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Nahrungsergänzungen für Hunde – Teil 2

Teil 2 - Ergänzungen F - K

Nahrungsergänzungen Teil 2

Im ersten Teil der Artikelserie Nahrungsergänzungen für Hunde habe ich den Sinn oder Unsinn von Nahrungsergänzungen erläutert, erklärt warum diese im Sinne einer ganzheitlichen Vorgehensweise, also gezielt und vor allem mit Bedacht eingesetzt werden sollten und Ergänzungen von A – E vorgestellt. Weiter geht es heute mit den Ergänzungen von F – K. Falls du den 1. Teil noch nicht gelesen hast, empfehle ich dir, dies jetzt nachzuholen, damit du weißt, warum man mit solchen Ergänzungen sehr achtsam umgehen sollte. Weiter geht es hier nun mit …

F wie …

Flohsamen

Flohsamen haben mit Flöhen, diesen kleinen Tierchen, die so lästig werden können, nichts zu tun. Sie heißen so, weil sie optisch an Flöhe erinnern, mehr Gemeinsamkeiten gibt es nicht. Es handelt sich hierbei um die Samen einer indischen Pflanze, welche zur Familie der Wegerich gehört und mit dem heimischen Spitzwegerich verwandt ist.

Flohsamenschalen

Flohsamen können sowohl bei Verstopfung als auch bei Durchfall zum Einsatz kommen. Wie kann das sein? Ein und dasselbe Mittel für gegensätzliche Wirkungen? Beides steht im Zusammenhang mit der außerordentlichen Quellkraft der Samen. Die Samen enthalten neben den Quellstoffen außerdem vor allem Ballaststoffe und Schleimstoffe.

Einsatz als Ballasstoffe

Flohsamen können z.B. als regulierende Ballaststoffe eingesetzt werden, wenn ein Hund sich bei einer Frischfütterung mit Gemüse schwer tut. Aber – warum hört man immer wieder von Hunden, die nicht gerne Gemüse fressen?

Es gibt eine sogenannte Nahrungsprägung, welche schon im Mutterleib beginnt, über die Muttermilch weiter geht und bei der menschlichen Welpenfütterung quasi ihren Abschluss findet. Das bedeutet, frei nach dem Motto „was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“ kann es schwierig sein, einen Hund an Futterkomponenten zu gewöhnen, die er in seiner Kindheit nicht kennengelernt hat. Allerdings ist das bei Hunden nicht so extrem wie bei Katzen. Mit etwas Geduld kann man auch einen erwachsenen Hund noch einigermaßen an Gemüse gewöhnen, auch wenn es wahrscheinlich nie zu seinen „Lieblingsspeisen“ gehören wird 😉

Wirkweisen:

  • Regulation bei weichem Kot/Durchfall
  • Regulation bei Verstopfung
  • Bindung von Toxinen
  • Unterstützung bei diätischen Maßnahmen zur Gewichtsreduzierung – Nahrungsbrei wird voluminöser, wodurch es schneller zum Sättingsgefühl kommt

Dosierung bei Verstopfung: 2x tgl. 1/4 – 1 TL in Flüssigkeit einrühren, vor der Gabe 10 Min. quellen lassen, dann zum Futter geben. Es ist wichtig, auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten.

Dosierung bei Durchfall, bzw. weichem Kot: 2x tgl. 1/4 – 1 TL zum Futter geben. Durch die Quellkraft wird dem Nahrungsbrei Flüssigkeit entzogen. Außerdem können die Flohsamen Toxine im Darm binden und die Darmflora günstig beeinflussen. Auch hier ist es wichtig, auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten, damit keine Verstopfung entstehen kann.

Achtung: die erste Maßnahme bei Durchfall sollte immer Fasten sein! Die „Durchfütterung“ bei Durchfall kann ansonsten zu Allergien führen. Bei einer Darminfektion wird die geschädigte Darmschleimhaut durchlässig, Eiweißmoleküle der gefütterten Komponenten können so in den Blutkreislauf gelangen und dann im Weiteren vom Immunsystem als Allergene abgespeichert werden. So kann es z.B. dazu kommen, dass während einer Durchfallerkrankung gefüttertes Rindfleisch einige Wochen oder Monate später allergische Reaktionen hervorruft. Durchfall hat außerdem IMMER eine Ursache und sollte nicht einfach unterbunden werden. So eine Ursache kann z. B. ganz einfach eine Futterkomponente sein, die der Organismus als schlecht einstuft und entsorgt. Hält der Durchfall mehrere Tage an, sollte immer eine abklärende Diagnose stattfinden.

Aufgrund der paradoxen Wirkweise der Flohsamen sollte man sehr umsichtig dosieren und die Reaktion des Hundes beobachten. Man kann die Flohsamen sowohl ganz geben, als auch in gemahlener Form, was sie natürlich noch etwas effektiver macht, bzw. die Dosierung reduzieren kann. Auch hier gilt: achtsam ausprobieren! Angewendet werden können sowohl die ganzen Flohsamen, als auch die Flohsamenschalen.

Flor Essence

Bei Flor Essence* handelt es sich um eine Kräutermischung, welche ihren Ursprung bei den Ojibwa-Indianern hat. Diese Kräutermischung wird heute vor allem als entgiftender Tee angewendet und erhielt in Kanada eine Auszeichnung als „Beste Kräuterarznei“.

Flor Essence

Die ursprüngliche Teemischung beinhaltete die Kräuter Klettenwurzel, kleiner Wiesensauerampfer, nordamerikanische Rotulme und Rhabarberwurzel. Später wurde die Zusammenstellung noch durch  Brunnenkresse, Kardobenediktenkraut, Rotklee und Braunalge ergänzt. Diese Zusammenstellung hat ein vielfältiges Wirkspektrum, so wirkt der Tee u. a. blutreinigend, entgiftend, entschlackend, tumorhemmend, entzündungshemmend, schmerzlindernd, vitalisierend, sogar wurmhemmend und stärkt Organe, Nerven und Immunsystem. Vor allem bei Krebserkrankungen wird die Kräutermischung häufig angewendet.

Wirkweisen:

  • Ausscheidung von Giftstoffe aller Art
  • Regulierung der  Abwehrkräfte bei Erkrankungen, die das Immunsystem betreffen
  • Antioxidative Wirkung
  • Kann bei Erkrankungen, die mit Entzündungen einher gehen, unterstützend wirken (z. B.  Rheuma, Arthritis, Diabetes, Allergien …), wirkt auch schmerzlindernd
  • Zur allgemeinen Stärkung, z.B. in der Rekonvaleszenz nach Erkrankungen
  • Unterstützende Wirkung bei Krebserkrankungen wegen der tumorhemmenden Wirkung, jedoch auch wegen der allgemein stärkenden und vitalisierenden Wirkung

Die Zubereitung sollte nach der im Beipackzettel empfohlenen Vorgehensweise erfolgen, nur so kann die Teezubereitung ihre optimale Wirkung entfalten. Die Dosierung richtet sich nach dem Gewicht des Hundes, so bekommen kleine Hunde 1-2 EL tgl. mittelgroße Hunde 2-4 EL tgl. und große Hunde 4-6 EL tgl. Der Tee kann je nach Akzeptanz entweder dem Trinkwasser beigemengt werden (dabei ist die Einnahme jedoch logischerweise nicht gesichert) oder unter das Futter gemischt werden. Aufgrund des bitteren Geschmacks kann es sein, dass der Hund die Einnahme (bzw. das Futter) ablehnt. Dann muss man ausprobieren, ob z. B. besonders leckere Komponenten (Leberwurst?) den Geschmack überdecken können.

G wie …

Gerstengras

Gerstengras* ist ein Multitalent und ich bin schon seit Jahren ein Fan, es wird bezeichnet als eins der gesündesten Lebensmittel weltweit. Im Gerstengras finden sich eine Fülle von Nährstoffen, so enthält es viele Vitamine, Mineralien, Enzyme, Proteine, Flavonoide, Antioxidantien, ungesättigte Fettsäuren und Chlorophyll. Der japanische Wissenschaftler (schon wieder ein Japaner 😀 ) Dr. Hagiwara hat Gerstengras 40 Jahre lang unter die Lupe genommen, ist der Meinung dass Gerstengras die nährstoffreichste Landpflanze ist und bezeichnet Gerstengras als „die Landpflanze der 100-jährigen“. Der japanische Dermatologe Dr. Tatsuo Muto hat in klinischen Studien bewiesen, dass  Gerstengras verjüngend auf alternde Zellen wirkt.

Als Gerstengras werden die jungen Pflanzen des Getreides Gerste bezeichnet. Man kann Gerstengras aus den Samen der Gerste selber ziehen und dann zu Saft verarbeiten oder man greift auf Gerstengraspulver zurück, dieses dann aber möglichst in Bio-Qualität.

Aufgrund seiner Zusammensetzung und Nährstoffdichte kann Gerstengras sehr vielfältig eingesetzt werden. Es stärkt das Immunsystem, versorgt den Organismus mit Nährstoffen, wirkt entgiftend, fördert die Verdauung, unterstützt den Zellaufbau, wirkt ausgleichend auf den Säure-Basen-Haushalt, hemmt Entzündungen und hat sehr positive Wirkung auf den Magen-Darm-Trakt. In einer japanischen Studie wurde gezeigt, dass bei chronischen Darmerkrankungen mit Gerstengras wesentliche Verbesserung der Symptome erzielt werden kann. Auch eine stimmungsaufhellende Wirkung kann aufgrund des enthaltenen Serotonins bewirkt werden.

Wirkweisen:

  • Stärkt das Immunsystem
  • Versorgt den Organismus mit vielen Nährstoffen
  • Wirkt unterstützend bei entzündlichen Erkrankungen und Infektionen
  • Wirkt stimmungsaufhellend, beruhigend und entspannend
  • Kann bei chronischen Darmerkrankungen die Symptome lindern und die Darmflora positiv beeinflussen
  • Wirkt unterstützend bei allergischen Erkrankungen
  • Eignet sich zur Futteraufwertung optimal, da die Gabe unkompliziert ist und die Akzeptanz hoch (viele Hunde fressen sehr gerne Gras!)
  • Unterstützt die Funktionen von Leber und Bauchspeicheldrüse
  • Stärkt die Knochen
  • u.v.m.

Am einfachsten lässt sich Gerstengras beim Hund als Pulver anwenden. Dieses kann einfach unter das Futter gemischt werden (auch unter Fertigfutter!), wird gut vertragen und hat keine Nebenwirkungen. Man kann Gerstengraspulver entweder als Kur anwenden, dann gibt man 2x tgl. 1 TL zum Futter dazu oder einfach zur Futteraufwertung immer mal wieder zufüttern.

Glukosamin

Gelenkserkrankungen sind auch bei Hunden ein großes Thema  in der heutigen Zeit. Bei den Menschen wird Glucosamin z.B. gegen Kniegelenksathrose eingesetzt. Es ist ein Aminozucker, der natürlich vorkommt und zum Beispiel im Knorpel und im Bindegewebe zu finden ist. Durch die Einnahme eines Nahrungsergänzungsmittels mit Glucosamin kann eine Gelenksentzündung geheilt werden. Glukosamin fördert die Knorpelregeneration und verringert den Knorpelabbau.

„Glucosaminpräparate werden mit dem Wirkungsversprechen angeboten, die Gelenke zu schützen und die Beweglichkeit zu erhalten. Weiter werden sie als Nahrungsergänzungsmittel empfohlen bei degenerativen Erkrankungen (Arthrosen), zur Verbesserung der Symptome bei Osteoarthritis, Gelenkschmerzen, eingeschränkter Gelenksfunktion oder z. B. zum Gelenksaufbau bzw. als Baustein für Knorpel und Gelenke (Wikipedia).“

Auch bei Hunden wird Glucosamin bei Erkrankungen des Bewegungsapparats häufig angewendet. Am sinnvollsten sind dabei Kombipräparate, welche weitere Inhaltsstoffe zur Unterstützung enthalten. Beispiele dafür sind die Ergänzung Happy Again*, welche ich HIER schon einmal vorgestellt habe, Arthro-5* , welches als stärkstes gelenkschützende Nahrungsergänzungsmittel der Humanmedizin weltweit gilt, jedoch auch bei Hunden zum Einsatz kommen kann, oder auch Canis Motus forte*, dessen Zusammensetzung ebenfalls einen guten Eindruck macht. Zu den weiteren Inhaltsstoffen dieser Kombiprodukte komme ich im weiteren Verlauf der Artikelserie.

Ein natürliches Ergänzungsmittel, welches viel Glucosamin enthält ist …

Grünlippmuschelextrakt

Das Extrakt der neuseeländischen Grünlippmuschel* erfreut sich in der Hundehalterwelt großer Beliebtheit und wird zur Behandlung und auch Vorbeugung von Gelenkserkrankungen gerne eingesetzt. Seine Wirkung basiert sowohl auf dem enthaltenen Glukosamin und Chondroitin (ebenfalls knorpelschützende Substanz), sowie auch auf einem hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren und antioxidativ wirkenden Spurenelementen.

Anfang der 1970er Jahre fingen Forscher an, sich für das Extrakt zu interessieren. Es war aufgefallen, dass Menschen, welche Grünlippmuschel als festen Nahrungsbestandteil hatten, so gut wie nie an Arthrose litten.

Grünlippmuschelextrakt kann, wie schon erwähnt, entweder vorbeugend eingesetzt werden, so z.B. im Wachstum, oder aber therapeutisch bei Erkrankungen des Bewegungsapparats wie z. B. Arthrose, Arthritis oder HD.

Wirkweisen:

  • Baut die Gelenkschmiere auf
  • Wirkt schmerzstillend
  • stärkt den Knorpel und versorgt ihn mit Nährstoffen

Die Dosierung von Grünlippmuschelextrakt gestaltet sich ein wenig schwierig, da Kleinstmengen (0,5 – 1g) verabreicht werden.

H wie …

Hanf

Hanf ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt und zeichnet sich durch eine sehr hohe Nährstoffdichte aus. Wegen dieser Nährstoffdichte werden sie häufig auch als „Vitalnüsschen“ bezeichnet. Lange Zeit waren die einmal sehr nützlichen Pflanzen  wegen ihrer Rauschwirkung verrufen, mittlerweile entdeckt man aber wieder mehr und mehr ihren gesundheitlichen Nutzen und Hanfsamen (aus denen auch das Speiseöl hergestellt wird) werden immer häufiger zu den sogenannten Superfoods gezählt. Unter Superfood versteht man Nahrungsmittel, die besonders hohe Nährstoffgehalte haben und so die heutigen Defizite der Nahrungsmittel ausgleichen können. Leider ist es so, dass die Nährstoffgehalte unserer normalen Nahrungsmittel in den letzten Jahrzehnten stark abgenommen haben.

hanfsamen

Hanfsamen enthalten eine Reihe wichtiger Nährstoffe, so viele Vitamine, Mineralstoffe (besonders viel Eisen und Magnesium) und auch hohe Mengen hochwertiges Eiweiß. Auch ihr Fettsäurenprofil zeichnet sie aus, da das Verhältnis der essentiellen Fettsäuren Omega-3 und Omega-6 in einem guten Verhältnis vorliegt.

Hanfsamen können die Ernährung des Hundes sehr gut aufwerten, da sie so nährstoffreich sind. Man kann sie sowohl geschält als auch ungeschält kaufen. In den Schalen sollen sich allerdings hauptsächlich Ballaststoffe befinden, sie dienen vorrangig dem Schutz der Samen, daher werden die Samen ohne die Schalen auch relativ schnell ranzig. Geschälte Hanfsamen sollten kühl und trocken, jedoch nicht allzu lange gelagert werden. Ich würde für den Hund zu den geschälten raten, da ich denke, bei diesen sind die Nährstoffe für den Hund am ehesten verfügbar.

Man kann die geschälten Hanfsamen* einfach zum Futter geben und die Rationen so aufwerten. Auch z. B. bei Erkrankungen, wo Entzündungsprozeße beteiligt sind, empfiehlt sich die Ergänzung aufgrund des guten Verhältnisses der essentiellen Fettsäuren.

Wirkweisen:

  • Unterstützung des Immunsystems
  • Positive Effekte auf Herz-Kreislauf-System
  • Versorgung mit Nährstoffen, z. B. bei der Rekonvaleszenz
  • Schützen vor Zellschädigung durch Antioxidantien
  • Hilfreiche Unterstützung bei entzündlichen Erkrankungen wie z.B. Dermatitis, Arthrose, Arthritis, usw.

Eine allgemeingültige Dosierungsformel gibt es nicht, je nach Größe des Hundes kann man 1 TL – 1 EL zum Futter geben.

Heilerde

Heilerde* ist ein vielfach genutztes und entsprechend bekanntes Heilmittel, das sowohl innerlich, als auch äußerlich angewendet werden kann. Die Wirkung von Heilerde basiert vor allem auf der bindenden Wirkung. Heilerde bindet sowohl Wasser, als auch Toxine, hemmt aber auch Entzündungen, wirkt leicht basisch und versorgt den Organismus mit zusätzlichen Mineralstoffen.

Heilerde wird aus eiszeitlichen Lößablagerungen gewonnen und war schon in der Antike für seine Heilwirkung bekannt. Bei Hunden wird Heilerde vor allem bei Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts angewendet. Bei der innerlichen Anwendung sollte man darauf achten, sehr feines Pulver zu nutzen. Zur äußerlichen Anwendung sollte die Heilerde zu gleichen Teilen mit Wasser und Öl angerührt werden, um ein Austrocknen der Haut zu verhindern.

Wirkweisen:

  • Bindet Wasser und Toxine, was bei Durchfall hilfreich ist.
  • Wirkt entzündungshemmend
  • Wirkt basisch bei Übersäuerung
  • Schmerzstillende oder auch kühlende Wirkung (z.B. bei Hautirritationen)
  • Lindert Juckreiz
  • Liefert Mineralstoffe bei Mangel

Zur innerlichen Anwendung rührt man ca. 1 TL mit etwas Wasser an und rührt diesen Brei unter das Futter. Da Heilerde auch Wirkstoffe in Medikamenten binden kann, sollte die Gabe immer in zeitlichen Abständen zur Medikamentengabe erfolgen.

Heilpilze

Heilpilze – auch Medizinalpilze genannt – sind ein fester Bestandteil der TCM (traditionelle chinesische Medizin) und werden in dieser seit Jahrtausenden sowohl zur Vorbeugung als auch zur Therapie von Erkrankungen genutzt. Die sogenannte Mykotherapie basiert auf gerade einmal 10 Einzelpilzen, was die Anwendung relativ überschaubar macht. Trotzdem sind die Einsatzmöglichkeiten sehr vielfältig und Heilpilze werden auch bei Hunden bei einer Vielzahl von Erkrankungen zu therapeutischen Zwecken eingesetzt. Ihre Heilwirkung basiert auf verschiedenen Inhaltsstoffen die die Pilze enthalten, um selber unter harten Bedingungen überleben zu können. Diese Inhaltsstoffe bilden in der Therapie die Basis. Auch Antibiotika wurden aus Pilzen entwickelt.

Die zehn Einzelpilze und ihre Wirkweisen:

  • Agaricus – wirkt stimulierend auf das Immunsystem, antikanzerogen, blutbildend
  • Auricularia – stabilisiert Immunsystem, unterstützt Herz-Kreislaufsystem, fördert Durchblutung, lindert Entzündungen, wirkt antikanzerogen, schmerzstillend und wirkt Übersäuerung entgegen
  • Coprinus – reguliert den Blutzuckerspiegel, daher häufige Anwendung bei Diabetes, hilft bei einigen Krebserkrankungen, schützt die Bauchspeicheldrüse
  • Cordyceps – hilft bei Müdigkeits- und Erschöpfungszuständen, schafft geistige und körperliche Vitalität, wirkt sich positiv auf Lern- und Gedächtnisfunktionen aus, wirkt Stresssymptomen entgegen, bei asthmatischen Beschwerden kann er für Muskelentspannung sorgen
  • Hericium – Unterstützt bei Magen-Darm-Erkrankungen da er regenerierend auf die Magen- und Darmschleimhaut wirkt, stimuliert das Nervenwachstum und mildert so z.B. Schlafstörungen und Nervosität
  • Ling Zhi (Reishi) – bekanntester Medizinalpilz, wirkt auf Immunsystem und wird daher häufig bei Allergien angewendet, verbessert Sauerstoffaufnahme im Blut, hilft bei Nervenschwäche, gilt als Radikalfänger, schützt die Leber und unterstützt die Leber bei Erkrankungen, wirkt  antikanzerogen
  • Maitake – mindert das Krebswachstum, unterstützt die Behandlung bei Diabetes, schützt die Knochen
  • Polyporus – wirkt auf das Harnwegsystem und z. B. harntreibend, regt den Lymphfluss an, hilft bei Haut- und Fellproblemen, wirkt antikanzerogen
  • Shitake – zählt zu den am häufigsten verzehrten Pilzen, wirkt vorbeugend gegen Krebserkrankungen, gilt als „Lebenselixier“, hilft bei viralen Infekten, kann allerdings wohl auch Unverträglichkeitsreaktionen hervorrufen
  • Yun Zhi (Coriolus) – stärkt das Immunsystem vor allem gegen Viren, aktiviert die zelluläre Abwehr und regt die Bildung von Antikörpern an, wirkt antikanzerogen und kann die Nebenwirkungen bei Strahlentherapien mildern

Wer die Medizinalpilze in der Therapie von Erkrankungen einsetzen möchte, sollte sich erst mit umfassenden Informationen eindecken. Welcher Pilz bei welcher Erkrankung eingesetzt werden sollte, kann man nicht mal eben schnell entscheiden. Heilpilze finden i. d. R. nur langfristigen Einsatz, weil sie meist erst nach längerer Gabe wirken, Geduld ist also gefragt.

Richtwerte für die Dosierungen beim Hund sind:

  • bis 20kg KG 1-2g Pulver oder 0,25-0,5g Extrakt
  • ab 20 bis 40kg KG 2-3g Pulver oder 0,5-1g Extrakt

Die Gaben sollten eingeschlichen werden, da sie aufgrund der meist vorhandenen Entgiftungswirkungen sonst mit starken Nebenwirkungen einhergehen können.

Weiter geht es im nächsten Teil der Artikelserie “Nahrungsergänzungen für Hunde” …

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Über Anke (148 Artikel)
Hallo, ich bin Anke, zertifizierte Ernährungsberaterin für Hunde, Naturheilkundlerin und schreibe hier über die Ernährung, aber auch weitere spannende Themen rund um Hunde. Auf www.anke-jobi.de biete ich individuelle Ernährungsberatung für Hunde an.

2 Kommentare zu Nahrungsergänzungen für Hunde – Teil 2

  1. Hallo Anke,

    zu unseren Allergieproblemen (Ausschlussdiät läuft prima) gesellen sich jetzt leider auch anatomische Probleme. Bei Verdacht auf HD und LWS Blockade würde ich gerne etwas mit Glukosamin füttern, reine Grünlippmuschel traue ich mich nicht wegen der Ausschlussdiät. Ich habe aber bei den Inhaltsstoffen verschiedener Produkte gesehen, alles aus tierischem Ursprung. Ist das richtig ?

    LG Tina

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