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Nahrungsergänzungen für Hunde

Teil 1 - Einführung, Ergänzungen A - E

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Nahrungsergänzungen spielen in der Hundeernährung eine große Rolle, vor allem natürlich bei der Frischfütterung. In dieser Artikelserie möchte ich eine Reihe sinnvolle Nahrungsergänzungen näher erläutern, dies sowohl für gesunde Hunde zur Prophylaxe als auch für Hunde, welche wegen Erkrankungen besondere Unterstützungen benötigen.

„Eure Nahrungsmittel sollen eure Heilmittel und eure Heilmittel sollen eure Nahrungsmittel sein“.

… hat schon Hippokrates gesagt. In der heutigen Zeit wird sehr schnell zu starken Medikamenten gegriffen, welche dem Organismus häufig mehr schaden, als ihm zu nützen. Noch zu Großmutters Zeiten waren den Menschen die Heilwirkungen vieler Nahrungsmittel bestens geläufig. Dass der Löwenzahn, der für viele heute ein Unkraut ist, den Stoffwechsel anregen kann, war jedem bekannt.

Aktuell erleben viele Naturheilmittel eine Art Wiedergeburt. Über lange Zeit vergessenes Wissen taucht wieder auf und immer mehr Menschen erkennen die Krux der Schulmedizin, nämlich dass ihr der ganzheitliche Denkansatz fehlt. Manche glauben allerdings auch, man könne solche natürlichen Mittel einfach einwerfen wie Pillen, dann wird das Übel schon beseitigt. So funktioniert es aber leider denn doch nicht.

Um den Nutzen solcher i. d. R. natürlichen Ergänzungen voll ausschöpfen zu können, kommt man nicht um die ganzheitliche Sichtweise herum. Wenn man seinen Hund z.B. vor Zecken schützen möchte, kann man eimerweise Kokosöl auf sein Fell schmieren. Wenn man seine Ernährung und Lebensweise nicht anpasst, wird diese Maßnahme nicht von Erfolg gekrönt sein.

Und auch der falsche Umgang mit solchen natürlichen Ergänzungen kann durchaus Schaden anrichten. „Die Dosis macht das Gift“ sagt man, … oder eben auch die Heilwirkung. Daher …

Natürlich bedeutet nicht automatisch harmlos!

Die ganzheitliche Sichtweise

Die meisten Menschen sind in der heutigen Zeit durch eine „schulmedizinische Sichtweise“ geprägt. Wenn sie z.B. Kopfschmerzen haben, nehmen sie eine Pille, die den Schmerz im Kopf beseitigen soll. Wenn eine bakterielle Erkrankung vorliegt, also eine bestimmte Bakterie im Organismus ein Krankheitsgeschehen ausgelöst hat, wird diese eine Bakterie mit einem Antibiotikum bekämpft. Dabei wird das „große Ganze“ völlig außer Acht gelassen. Es wird z.B. nicht die Frage gestellt, wieso es dieser einen Bakterie denn überhaupt möglich war, das Regime zu übernehmen.

In einem ausgeglichenen – also gesunden – Milieu finden sich viele verschiedene Keime. Es handelt sich dabei sowohl um pathogene (also krankmachende) als auch nicht pathogene Keime. Sie bilden ein komplexes Ökosystem und reglementieren sich quasi selber. Der vielfältige Kontakt mit verschiedensten Bakterien ist für ein gut ausgebildetes Immunsystem von großer Bedeutung. Deshalb wird ein Grundstein für die spätere Gesundheit schon in der Kindheit gelegt.

moehren Möhren sind gesund. Ernährt man sich jedoch ausschließlich von Möhren, wird man irgendwann krank werden, weil viele andere Nährstoffe fehlen. Es ist die Vielseitigkeit gefragt, nicht die Monokultur. Genauso ist es mit den Bakterien. Es geht nicht darum, einzelne zu bekämpfen, sondern das große Ganze zu stärken und das Ökosystem wieder herzustellen.

Das heißt nicht, dass ein Antibiotikum grundsätzlich schlecht sein muss. Man darf aber nicht vergessen, dass es einen Grund gibt für die „Dominanz“ dieser einen Bakterie – nämlich ein Ungleichgewicht, das wieder ins Gleichgewicht kommen muss, nur dann kann man auch von einer Heilung sprechen.

Pilzerkrankungen kommen in der heutigen Zeit auch bei Hunden sehr häufig vor. Bedenkt man einmal, dass Antibiotika auf Pilzkulturen basieren, muss man sich darüber aber nicht mehr wundern, denn die meisten Hunde erhalten im Laufe ihres Lebens viel zu häufig (und oft auch unbegründete) Antibiotikagaben. Eine anschließende Darmsanierung, um das natürliche Gleichgewicht der Bakterienflora wieder herzustellen, gehört in den wenigsten Fällen zum Therapieplan. Und so breiten sich diese nun übermäßig vorhandenen Erreger ganz in Ruhe und ungestört weiter aus.

Modeerscheinung Nahrungsergänzungen

Man kann sich den Organismus wie eine Maschine vorstellen und jedes einzelne Rädchen hat seine Aufgaben. Wenn nun eins kaputt geht, muss man dieses natürlich wieder reparieren, sowie auch die Schäden beseitigen, welche das kaputte Rädchen verursacht hat. Es macht aber wenig Sinn, nun an der Stelle des kaputten Rädchens ein „Turborädchen“ einzubauen, welches die restliche Maschine durch seine Höchstleistung dann völlig überfordert. Genauso wie es keinen Sinn macht, den Hundeorganismus mit unzähligen supertollen Ergänzungen zu torpedieren, nach dem Motto „wird schon für irgendwas gut sein“.

Natürliche Ergänzungen sind „in Mode“. Deshalb findet man auf dem Markt unzählige „natürliche“ Mittel, die oft wiederum aus unzähligen Komponenten bestehen, welche für irgendwas gut sein sollen. Häufig wissen die Hersteller selber nicht so genau, wofür eigentlich. Dann findet man solche allgemein gehaltenen Slogans wie „zur Unterstützung der Gesundheit“. Und dann kann es gut sein, dass diese eigentlich gut gemeinte Vorgehensweise wieder zu einem Ungleichgewicht führt.

Auch natürliche Nahrungsergänzungen sollten im Sinne einer ganzheitlichen Vorgehensweise also gezielt und vor allem mit Bedacht eingesetzt werden. Dieser, sowie zwei folgende Artikel, geben einen kleinen Überblick darüber, welche Ergänzungen Sinn machen können. Aufgrund der Vielzahl an möglichen Nahrungsergänzungen stellt die Auflistung natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Was du hier nicht finden wirst, sind völlig überladene Ergänzungsmittel, die flächendeckende Wirkungen versprechen. Ich beschränke mich weitgehend auf Einzelwirkstoffe, hier und da mit Empfehlungen zu (klein gehaltenen) Kombipräparaten. Los geht´s …

Nahrungsergänzungen von A – Z

A wie …

Algen

Algen sind eine recht bekannte und häufig genutzte Nahrungsergänzung auch für Hunde. Algen sind sehr nährstoffreich, enthalten viele Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, ungesättigte Fettsäuren, Antioxidantien, viel pflanzliches Eiweiß, Beta-Carotine und die Farbstoffe Chlorophyll und Phycocyanin. Meeresalgen sind zudem eine gute Quelle für Jod. Sie werden sowohl zur einfachen Nährstoffergänzung eingesetzt, als auch zur Entgiftung, gegen schlechten Geruch, zur allgemeinen Stärkung und  zur Stärkung des Immunsystems.

Seealgen

Beim Barfen wird sehr häufig das Seealgenmehl* der Ascophyllum Nodosum gefüttert, auch  Knotentang genannt. Diese Alge zählt zu den Braunalgen und wird vor allem zur Jodversorgung genutzt. Das ist insofern gut, als es nicht viele natürliche Nahrungsmittel gibt, welche ausreichend Jod enthalten. Aus diesem Grund nutzen wir Menschen ja auch häufig jodiertes Speisesalz. Allerdings ist es wichtig, hierbei auf eine gute Qualität zu achten. Die Seealgen sollten einen Anteil von etwa 0,05% Jod enthalten. Daher solltest du immer die Angaben lesen, welche der Hersteller zum Produkt liefert.

Vorsicht, Jod – Überversorgung!

Bei Hunden, welche an Erkrankungen der Schilddrüse leiden, sollte man mit der Gabe von Seealgen sehr vorsichtig sein. Während die Alge bei einer Unterfunktion eine gute Unterstützung sein kann, ist sie bei einer Überfunktion nicht angeraten.

Bei der Fütterung von Kräutermischungen sollte man ebenfalls aufpassen, da solche fertigen Mischungen häufig auch Algen enthalten und es zu einer Überversorgung kommen kann. Von einer Mischung, welche als Angabe nur den Begriff „Algen“ enthält, würde ich abraten, da man nicht weiß, welche Algen denn verwendet wurden, insofern dann auch nicht weiß, ob der Hund z. B. weiteres Jod erhält.

Entgiftung und Unterstützung

Zur Entgiftung verwendet man häufig die Süßwasseralge Chlorella*. Diese ist in der Lage, vor allem Schwermetalle zu mobilisieren und dann an sich zu binden, welche dann über den Darm ausgeschieden werden. Spirulina* , ebenfalls eine Süßwasseralge, wird meist als Ergänzung eingesetzt, welche aufgrund ihrer Nährstoffdichte das Immunsystem unterstützen kann und so z. B. auch bei allergischen Erkrankungen hilfreich sein kann.

Wirkweisen:

  • Jodversorgung
  • Entgiftung
  • Bludbildende Wirkung
  • Unterstützung Stoffwechsel u. Immunsystem

Vor allem zur Jodzufuhr werden Algen häufig als Dauergabe ergänzt. Hierbei sollte man unbedingt auf die Dosierung achten, da sich eine dauerhafte Fehldosierung negativ auswirken kann. Dies ist insofern nicht ganz einfach, da die Dosierung bei einem guten Algenprodukt sehr gering ausfällt. So erhält ein Hund mit 10kg Körpergewicht gerade mal 0,3g Seealgenpulver am Tag.

Algen zur Immunstärkung oder auch Entgiftung sollten Kurweise Anwendung finden, wie bei den meisten Ergänzungen empfiehlt sich eine Dauergabe nicht. Mittlerweile sind viele Algen mit Schadstoffen belastet, daher sollte man beim Kauf auf Qualität achten, ein Biosiegel kann da sicher nicht schaden.

B wie …

Bierhefe

Bierhefe* ist eine bei Hunden sehr häufig genutzte Nahrungsergänzung. Vor allem ist sie beliebt wegen ihrer Fell- und hautfreundlichen Eigenschaften, daher wird sie gerne zu Zeiten des Fellwechsels als Unterstützung gegeben. Die Wirkung basiert auf ihrem hohen Gehalt an B-Vitaminen, besonders der hohe Gehalt an Biotin bewirkt die positive Wirkung auf Haut und Fell.

Die Bierhefe kann aber noch mehr, so enthält sie außerdem weitere Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, außerdem Aminosäuren und Enzyme. Sie eignet sich in Stresszeiten zur Beruhigung, unterstützt die Darmfunktionen (auch die Darmflora) regt den Stoffwechsel an und kann sich auch bei Verdauungsschwächen positiv auswirken.

Nicht vergessen sollte man, dass Bierhefe ein Abfallprodukt der Bierherstellung ist, also ein Produkt auf Getreide-Basis. Daher würde ich auf jeden Fall beim Getreide-Allergiker zur Vorsicht raten, auch wenn es nicht zu Reaktionen kommen muss. Auch bei Hunden, welche zu Blasen- Nierensteinen neigen (z.B. Dalmatiner), sollte man mit Bierhefe vorsichtig sein, da diese viele Purine enthält – Purine fördern die Bildung solcher Steine. Bei Hunden, welche an Nierenerkrankungen leiden, sollte man aufgrund des hohen Phosphorgehalts von Bierhefe ebenfalls zurückhaltend mit der Gabe sein.

Wirkweisen:

  • Haut- und Fellpflege
  • Stärkung der Nerven
  • Unterstützung der Darmfunktionen
  • Parasitenabwehr

Bierhefe wird, wie schon erwähnt i. d. R. kurweise angewendet, so kann sie den Fellwechsel sinnvoll unterstützen. Ihre Eigenschaft als Parasitenabwehr hat sie nur indirekt. Durch die positive Auswirkung auf das Hautmilieu wirkt der Hund weniger anziehend auf Zecken. In meinem Artikel zur Zeckenabwehr habe ich diese Mechanismen näher beschrieben.

C wie …

Cats Claw (Katzenkralle)

Die Katzenkralle* ist ein Ergänzungsmittel, welches meist aus der Wurzelrinde der südamerikanischen Lianenpflanze Uncaria tomentosa gewonnen wird. Den Namen Katzenkralle oder im englischen cats claw trägt die Liane, weil sie über sogenannte Halteorgane verfügt, welche die Form einer Kralle haben. Während die Katzenkralle den Ureinwohnern Südamerikas schon sehr lange als wichtigstes Medikament dient, hat die westliche Welt die umfassenden Heilwirkungen der Pflanze erst vor rund 50 Jahren entdeckt.

Katzenkralle ist entsprechend vielseitig einsetzbar. Sie wirkt antibakteriell, antiviral, entgiftend, schmerzstillend, entzündungshemmend, stärkt das Immunsystem und soll sogar bei Krebserkrankungen heilende Wirkung zeigen. Am besten eignet sich für Tiere als Gabe feines Pulver aus der Wurzelrinde, welches unter das Futter gemischt werden kann.

Wirkweisen:

  • Stärkung des Immunsystems
  • Regulierung von Blutdruck und Blutfettwerten
  • Entzündungshemmend
  • Schmerzstillend
  • Antibakteriell
  • Antiviral
  • Entzündungshemmend
  • Antikancerogen (Krebstherapie)

Cats Claw findet vorwiegend bei der unterstützenden Therapiebehandlung von Erkrankungen Anwendung, so z.B. gerne in der Krebstherapie und auch bei Gelenkserkrankungen. Vor allem bei Hunden, welche in ihrem bisherigen Leben vielen schädigenden Einflüssen ausgesetzt waren, kann eine kurweise Anwendung durchaus Sinn machen.

Chia-Samen

Die kleinen Samen der Chia-Pflanze, welche zur Gattung des Salbeis gehört, werden zu den sogenannten „Superfoods“ gezählt. Dies hat seinen Grund in der sehr großen Nährstoffdichte der Chia-Samen. Sie enthalten viele Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Antioxidantien, Ballaststoffe, Proteine und einen herausragend hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren. Nur 25g der Chia-Samen decken 308% (!!) des Tagesbedarfs eines erw. Menschen an Omega-3-Fettsäuren. Entsprechend haben die Samen natürlich eine entzündungshemmende Wirkung.

Chia-Samen

Auch Hunde können von Chia-Samen* profitieren, in Amerika arbeiten viele Tierärzte bei verschiedenen Erkrankungen wie z.B. Arthritis, Diabetes oder auch Hautentzündungen mit Chia-Samen.

Wirkweisen

  • Versorgung mit Nährstoffen
  • Stärkung Immunsystem
  • Entzündungshemmend
  • Fördern Stoffwechsel und Zellaufbau
  • Regulierung von Cholesterinspiegel, Blutdruck und Blutzuckerspiegel
  • Entgiftend
  • Förderung der Wundheilung
  • Förderung der Gehirndurchblutung und Leistungsfähigkeit

Chiasamen haben eine hohe Wasserbindungsfähigkeit. Daher sollten sie vor der Fütterung für etwa 10 Minuten in Wasser eingeweicht werden. So entsteht eine gelartige Paste, welche in das Futter gemischt werden kann. Hunde erhalten bis 10kg ca. 1/2TL, bis 20kg ca. 1 TL, über 20kg ca. 2 TL, über 30kg ca. 3 TL täglich. Bei Erkrankungen können Chia-Samen über einen längeren Zeitraum gegeben werden, ansonsten kann man sie hin und wieder zum Futter geben.

Die beste Verfügbarkeit der Nährstoffe erreicht man übrigens, indem man die Samen unmittelbar vor der Fütterung mit einer Mühle zu Pulver mahlt. Ich habe z.B. eine alte Kaffemühle aus Großmutter Zeiten (ja, ist wirklich von meiner Oma! 😀 ), damit kann ich Samen und kleine Mengen Getreide prima fein mahlen. Wichtig ist, dass man wirklich nicht auf Vorrat mahlt, da durch die Lagerung Nährstoffe verloren gehen.

Colostrum (Kolostrum)

Bei Colostrum handelt es sich um die Kolostralmilch von Säugetieren, diese wird von den säugenden Muttertieren innerhalb von 24 – 72 Stunden nach der Geburt produziert. Als Nahrungsergänzung dient Kolostrum wegen seiner sehr hohen Nährstoffdichte, sowie den enthaltenen Immunregulatoren und Wachstumsfaktoren. Wachstumsfaktoren beeinflussen den Zellstoffwechsel, so dass die Zellvermehrung gefördert wird und regen die Heilung und Regeneration von beschädigtem Gewebe an. Colostrum lässt sich sehr gut einsetzen bei älteren, schwachen oder einfach immunschwachen Tieren sowie auch bei Welpen oder Junghunden, welche nicht ausreichend versorgt wurden. Colostrum kann bei Allergieerkrankungen eingesetzt werden, zur Anregung von Immunsystem und Stoffwechsel und findet sogar bei Krebserkrankungen Anwendung.

Wirkweisen:

  • Stärkung der Körperfunktionen
  • Anregung von Immunsystem und Stoffwechsel
  • Anregung der Entgiftungsfunktionen, wirkt antioxidantisch
  • Versorgung mit Nährstoffen
  • Anregung der Zellerneuerung

Am besten eignet sich die Anwendung von Ziegencolostrum*, da dieses hypoallergen ist. Außerdem sind die Nährstoffwerte in Ziegenkolostrum weitaus höher als in Rinderkolostrum, was angesichts der üblichen Massentierhaltung von Rindern nicht verwundern mag.

E wie …

Effektive Mikroorganismen

Die Effektiven Mikroorganismen*, kurz EM genannt, bilden eine Mischkultur, welche überwiegend aus Milchsäurebakterien, Hefen, Photosynthesebakterien und Actinomyceten (Bakteriengattung) besteht – eine Mikrobenmischung, welche sich aus jahrmilliardenalten Stämmen winziger Lebewesen zusammensetzt. Nur aus dem Zusammenwirken dieser Mikrobenstämme entsteht ihre vielfältige Wirksamkeit. Ihren Ursprung haben sie in Japan, wo ihre Rezeptur noch lange nach der Entdeckung geheim gehalten wurde. Weltweit bekannt gemacht wurden sie u. a. durch den japanischen Professor Teruo Higa.

Effektive Mikroorganismen

Ja … und auf der Flasche steht Bodenhilfsstoff … Bodenhilfsstoff?? Die EM-Stammlösung fällt rechtlich gesehen unter das Düngemittelgesetzt, daher dürfen EM offiziell gesehen auch nicht als Nahrungsergänzung verkauft werden. Mittlerweile gibt es aber viele Produktvarianten für Tiere und Menschen, denen EM zugesetzt sind, bzw. die dann bestimmte gesetzliche Vorgaben erfüllen und so z.B. als Nahrungsergänzung verkauft werden dürfen. Natürlich werden sie auch häufig als Düngemittel eingesetzt, sie sind nämlich in der Lage, sowohl den Boden, als auch die Pflanzen im Wachstum bestens zu unterstützen. Als Düngemittel haben sie auch ihren Ursprung, es war jedoch schnell klar, dass EM mehr können, als nur den Boden zu düngen. Mittlerweile werden EM auf vielfältigen Gebieten eingesetzt. Mikroorganismen besiedeln alles, was auf der Erde existiert und so sind bei jeder Störung auch Mikroorganismen beteiligt, welche durch die EM wieder in ein Gleichgewicht gebracht werden können.

Effektive Mikroorganismen können viel!

Wie schon geschrieben, können EM überall dort zum Einsatz kommen, wo es gilt, ein Gleichgewicht unter Mikroorganismen wieder herzustellen, also fast überall. EM als Bodenhilfsstoffe verbessern die Bodenstruktur, fördern die Wurzelbildung, verbessern die Keimfähigkeit von Saaten, steigern die Pflanzengesundheit, verbessern Wachstum, steigern Ernteerträge, verlängern sogar die Lagerzeiten der Früchte.

Sie können unsere Wasserqualität verbessern, dienen als Putzmittel (da sie eine Überwucherung pathogener Bakterien beseiten oder vermeiden), können die Lagerungszeit von Lebensmitteln verlängern, neutralisieren Gerüche, können Schimmel vorbeugen oder entfernen und vieles mehr.

Sowohl bei Tieren als auch bei Menschen können sie eingesetzt werden, um das Darmmilieu ins Gleichgewicht zu bringen, den Stoffwechsel zu fördern, das Immunsystem zu modulieren, Heilungsprozesse zu unterstützen oder auch Juckreiz zu lindern. EM können sowohl innerlich als auch äußerlich zum Einsatz kommen.

Wirkweisen

  • Darmsanierung
  • Stärkung des Immunsystems
  • Förderung der Wundheilung
  • Neutralisierung von Gerüchen und Ausdünstungen
  • Heilung von Hautirritationen
  • Verminderung von Parasitenbefall
  • Förderung der Futterverwertung (höhere Nährstoffaufnahme)
  • Verbesserung der Fruchtbarkeit

 Warum hat die Flasche einen Knick?

Die Effektiven Mikroorganismen gedeihen am besten in sauerstoffarmem Milieu. Wenn die Flasche geöffnet wird, dringt logischerweise Sauerstoff ein, welcher dazu führt, dass Hefen aktiviert werden. Grundsätzlich ist die Haltbarkeit der EM daher zum einen von der Luftzufuhr, aber auch von der Lagerungstemperatur und weiteren Einflüssen, wie z.B. elektromagnetischen Feldern abhängig. Daher sollte die Flasche kühl und dunkel gelagert werden, sowie nicht in unmittelbarer Nähe von Elektrogeräten. Und damit so wenig Sauerstoff wie möglich eindringt, bzw. verbleibt, drückt man die Flasche nach jeder Entnahme so weit zusammen, bis die Flüssigkeit wieder oben am Rand ist und dreht erst dann den Verschluss wieder fest zu. So kommt der Knick in die Flasche 😀 .

Um zu vermeiden, dass man die Flasche zu oft öffnen muss, kann man kleinere Mengen zur täglichen Nutzung  in einen weiteren Behälter füllen. Ich nutze dazu gerne die Glaspipettenfläschchen, welche man schon mal aus der Apotheke bekommt.

Wie wird EM angewendet?

Das Originalprodukt EM wird wegen gesetzlicher Grundlagen nur als Bodenhilfsstoff vertrieben, wie oben schon erwähnt. Es gibt mittlerweile für alle Bereiche jedoch eine Vielzahl spezieller Produkte, die dann neben EM weitere Komponenten enthalten. Nicht immer sind dieses Zusammenstellungen optimal, außerdem hat man als Laie nur schwer einen Überblick. Ich würde dazu raten, das Original-Produkt für den Hund (und auch Mensch) zu verwenden, das sogenannte EM1 (nicht zu verwechseln mit EMa, dabei handelt es sich um vermehrte EM, welche jedoch eine stark eingeschränkte Haltbarkeit haben).

Hunde können EM direkt ins Futter bekommen. Dabei sollte man mit wenig beginnen (einschleichen) und langsam steigern. Man fängt mit ca. 5 Tropfen an und steigert innerhalb von 3-4 Tagen auf ca. 40 Tropfen (1 TL), am besten 2x täglich. Für eine Darmsanierung sollte die Anwendung mindestens 4-6 Wochen betragen.

Achtung: EM dürfen nicht regelmäßig pur ins Maul gegeben werden, da dies wegen dem Säuregrad den Zähnen schaden würde!

Zur Fellpflege kann man etwas EM direkt auf die Hände geben und dem Hund damit über das Fell streichen.

Weiter geht es im 2. Teil der Artikelserie „Nahrungsergänzungen für Hunde“

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Über Anke (148 Artikel)
Hallo, ich bin Anke, zertifizierte Ernährungsberaterin für Hunde, Naturheilkundlerin und schreibe hier über die Ernährung, aber auch weitere spannende Themen rund um Hunde. Auf www.anke-jobi.de biete ich individuelle Ernährungsberatung für Hunde an.

12 Kommentare zu Nahrungsergänzungen für Hunde

  1. Hallo 🙂
    das mit dem EM1 hört sich super interessant an, würde es gerne an meine Hunde austesten, bin nur ein bißchen verunsichert, wegen dem Begriff „Bodenhilfsstoff“ und da kann wirklich nichts geschehen, wenn man den Hund das verabreicht ?? Will nur noch mal sicher gehen,wenn ich denen das Originalprodukt verabreiche, das da keine schädlichen Stoffe drin stecken.
    Würde mich über eine Antwort freuen 🙂
    Lieben Gruß
    Kirsten

    • Hallo liebe Kirsten,

      ja, ich verstehe deinen Beweggrund, sehe ich ebenso. Oft sind alle möglichen weiteren Komponenten in den Ergänzungen enthalten und man weiß gar nicht recht, was ist gut und was nicht. Was die EM1 betrifft, kann ich dich, denke ich, sehr beruhigen. Ich habe diese nämlich über einen längeren Zeitraum selber genommen 😀 . Meine Hunde haben sie ebenfalls bekommen und allen geht es gut.

      Viel Erfolg mit den effektiven Mikroorganismen!
      Liebe Grüße
      Anke

  2. Ich bin damals im Zuge einer Patellaluxation bei meinem Hund auf Nahrungsergänzungsmittel aufmerksam geworden. Überraschenderweise hat das alles wirklich sehr gut geholfen, auch wenn viele die Wirkung einfach überschätzen und ihr nicht die notwendige Zeit geben. Es dauert schon ein, zwei Monate, bevor Besserung in diesem Fall zu sehen ist.

    Was du hier vorstellst, sind natürlich die klassischen Zugaben die Barfer geben. Wichtig, manchmal aber auch zu viel des Guten, wenn du mich fragst. Das meiste versuche ich eher frisch zu bekommen und Zusätze wie Öl und Algen reichen mir dann meist aus. Irgendwann wird es mit all den Zusätzen auch einfach nur noch pampig oder eklig 🙂

    • Hallo Doggy,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Du hast recht, weniger ist mehr, wie ich in meinem Einleitungsartikel schon geschrieben hatte. Mit Barfen hat das ganze allerdings weniger zu tun. Ich barfe nicht und empfehle das auch nicht unbedingt. Bei den Zusätzen kommt es immer darauf an, was man erreichen möchte und ob es um Prävention oder Therapie geht, das ist nämlich ein recht großer Unterschied.
      Zu der Ergänzung die sich hinter deinem Link versteckt möchte ich dir noch folgendes sagen: Ohne in die Deklaration zu schauen habe ich erkannt, das es sich da 1. mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit NICHT um ein homöopathisches Mittel handelt. 2. wäre die Empfehlung, das Mittel unter das Futter zu mischen, völlig daneben, wenn es denn ein homöopathisches Mittel wäre. Homöopathische Mittel sollte man niemals mit Nahrungsmitteln o. ä. geben, da diese als Antidot wirken könnten.

      Liebe Grüße
      Anke

  3. Hallo,
    ich frage mich nach welchen Richtlinien die Fütterungsempfehlungen auf den Verpackungen der einzelnen Herstellern errechnet und angegeben werden? Gibt es dazu Bücher, Listen oder Ähnliches? Wie oder besser Wer bestimmt, dass ein Hund bis 10kg täglich bspw. 1 g Pulver bekommt?
    Und woher weiß man die Unterschiede in der Verfügbarkeit im Körper zwischen Normalprodukt und BIO Produkt? Da können sich die Fütterungsempfehlungen ja wieder unterscheiden?!
    Danke und viele Grüße

    • Hallo liebe Patricia,

      diese Frage kann man natürlich schlecht verallgemeinernd beantworten. Eigentlich obliegt die Herausgabe dieser Info natürlich dem Hersteller, also dem, der sich auskennt (sollt!). Gerade bei naturheilkundlichen Mitteln basieren diese Dosierungen natürlich sehr oft auf übermittelten Erfahrungen …

      Zunächst kommt es natürlich auf das Produkt an. Wenn es ein Produkt ist, das aus mehreren Komponenten besteht, ist es immer gut, sich die Inhaltsstoffe mal anzuschauen und auch mal nachzulesen, was das denn so ist. Bei Inhaltsstoffen, die überdosiert werden können, wie z.B. Jod / Algen, sollte man sich ruhig weitreichendere Informationen besorgen. Bei Produkten, wo die Dosierung nicht so relevant ist, also kein Schaden entstehen kann bei Über- oder Unterversorgung ist das ganze natürlich nicht so ganz brisant. Wenn man eine Ergänzung das erste mal gibt, kann es (auch für das eigene Sicherheitsgefühl) hilfreich sein, sich vielleicht mit anderen auszutauschen, die schon Erfahrung mit dem Produkt haben. Man kann auch mal vergleichen, wie die unterschiedlichen Hersteller ähnliche Produkte einstufen. Wenn da große Diskrepanzen sind, weiß man schon, das das mit der Dosierung wohl nicht so ganz klar ist.

      Grundsätzlich sollte man es aber auch nicht übertreiben mit den Überprüfungen. Die Unterschiede der Verfügbarkeit weiß man natürlich auch nicht. Das ist dann aber wieder wie bei den Nährstoffen. Wenn du einen Apfel ißt, weißt du ja auch nicht wieviel Vitamin C dein Organismus dann erhält. Und wenn dem Körper etwas gut tut, zählt er natürlich auch nicht nach, ob es nun 5ml oder 10ml waren 😉 …

      Die Angaben, die du hier im Blog erhälst bei manchen Mitteln, wurden von mir auf jeden Fall immer gut recherchiert und bestmöglich wiedergegeben.

      Liebe Grüße
      Anke

  4. Sehr informativ das Thema.
    Bei meinem Hund wurde eine Schilddrüsenunterfunktion festgestellt.
    Bevor ich da künstlich hergestellte Hormone gebe, will ich lieber mal die Jodversorgung ansprechen. Wo bekomme ich nun Seealgenmehl aus Braunalgen ???

    • Hallo Elisa,

      wie oben geschrieben, ist die Ascophyllum Nodosum die Braunalge, welche vorrangig zur Versorgung mit Jod eingesetzt werden kann. Es ist jedoch wichtig, wegen der schwankenden Jodgehalte auf gut Qualität zu achten, dafür eignen sich z.B die oben ebenfalls schon verlinkten Algen von Lunderland: Seealgenmehl Lunderland

      Wichtig ist, bei einer Schilddrüsenunterfunktion auch zu schauen, was die Ursachen sind (z.B. kann sowohl eine Über- als auch eine Unterversorgung mit Jod zu einer Unterfunktion führen). Wichtig ist auch die ausreichende Versorgung mit Vit. D, da diese bei einer SDU häufig eingschränkt ist. Ich kann dir zum Thema noch das Buch „Schilddrüse und Verhalten – Schilddrüsenunterfunktion beim Hund“ von Beate Zimmermann empfehlen …

      Liebe Grüße
      Anke

  5. Margit Egretzberger // 17. Februar 2017 um 7:26 // Antworten

    Liebe Anke! Angeregt durch Deinen Artikel habe ich mir eine Flasche EM1 gekauft. Muss ich das dann jeweils verdünnen? Wie machst Du das genau?
    Liebe Grüße aus Österreich
    Margit

    • Hallo liebe Margit,

      wem möchtest du die effektiven Mikroorganismen denn geben? Für deinen Hund kannst du mit einer ganz kleinen Menge anfangen, die du entweder längere Zeit vor der Fütterung gibst (das ist die beste Variante, damit die EM auch wirklich durch den sauren Magen kommen), z.B. mit einer kleinen Menge Joghurt. Fang mit ca. 5 Tropfen an und steiger innerhalb von 3-4 Tagen auf ca. 40 Tropfen (1 TL), am besten 2x täglich. Für eine Darmsanierung sollte die Anwendung mindestens 4-6 Wochen betragen. Die Menge ist natürlich gleich, wenn du die EM einfach ins Futter gibst. Für dich selber kannst du die EM ebenfalls am besten länger vor dem Essen in ein kleines Glas Saft oder Wasser geben. Auch hier am besten einschleichen und mit ca. 5 Tropfen 3 x tgl. anfangen und steigern auf ca. 1 EL mehrmals täglich.

      Nein, man verdünnt die EM nicht, man kann sie aber, wie schon geschrieben in Essen oder ein Getränk beimischen.

      Viel Erfolg!

      Liebe Grüße
      Anke

  6. Margit Egretzberger // 18. Februar 2017 um 0:15 // Antworten

    Liebe Anke! Danke für Deine ausführliche Antwort! Gleich morgen beginne ich mit der Umsetzung! Mein frisch operierter Hund schläft tief und fest neben mir, der Tierarzt hat ihm einen 2-Euro-große Talg beule entfernt, die täglich an zwei verschiedenen Stellen aufgeplatzt ist. Ich freue mich schon wenn ich diesen Hund, der erst drei Monate mit mir lebt, ungeniert drücken und herzen kann! Diese feine, liebevolle Seele berührt mich täglich aufs neue!
    Mit einem übervollem Herzen grüsst Dich
    Margit

  7. Hallo liebe Margit,

    ich wünsche deinem Hund (leider hast du den Namen nicht geschrieben) ganz, ganz schnelle und gute Besserung!! Es ist schön, wenn ein Lebewesen ein Herz so tief berühren kann …

    Ganz liebe Grüße
    Anke

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