocht, deshalb mein Hinweis, dass das sicher auch ok ist. Die meisten Nährstoffe ziehen Hunde sich sowieso aus dem Fleisch. Vitamin C z.B. brauchen gesunde Hunde gar nicht „von außen“, das synthetisieren sie selber. Die 3 x 350 g. verstehe ich nicht so ganz. Deine Hündin wiegt 31 kg, da sie (wenn ich das recht in Erinnerung habe) etwas zunehmen soll, bekommt sie ja sicher 3-4 % vom Körpergewicht. Also, sagen wir mal tägliche Menge etwa 1100 g. Davon etwa 20 % pflanzlich, also etwa 200 g. Ich weiß ja aber nicht, wie der Rest des Planes aussieht. Und wie die 350 g. gemeint sind … Vielleicht 3 x die Woche? Wenn du einen Plan hast, lass dich nicht von mir verwirren :-D … Man muss auch nicht alles superexakt ausrechnen (machst du bei dir auch nicht). Hauptsache, alles wichtige ist dabei. Und wenn du den Kot beobachtest, merkst du schnell, ob es zuviel pflanzliche Bestandteile sind. Dann bekommt sie nämlich Durchfall.

      Klappt schon :-D

      Liebe Grüße
      Anke

      • Hallo Anke,

        puuuh jetz bin ich aber erleichtert ;-)

        Genau, ich habe den Faktor 4% genommen, was bei mir einen Tagesbedarf von 1240g ergibt. Um leichter zu portionieren und auch um einen besseren Überblick zu haben, habe ich den Wochenbedarf ermittelt und mit 20% pflanzlichem Anteil gerechnet.
        Das ergibt bei mir dann einen Wert von 1736g. Aufgerundet habe ich auf 1800g.
        Von diesen 1800g setzten sich ~60% aus Gemüse zusammen =1080g. Um eine gerade Summe zu erhalten habe ich diese 1080g auf 3 x 350g Gemüse wöchentlich aufgeteilt.
        Die restlichen 40% der 1800g setzen sich aus 720g Obst zusammen, was ich auf 3 x 250g Obst in der Woche verteile.

        Geht das so in Ordnung, oder darf ich dir meinen Ernährungsplan einmal schicken?

        Beste Grüße Ben

  4. Hab ic das richtig verstanden ich kann es auh meinen hund geben woow is ja cool ich hatte schon immer gedacht das da was machbar wäre danke für die infos mein hund nero wird sich mega freuen mal die speisekarte zu wechseln danke für diese Infos habe schon lange danach gesucht .

    gruß Marko

    • Hallo Marko,

      ja, das hast du richtig verstanden. Aber da du dich sehr viel mit Hundefutter beschäftigst, müsstest du das ja eigentlich selber wissen ;-)

      Es gibt sogar eine Studie, die belegt, dass die Fütterung von frischem grünen Blattgemüse und gelben/orangenen Gemüsesorten 3 x wöchentlich die Wahrscheinlichkeit für den Hund an Krebs zu erkranken bis zu 92% senken kann!

      Viele Grüße
      Anke

  5. Liebe Anke,

    ich bin sehr erfreut über deine Internetseite. Es ist alles sehr informativ und verständlich.
    Mein Hund leidet immer mal wieder unter Durchfall und Erbrechen. Dazu kommt, dass er großen Stress mit allen möglichen Geräuschen wie
    Gewitter, Böllerei, Sturm und Regen hat.
    Jetzt waren seine Symptome so schlimm, dass wir letztendlich einen großen Futtermittelallergietest, Ultraschall vom Magen-Darmtrakt und
    noch eine Spiegelung vom Magen-Darmtrakt gemacht haben. Auf die Ergebnisse warte ich leider noch. Das Blutbild in der Praxis war ok. Im Magen war sehr viel Schaum und die Darmschleimhaut war leicht geschwollen. Er leidet schon wieder seit Tagen an Durchfall (wässrig und auch schleimig mit Blutbeimengungen). Nun muss er seit heute wieder Metrobactin nehmen, weil er gar nichts mehr bei sich behalten kann. Er bekommt schon seit Monaten Diät Futter nur Pferd mit Pastinake (Nassfutter) und beim Trockenfutter ist zusätzlich Kartoffel enthalten. Allerdings gebe ich ihm schon seit ca 10 Tagen nur noch das Nassfutter. Bekam ihm erst besser, doch jetzt auch nicht mehr. Ich glaube, dieser ganze Stress beim TA hat ihm jetzt den
    Rest gegeben. Ich bin sehr verzweifelt, weil ich der kleinen Fellnase überhaupt nicht helfen kann.
    Beste Grüße

    • Hallo liebe Birgit,

      ohje, das liest sich nicht schön. Du solltest aber nicht aufgeben, sicher kann man für deine kleine Fellnase noch einiges tun. Vielleicht kannst du dich vor Ort mal umschauen, ob du einen guten Tierheilpraktiker findest. Sicher wäre es sehr wichtig, wenn man deinen Hund von allen Seiten betrachtet behandelt. Es ist zum einen wichtig, die Gründe für die Probleme zu finden und zu beseitigen, zum anderen muss sicher an diversen Stellen Aufbauarbeit geleistet werden. Es ist immer sehr wichtig, das GANZE Bild anzuschauen. Auch Verhalten, bzw. Stress haben natürlich wie beim Menschen Einfluss auf die Körperfunktionen. Da du dich sehr mit allem auseinander setzt und z.B. auch hier gelandet bist, bist du auf jeden Fall auf einem sehr guten Weg. Wichtig ist als Grundlage eine möglichst genaue Diagnose, daher kann es auf jeden Fall hilfreich sein, eine zweite Meinung (sei es ein anderer Tierarzt, oder wie schon erwähnt ein Thp)einzuholen. Ich wünsche deinem Hund alles Gute und dass ihm geholfen werden kann!!

      Herzliche Grüße
      Anke

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