Naftie – oder – Karma im Futternapf

Karma ist ein Begriff, der grob ausgedrückt für das Ursache-Wirkung-Prinzip steht. Natürlich ist es ein Wort, das einen spirituellen Hintergrund hat. Doch auch ohne diese Spiritualität ist es ein schönes Wort, das einen Zustand der Ganzheitlichkeit beschreiben kann. Aber – was hat so ein Ursache-Wirkung-Prinzip mit der Futterschüssel unserer Hunde zu tun? Ganz viel, finde ich.

Hund mit verschiedenem Futter

Wie man einen Hund richtig füttert, ist ein heiß umstrittenes Thema. Häufig genutzte Schlagwörter sind Fertigfutter und Barfen. Dabei steht das Fertigfutter für die böse Hundefutterindustrie und das Wort Barfen steht für Natur, Fleisch, und natürlich den Wolf im Hund. Es geht um Ernährungskonzepte.

Ja, und damit erschöpft diese Diskussion sich auch schon weitestgehend und es gibt nicht so viele, die über den Tellerrand ihrer eigenen Ideologie schauen.

Hunde sind gemeinhin als Fleischfresser bekannt, obwohl das so konkret eigentlich nicht stimmt. Hunde (den Beweis dazu liefern die ca. 750.000.000 freilebenden Hunde weltweit) kann man eher als Allesfresser bezeichnen, die auf Fleisch spezialisiert sind. Einen schönen Artikel zu diesem Thema mit wissenschaftlichem Hintergrund, von Verhaltensbiologin Marie Nitzscher, gibt es HIER.

Ein sehr entscheidender Faktor, warum die Hundefütterung so funktioniert, wie es aktuell der Fall ist, ist die Massentierhaltung. Ohne sie gäbe es wohl weder billige Fertigfutter, noch würde sich das Barfkonzept so großer Beliebtheit erfreuen.

Ohne jetzt hier großartig auf die Sinnhaftigkeit von Ernährungskonzepten einzugehen, möchte ich gerne eine simple Frage stellen: Wie kann es sein, dass das Wohl des einen Tieres auf dem Leid des anderen aufgebaut wird? Und wie kann es sein, dass Menschen ihr Haustier vergöttern, während ihnen egal ist, was mit dem Tier passiert ist, das in der Futterschüssel ihres geliebten tierischen Lebensgefährten landet?

Dieses Phänomen ist auch aus der wissenschaftlichen Arbeit mit/an Tieren bekannt, auch Tierversuche genannt. Wissenschaftler, die solche Versuche durchführen mussten, wurden angewiesen, Tiere zu „versachlichen“. die Tiere durften keinem Geschlecht zugeordnet werden, mussten als „es“ bezeichnet werden und bekamen Nummern statt Namen. Zuhause hatten viele dieser Wissenschaftler aber Haustiere, die sie genauso gut behandelt haben, wie jeder von uns.

Fleisch – eine SACHE

Heute ist es so, dass vor allem in den Trockenfutterbrocken kein Fleisch mehr sichtbar ist. Es wird einem sehr leicht gemacht, einfach zu vergessen, dass da ein Tier „verarbeitet“ wurde. Natürlich sind auch die weiteren Bestandteile nicht mehr erkennbar, was leicht dazu verleiten kann, die Zusammenstellung nicht nach Qualität sondern Gewinnmarge zu gestalten.

kleines-kueken

Aber auch beim Barfen wird das gefütterte Tier sehr häufig „versachlicht“. Ich erinnere mich lebhaft an einen Beitrag in einer Facebook-Barfgruppe, in dem sich darüber lustig gemacht wurde, dass der Hund eines Gruppenmitglieds nicht an das tote Eintagsküken kam, weil er dieses im „Eifer des Gefechts“ durch den Raum geschleudert und in eine Vase befördert hatte. In einem Barfshop, welcher Eintagsküken vertreibt findet sich die Beschreibung: „Eintagsküken, 10 Stück, einzeln entnehmbar. Der natürliche Knabberspaß für Katzen, Frettchen und Hunde.“.

Ich bin der Meinung – das geht so nicht. Auch wenn es so sein mag, dass Fleisch für Hunde eine wichtige Nahrungsquelle ist, können wir die Liebe zu unserem Haustier nicht auf dem Leid eines anderen Tieres aufbauen. Und das weder mit Fertigfutter, noch mit frischem Futter durch Barf und dergleichen. Wenn ich argumentiere, dass es artgerecht ist, einen Hund mit Fleisch zu füttern, muss ich auch bedenken, dass Massentierhaltung für ein Rind nicht artgerecht ist.

Womit wir beim Ursache- Wirkung – Prinzip wären. Wir Hundehalter sind in der Lage, das Leben der Nutztiere maßgeblich zu verbessern, indem wir schlicht kein Fleisch an unsere Hunde verfüttern, das aus Massentierhaltung stammt. Keins. Gar keins.

healthy appetizer

Die Zahl der Menschen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren, oder sogenannte Flexitarier  (dazu zähle ich) werden, steigt. Immer mehr Menschen werden sich bewusst darüber, was es eigentlich bedeutet, viel Fleisch zu konsumieren. Und viele machen bei diesen Gedankengängen auch beim Futternapf ihres Hundes nicht halt (dazu zähle ich ebenfalls).

Hunde als Vegetarier?

Gerd Leder, ein Biologe und Rassenexperte, der sich auch mit wildlebenden Hunden durch Beobachtungen befasst hat, sagt z.B. dazu:

„Im Gegensatz zur komplett veganen Hundeernährung hat eine vegetarische oder überwiegend vegetarische Fütterung in vielen Teilen der Erde Tradition. Das Hauptfutter vieler Hunde, die in verschiedenen landwirtschaftlichen Systemen eingebunden sind, besteht aus Brei. Dieser wird in Russland oft aus Buchweizen (russ. „Kascha“), in der Türkei aus Gerstenmehl, In Nordafrika aus Hirse und in Indien aus Reis hergestellt, indem man ihn kurz mit Molke aufkocht, oder mit kochendem Wasser überbrüht. Je nach Verfügbarkeit werden verschiedene Milchprodukte eingerührt. Auch in Deutschland war das Hauptfutter für arbeitende Hütehunde bis vor ca 40 jahren der Haferschrotbrei.“. (Zitat entnommen aus einem Kommentar unter oben erwähntem Artikel)

Die Ernährung des Hundes sollte sich natürlich an seinen Bedürfnissen orientieren. Ein wichtiger Faktor ist aber auch, was überhaupt als Nahrungsmittel für den Hund zur Verfügung steht. Und dann wird es mitunter natürlich ein bisschen kompliziert. Für viele Hundehalter zu kompliziert, deshalb wünschen sie sich, dass jemand anders sich diese Gedanken für sie macht. Sie möchten ein Fertigfutter, das sowohl die Bedürfnisse ihres Hundes erfüllt, als auch die der Nutztiere. Geht das überhaupt?

Als Hundeernährungsberaterin weiß ich, dass es viele Hundehalter gibt, die sich nicht zutrauen, die Rationen ihrer Hunde selber zusammenzustellen. Manche haben auch keine Zeit, weil sie z.B. beruflich sehr eingespannt sind. Welche Gründe auch immer vorliegen mögen, Fakt ist, viele Hundehalter wünschen sich einfach ein Fertigfutter, das ihren Hund gut versorgt. Deshalb bin ich immer daran interessiert, zu erfahren, was der Markt da so hergibt und freue mich sehr, wenn ich die ein oder andere „Perle“ finde. Naftie ist eine dieser Perlen …

NAtürliches Für TIEre

Das Hundefutter, das sich „Natürliches für Tiere“ – kurz Naftie – nennt, trägt schon im Namen seine Botschaft. Bevor ich jetzt nach Formulierungen suche, die diese Botschaft ausdrücken, lasse ich Naftie selber zu Wort kommen:

Besser für alle Tiere – Wir lieben Hunde. Und natürlich auch alle anderen Tiere. Deshalb wollen wir ihr Leiden so gut wir können vermindern und verwenden bewusst nur Fleisch aus biologischer, artgerechter Haltung. Und davon nur so viel wie nötig. Maximal 35% Fleischanteil für einen ausgewachsenen Hund, mehr braucht ein gesundes Menü für Hunde nicht. 100% gutes Karma garantiert.“ …

Das ist aber natürlich nicht alles. Das Futter von Naftie besteht nur aus hochwertigen Zutaten, 100% biologisch angebaut und nach Möglichkeit frisch aus der Region. Auf Geschmacksverstärker und künstliche Zusätze wird ganz verzichtet. Ebenso, wie schon erwähnt, auf große Mengen Fleisch. Denn ihre Überzeugung (und auch meine) ist: Weniger Fleisch ist besser für alle Tiere und auch für die Umwelt.

Natürlich war ich neugierig und habe mir gleich ein Testpaket bestellt (dieses wurde von Naftie, denen mein Blog zur Hundeernährung sehr gut gefällt, dann noch etwas ergänzt, worüber ich mich natürlich sehr gefreut habe. Ich bin, auch wenn ich Futter bestelle, nicht inkognito unterwegs und man erkennt gleich, dass da jemand bestellt, der auch ein berufliches Interesse an dem Futter hat 😀  ). Auch der Futternapf, den man auf meiner „über mich“ Seite bewundern kann, stammt aus der Naftie-Produktion und den MUSSTE ich einfach haben.

Neben den „Fleisch“- Menüs, die wie schon erwähnt, nur aus hochwertigen Zutaten bestehen, hat Naftie auch Dosen im Angebot, die aus rein pflanzlichen Zutaten bestehen, trotzdem aber eine komplette Mahlzeit für den Hund darstellen.  Ob man einen Hund nun tatsächlich vegan ernähren kann, darüber lässt sich streiten. Dass das nicht absolut unmöglich ist, zeigen einige Beispiele, so gibt es z. B. auch ein sehr berühmtes, nämlich den Hund Bramble, ein Collie, geboren 1975, der 27 Jahre alt wurde und nur  veganes Futter erhielt aus Komponenten wie Reis, Linsen und Gemüse. Man kann das sogenannte „Peace – Food“ aber auch als Ergänzung zum Fleisch verwenden. Auch hier wird man fündig, Naftie hat nämlich auch reine Fleischdosen im Angebot, natürlich nur gefüllt mit Fleisch von artgerecht gehaltenen Tieren.

kein-bindemittelAber Achtung – im Futter wird auch kein Bindemittel verwendet, daher können die Inhalte unterschiedliche Konsistenz haben. Mir ist der Aufkleber auf der Dose leider erst nach dem öffnen aufgefallen, da war mein Pulli schon etwas gesprenkelt 😀

Außer Futter in Dosen habe ich mir noch das sogenannte  Bio-Basisfutter Basics to mix bestellt, eine getrocknete Mischung aus  Hirse und Gemüse, die man super mit Fleisch oder auch Fisch ergänzen kann.

Für alle, die es nicht wissen, meine Hunde bekommen eine Mischfütterung, die zu einem großen Teil aus frischen Komponenten (Fleisch, Fisch, Gemüse, Obst, Kohlehydrate, Eier, Öle, etc.) besteht und durch Dosenfutter, Mischungen, etc. ergänzt wird.

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Sowohl meine Hunde, als auch ich waren mehr als zufrieden mit den Produkten. Das Dosenfutter (sowohl tierische als auch pflanzliche Varianten) war offensichtlich sehr hochwertig, es roch gut, sah gut aus und meine Hunde haben es beide mehr als gerne gefressen. Auch die Zusammensetzungen  haben mir gut gefallen, auch weil diese nicht überladen sind, wie es sehr häufig der Fall ist. Die schöne Optik und die wohlklingenden Menünamen tun natürlich ihr übriges.

Naftie hat auch weitere Sachen in der Produktpalette, so z.B. tolle Ölergänzungen, Kräutermischungen und tolle Leckerchen. Die Rezepturen für all diese Komponenten werden übrigens von einem Team entworfen, zu dem sowohl Tierheilpraktiker (mit angegliederter Tierheilpraxis) als auch Tierärztin gehören. Mehr zum Team und zu Naftie gibt es hier:

Was gefällt mir nicht an Naftie?

Hm … bis jetzt … nichts. Wie schon geschrieben, man kann darüber streiten, ob eine vegane Ernährung (siehe Naftie peace food) für einen Hund sinnvoll ist. Mittlerweile muss ich aber sagen (und ich beschäftige mich nicht erst seit gestern mit dem Thema Hundeernährung, sondern schon einige Jahre), ich würde eine vegane Ernährung einer Ernährung, welche überwiegend aus Fleisch aus Massentierhaltung besteht, vorziehen, wenn ich wählen müsste. Der Begriff artgerecht muss ja in beide Waagschalen geworfen werden, sowohl beim Nutz- als auch beim Haustier. Und ich hätte vor einigen Jahren nicht geglaubt, dass ich diesen Satz einmal irgendwann sagen, bzw. schreiben würde …

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Über Anke 124 Artikel
Hallo, ich bin Anke, zertifizierte Ernährungsberaterin für Hunde, Naturheilkundlerin und schreibe und berate hier vor allem rund um das Thema Ernährung von Hunden. Auf www.anke-jobi.de biete ich außerdem Online-Kurse für Hundehalter zur Hundeernährung an.

18 Kommentare

  1. Ein sehr interessantes Thema, das Du da angesprochen hast. Ich beschäftige mich schon lange gedanklich mit der Frage, wie Hunde wohl vor der Futtermittelindustrie gefüttert worden sind. Fleisch war für viele Menschen ein solches Luxusgut, das wurde also kaum den Hunden regelmäßig gegeben. Dein Artikel bringt da Licht ins Dunkel (an außereuropäische Hunde habe ich noch gar nicht gedacht!). Was mich allerdings immens stört: Dosen. Ich habe einen 43-kg Hund und einen Terrier mit 7-8 kg zu versorgen. Allein was die Fluse an Dosenmüll in einer Woche produzieren würde (er bräuchte 3 Dosen a 400 g am Tag…) geht auf keine Kuhhaut. Das kann ich schlicht mit meinem Gewissen nicht vereinbaren. Vom Preis einmal ganz abgesehen. Es ist halt leider wie so oft, dass man es nie richtig richtig machen kann :-/

    Liebe Grüße
    Susanne

    • Hallo liebe Susanne,

      ja, das verstehe ich, was du meinst. Ich füttere ja hauptsächlich frisch und habe lange auch viel in Barfshops bestellt, das war erst mal ein Müll und das gefiel mir auch gar nicht. Aber irgendwo muss ein Fertigfutter halt rein und einen Hund ausschließlich mit Trockenfutter ernähren geht für mich mal gar nicht. Man kann aber z.B. auch gut mischen (z. B. Dose und frisch) dann hat man nicht so viel Aufwand und nicht so viel Müll. Frischfütterung ist natürlich auch nicht so teuer, wie nur hochwertige Dose füttern. Aber bei den Dosen ist es halt einfach so dass Qualität ihren Preis hat. Also überleg dir doch mal, ob du mischen willst. Bei mir gibt es, wie schon geschrieben, hauptsächlich frisch und wenn ich mal faul bin, wir weg fahren oder so, gibt es Dose oder Gemüseflocken mit Fleisch, etc. Das klappt gut und ist nicht so teuer. Wenn man nicht so viel Fleisch braucht, kann man das z.B. beim guten Metzger besorgen, in Hofläden oder vielleicht auch mal was vom Jäger bekommen 😉 …

      Liebe Grüße
      Anke

  2. Ein schöner Artikel! Auch ich habe mir vor einiger Zeit Naftie Produkte zur Probe bestellt, leider sind wir bis jetzt noch nicht dazu gekommen, sie auszuprobieren. Ich freue mich, dass es Unternehmen gibt, die mit ihrem Hundefutter das Wohl aller Tiere mit einbeziehen. Und dass es Blogs und Experten gibt, die diese Haltung verbreiten. Sie ist ja derzeit gegen den Strich gebürstet und tut dringend Not. Wenn ich sehe, was in Barf Shops als „natürliches Futter“ angeboten wird, dreht sich mir oft der Magen um. Voller Stolz verbreiten Barfer, dass sie „keinen Müll“ füttern – und füttern Pansen von Stallrindern, die mit Medikamenten behandelt, mit Genmais und zweifelhaftem Kraftfutter ernährt wurden. Das ficht die selbsternannte Fütterungselite aber nicht an. Hauptsache Fleisch. Was an sogenannten Power-Mixen mit Euter, Hoden und Schilddrüsengewebe gesund und artgerecht sein soll, erschließt sich mir auch nicht. Aber hey, es ist billig. Ich füttere derzeit Bio-Rationen mit hohem Fleischanteil, weil mein Hund das so gut verträgt. Sollte ich mir das Biofleisch einmal nicht mehr leisten können, werde ich den pflanzlichen Anteil höher fahren. An der Qualität und der Achtung für die verfütterten Tiere will ich nie sparen müssen.

    • Hallo liebe Heidi,

      dann wird es aber Zeit, schließlich hast du den entscheidenden Hinweis geliefert und mich darauf aufmerksam gemacht 😀

      Ja, so wie du das schreibst mit Barfshops etc., so sehe ich das auch. Ich kann das auch nicht wirklich verstehen. Aber ich denke, es ist wie du sagst. Man muss darüber schreiben und reden, Denkanstöße geben. Dann ändert sich vielleicht irgendwann etwas, hoffe ich …

      Liebe Grüße
      Anke

    • Heidi, darf ich fragen, wo Du das Biofleisch beziehst? Bin immer sehr an Quellen interessiert. Ich versuche immer, Fleisch von Weidekühen zu beziehen bzw. auch mal Wild oder Fleisch von Tierarten, die eigentlich nicht in Massentierhaltung gehalten werden. Aber teilweise bekommt man in einigen Shops das Biofleisch nur in gewolfter Form oder es ist der „weiche“ Biostandard nach EU…

      Bei Naftie werde ich demnächst auch mal bestellen, es liest sich ja alles sehr gut. Wobei ich persönlich allerdings ein schlechtes Gefühl bei veganer Ernährung von Hunden habe. Ich barfe, gehöre aber nicht zu den Verbissenen, die nur die reine Lehre gelten lassen (davon ab, dass es ja verschiedene Barfkonzepte gibt) und es gibt auch mal was Gekochtes oder manchmal ’ne Dose, und es muss nicht immer 80 % Fleisch sein. Aber gar keins? Hm, das scheint mir doch sehr weit weg von einer artgerechten Ernährung.
      LG
      Katrin

  3. Hallo liebe Katrin,

    kennst du den Karnivor Barf-Shop? Da gibt es Fleisch aus artgerechter Tierhaltung. Ich habe da früher auch oft bestellt und war immer sehr zufrieden. Seit ich weniger Fleisch füttere, kann ich einen aehr großen Teil des Bedarfs über einen Hofladen/Bauernhof decken. Vielleicht habt ihr ja auch einen guten Metzger in der Nähe, da kann man auch mal fragen, ob sie Reste wie Pansen oder z.B. Kopffleisch für Hunde übrig haben und abgeben.

    Dass es verschiedene Barf-Konzepte gibt, ist mir neu, zumindest hier in Deutschland. Kannst du mir da Quellen/Angaben nennen?

    Zur veganen Ernährung, niemand sagt, das wäre eine artgerechte Ernährung. Aber stell dir vor, du hättest nur Fleisch zur Verfügung, das von gequälten Tieren stammt … was würdest du dann tun? Meine Hunde würde in so einem Fall kein Fleisch mehr bekommen, weil ich es absolut nicht vertretbar halte, das anzunehmen. Dann ist es aber gut zu wissen, dass man auch da weiter kommt. Das ist aber eine Angelegenheit, die jeder mit sich selber ausmachen muss. Und – wie ich im Artikel geschrieben habe, es geht um einen respektvollen Umgang mit den Tieren, die verfüttert werden. Weiß nicht mehr, wer war das noch, die sich bei einem Tier bedanken, das sie nährt …

    Liebe Grüße
    Anke

    • Liebe Anke,

      danke für den Tipp mit dem Karnivor Shop. Das ist tatsächlich mein Hauptlieferant, dann liege ich da ja schon mal ganz gut mit. Das ist beruhigend. Hier in der Gegend gibt es leider kaum noch Schlachter, einer nach dem anderen hat aufgegeben, muss ja alles billig, billig… Dabei wohne ich hier nicht in einem sog. „sozialen Brennpunkt“ oder so.
      Mit den Barf-Konzepten habe ich mich missverständlich/falsch ausgedrückt. Als ich anfing, mich ernsthaft damit zu beschäftigen, bin ich natürlich auf Swanie gestoßen, war aber auch in einigen Hundeforen, wo teilweise andere Varianten gepredigt wurden — das kann man wirklich predigen nennen, einige erinnerten in ihrer Vehemenz an religiöse Fanatiker, manchmal dachte ich, gut, dass die sich nicht persönlich mit einer Waffe in der Hand gegenüberstehen… Ich würde nie so auftreten, bin mir ja selbst nicht sicher, ob ich alles richtig mache, gebe mein Bestes, beobachte den Zustand meiner beiden, aber was für meine gut ist, muss für andere Hunde ja nicht unbedingt passen.
      Hoffentlich komme ich nicht in die Situation, entscheiden zu müssen, meinen Hunden Massentierhaltungsfleisch oder gar kein Fleisch zu füttern. Ich liebe meine beiden sehr und wenn ich Angst hätte, dass sie sonst Mangel hätten… Ich weiß es nicht. Ich bin jedenfalls bereit, lieber etwas mehr Geld auszugeben und zu hoffen, dass die Tiere ein gutes Leben hatten. (Ganz davon ab, dass dieses Industriefleisch, man kann es ja nicht anders nennen, auch nicht mehr wirklich gesund und natürlich sein kann.)
      Bei so was wie den Eintagesküken stellen sich mir die Nackenhaare auf. So was bestelle ich auch nicht.
      Es wird noch lange dauern, bis sich entscheidend was ändert, eigentlich ist hier die Politik viel mehr gefragt, denn auch, wenn immer mehr Menschen bewusst weniger oder sogar gar kein Fleisch mehr essen, bis das wirklich die kritische Masse ist, um große Veränderungen zu erreichen… Ein anderer Weg bleibt aber anscheinend nicht.
      Bin schon sehr auf meine erste Naftie-Lieferung gespannt.
      Liebe Grüße
      Katrin

      • Ja Katrin, du hast recht, eigentlich wäre die Politik gefragt, aber wie immer, wenn es um Geld geht … Deshalb müssen wir unsere Konsumentenstimme nutzen und ich finde, es hat sich durchaus schon eingiges getan. Natürlich passieren die Veränderungen für die Tiere, die leiden, viel zu langsam, aber sie passieren. Der Philosoph Richard David Precht meint sogar, die Veränderungen passieren, jedoch nicht, weil wir uns anstrengen, sondern weil die jetzige Tierhaltung einfach früher oder später nicht mehr zur modernen Gesellschaft passt. Hoffen wir mal, dass er recht hat 😀

        Liebe Grüße
        Anke

  4. Hallo Anke,

    ich bin froh diesen Artikel gelesen zu haben. Wie du ja weisst muss ich bei meiner Shaggy eine Diät füttern und bin völlig neu auf diesem Gebiet. Auf der Suche nach einem guten Barf-Shop ( ich wollte Onlinebestellung vermeiden, Thema Verpackung, Versand,etc.) habe ich drei Barf-Shops in der nahen Umgebung besucht. Als ich nachgefragt habe woher das Fleisch kommt, bekam ich immer dieselbe Antwort :aus Deutschland, Artgerechte Haltung ?Bio? Massentierhaltung ? Nicht quer durch Europa gefahren? Antwort: Keine. So hatte ich mir das nicht vorgestellt. Gut das ich jetzt höre das es auch “ Verkauf “ mit dem Gedanken der Verantwortung für alle gibt.Ich hatte schon Zweifel das richtig zu machen.
    LG Tina

    • Hallo liebe Tina,

      oh ja, das kenne ich auch, mit den Barfshops. Ich hab diese Fragen auch immer gestellt und i. d. R. wussten die gar nicht recht, wovon ich rede. Aber gut, sagen wir mal vor 6-7 Jahren ging es mir auch nicht anders. Und wenn immer mehr menschen diese Fragen stellen, werden sie gezwungen sein, darüber nachzudenken …

      Liebe Grüße
      Anke

  5. Hallo Katrin,
    ich kaufe hier. https://barf-bio-shop.de Ich habe mehrfach mit den Leuten dort gesprochen, auch mit dem Metzgermeister Herrn Buchheister, der hinter dem Shop steht. Ich vertraue ihnen sehr, das sind Überzeugungstäter, die auch ihre eigenen Hunde damit füttern. Deshalb habe ich auch mit Gewolftem kein Problem, für meinen Hund ist das auch ok. Wenn man größere Stücke mag, wird es in der Tat schwer, da hilft nur der Bio-Metzger vor Ort. Grünen Pansen o.ä. darf der aber nicht verkaufen, weil es nicht als Lebensmittel zugelassen ist. Hat mir meiner zumindest erklärt. In dem besagten Shop sind die Sachen aber nicht zu fein gewolft, der Pansen ist in meinen Augen perfekt. Ich kenne auch Gewolftes, das eher eine pürierte Konsistenz hat, das ist hier nicht so. Man kann alles ganz gut erkennen. Ich habe noch nirgendwo besseres Fleisch für den Hund gesehen, es ist nichts Minderwertiges oder für den Hund Nutzloses drin, es ist immer frisch und riecht auch für die Menschennase gut. In die Fertig-Barf-Menüs packt der Metzger Kräuter, die auch in die Wurst für den menschlichen Verzehr kommen, deswegen duftet das immer gut nach Majoran. Ich wüsste nicht, was ich ohne diesen Shop täte, die sind einfach nur gut.

    • Hallo Heidi,

      vielen Dank für die Info. Da habe ich sogar auch schon mal bestellt, bzw. hier in Hamburg gibt es einen Barf-Shop, der auch Produkte von BarfBio hat. Ich füttere auch immer mal wieder Gewolftes, finde es aber auch schön, wenn die Hunde mal einen richtig schönen „Fleischlappen“ bekommen. Ist aber für mich sehr schön zu wissen, dass Du BarfBio auf den Zahn gefühlt hast, dann mache ich da ja nichts verkehrt. 🙂

      Liebe Grüße
      Katrin

  6. Hallo Anke,
    wir haben jetzt mal „Fang Shui“ den Lachs mit Quinoa ausprobiert, der wirklich sehr gut aussah und roch. Panini hat ihn ziemlich gut vertragen, der Output war überraschend normal, was sonst bei hohem Kohlehydratanteil nicht unbedingt so ist. Eines hab ich aber bei Naftie nicht ganz verstanden. Da wird ja auch immer betont, dass keine synthetischen Vitamine enthalten sind, gleichzeitig wird aber empfohlen mit Nutri completti zu ergänzen – und da sind ja synthetische Zusatzstoffe drin. Das ist doch geschummelt, oder? Das Thema Vitamine und Mineralien ist etwas, was mich bei diesen „natürlichen“ Futtern immer umtreibt. Ist es nun ein Alleinfutter oder nicht? Muss man ergänzen oder nicht? Sind synthetische Vitamine ungünstig oder nicht? Und nochwas. Es gibt bei Nafti Futterdosen, die Leinöl enthalten. Das versteh ich einfach nicht. Leinöl darf doch gar nicht erhitzt werden. Wie kann denn ein Leinöl in der Dose überhaupt nützlich sein, das hoch erhitzt wurde und nun bei Zimmertemperatur monatelang haltbar sein soll? Vielleicht sind das ja mal Themen für Blogposts bei Dir, ich würde sie jedenfalls gern lesen. 🙂

    • Hallo liebe Heidi,
      sorry, hab deinen Kommentar zwar am WE kurz gelesen, dann aber vergessen, später zu antworten. Also … die Sache mit der Nährstoffversorgung ist keine ganz so einfache. Erst einmal ist es so, dass sich Alleinfutter eigentlich nur Futter nennen darf, indem ALLES drin ist, was der Hund benötigt. Insofern fallen sehr viele Futtersorten eigentlich durch das Raster. Aber immer mehr Menschen möchten lieber Futter geben, das nicht totgekocht wurde und mit synthetischen Nährstoffen vollgestopft ist, denn „natürlich“ ist natürlich am gesündesten. Man kann aber schlecht 20 Gemüsesorten, 10 Obstsorten, 8 Fleischsorten 5 verschiedene Sorten Kohlenhydrate, diverse Öle etc. in einer Dose unterbringen. Es ist also trotzdem so, dass auch in einer schonend hergestellten Dose nicht alle Nährstoffe drin sind, die der Hund benötigt. Aus diesem Grund müssen doch noch die ein oder andere Ergänzung her. Kundige Hundehalter ergänzen solche Dosen dann entsprechend (und wechseln die Sorten ab), die, die sich weniger auskennen und auch auf Nr. sicher gehen möchten, brauchen dann eine „fertige“ Ergänzung wie z.B. das Nutri Kompletti. Es ist aber trotzdem ein Vorteil, dass die Ergänzung mit den synthetischen Nährstoffen nicht in der Dose ist, weil man so ja die Wahl behält. Oder es kann sein, dass ein Hund wegen einer Erkrankung andere Ergänzungen benötigt, dann ist man flexibel. Und wie gesagt, wenn man sich ein wenig auskennt, kann man auf andere (natürliche) Ergänzungen zurückgreifen. Es ist sogar wichtig, dass es solche Ergänzungen im Angebot gibt und ein Hinweis dafür da ist, damit die unsicheren Hundehalter aufmerksam gemacht werden und eine einfache Variante zur Ergänzung haben. Zum Leinöl – ich hab mal geschaut, aber keine Dose mit Leinöl gefunden, nur mit Kokosöl und mit Leinölpresskuchen. So genau kann ich dir nicht sagen, wie das bei der Herstellung gehandhabt wird. Da ich aber recht großes Vertrauen zu den Leuten von Naftie habe, unterstelle ich mal, sie wissen, was sie da tun. Das ist für mich auch so ein Punkt. Ich brauche das Gefühl, dass die Hersteller die richtige Motivation für die Herstellung haben und das habe ich bei Naftie auf jeden Fall. Ich werde aber bei Gelegenheit mal nachfragen, wegen dem Leinöl und ich berichte dir dann auch 😀

      Liebe Grüße
      Anke

  7. Hallo Anke,
    danke für Deine Antwort! Naja, ich kenne mich ein bisschen aus. Aber trotzdem – wie viel von welchen Mineralien und Vitaminen da jetzt genau in der Dose sind und wie viele nicht – wer kann das denn wissen?? Ich vermisse bei den meisten Futter-Herstellern von zusatzfreiem Futter den Hinweis, dass man die Sorten am besten öfter wechselt, um ein breites Spektrum an Nährstoffen anzubieten. Naftie schreibt etwas blumig „Wir empfehlen eine abwechslungsreiche Ernährung …“ Das finde ich zu undeutlich. Denn da steht auch „Alleinfutter“ und man hat nun mal gelernt, dass in einem Alleinfutter alles drin sein muss. Demnach müsste ich ja auch beruhigt 2 Monate lang Rind füttern können und dann vielleicht mal wechseln. Oder morgens Trockenfutter und abends immer die gleiche Dose. Könnte man auch für „abwechslungsreich“ halten. Gleichzeit steht da „Wir empfehlen Nutri Completti …“ Ich finde, das verunsichert.
    Und was für mich nach wie vor nicht geklärt ist: Müssen es wirklich synthetische Vitamine sein? Oder könnte es auch eine vitaminreiche Mischung an Kräutern und Vitalstoffen sein, wie sie etwa Hirtengold anbietet? Ich gebe keine synthetischen Vitamine und isolierte Zusatzstoffe, mit Ausnahme der wenigen Trockenfutter-Bröckchen, die ich als Belohnung verwende, da ist was drin. Aber ich finde, der „Vitamindruck“, die Drohung, dass dem Hund etwas fehlt, wenn man darauf verzichtet ist groß. Bislang widerstehe ich, bei der Rohfütterung geht das (Biogemüse/-kräuter/-obst, viele Innereien, kein Kochen…). Ob ich es bei dauerhafter Dosenfütterung könnte – ich glaube, das würde mir schwer fallen.
    Mit dem Leinöl hast Du ganz recht, bei mir war das Browserfenster so, dass ein doofer Umbruch entstand und so stand da Bio-Leinöl (und „Presskuchen“ in der neuen Zeile, was ich glatt überlesen habe). Naftie ist also raus, sofern sich im Presskuchen das Öl irgendwie frisch hält bzw. die Erhitzung überlebt. Viele andere Hersteller haben aber tatsächlich reines Leinöl in der Dose, z.B. Terra Canis. Wie kann das denn gehen?
    Liebe Grüße
    Heidi

    • Hallo Heidi,
      nein, es müssen nicht unbedingt synthetische sein. Ist aber kompliziert, wenn man darauf verzichten will, man muss dann ein bisschen knowhow haben (damit meine ich jetzt die Hundehalter, die Hersteller sollten das natürlich eh haben 😀 ). Für viele Hundehalter (die Mehrzahl) ist das zu kompliziert und sie wünschen sich eine einfache Variante. Es wird halt auf der einen Seite sehr verkompliziert durch die Fachwelt, die schreit „Vorsicht Unterversorgung!!“, auf der anderen Seite ist der Trend der Natürlichkeit da und man muss aufpassen, dass man nicht tatsächlich Futter erwischt, wo wichtige Sachen fehlen. Fertigbarf ist auch so ein Thema, ist oft nicht alles drin und die Leute wissen das nicht. Eigentlich ist schon diese Sache mit dem „Alleinfuttermittel“ der Fehler im System. Dabei geht es ja aber um Gesetzesgrundlagen. Ich finde die Formulierung der abwechslungsreichen Fütterung eigentlich gut, weil sie den Grundgedanken aufgreift (eben so, wie wir Menschen das bei uns ja auch machen). Einem Hundehalter, der sich nicht auskennt und auch nicht allzu viel hantieren möchte, würde ich immer zu einer Ergänzung wie z. B. Nutri Kompletti raten. Wie schon gesagt, ist das dann immer noch besser als ein Futter mit allem drin, weil die Ergänzungen nicht im Futter „einbetoniert“ sind. Und ob die Nährwerte stimmen, kann man entweder bei Nafti oder anderen Ernährungsberatern nachrechnen lassen. Ich mache das in meinen Beratungen z.B. auch so. Viele Hundehalter wollen solche Ergänzungen und nutzen sie schon, ich rechne dann aber immer für den individuellen Hund nach, ob es passt. Das geht aber wiederum nur bei ordentlicher Deklaration der Ergänzung, womit wir dann wieder bei einem anderen Thema sind. Viele gängige Ergänzungen haben solche ordentlichen Deklarationen nicht (vor allem solche natürlichen Mischungen)und dann weiß man gar nicht wie viel wovon eigentlich drin ist. Großes Thema ist da z.B. Jod, gerade Jod ist kritisch bei Über- oder Unterversorgung und die allgemeine Formulierung „Seealgen“ ohne Angabe des prozentual enthaltenen Jods und der Menge der Seealge ist äußerst ungünstig. Hab schon erlebt, dass ein Hersteller mit seiner Dosierungsempfehlung dann die mehr als 10-fache Menge des Bedarfs empfohlen hat. Es ist ein kompliziertes Thema und viele Hersteller sind bemüht, das ordentlich zu lösen. Dabei kommt es aber auch auf die Hundehalter an, was die wollen. Oft ist es z.B. auch so, dass die Hunde schon so „versaut“ sind, durch diverse Behandlungen, schlechtes Futter, etc. dass man die mit verschiedenen Ergänzungen gar nicht richtig versorgt bekommt, weil sie vieles nicht mehr vertragen. Dann ist es ebenfalls gut, wenn man auf solche Komplettmischungen zurückgreifen kann. Du siehst, ich könnte einen Roman zu diesem Thema schreiben. Fakt ist, es ist sehr individuell, kommt immer darauf an, wo der Hundehalter steht, wie der Hund drauf ist, etc. Viele, die solche Dosen füttern, nutzen diese auch als Ergänzungen zur Frischfütterung (so wie ich 😀 ) und dann ist man eh im Thema und gibt eher natürliche Ergänzungen. Für mich kommt das Nutri Kompletti auch nicht in Frage, aber ich achte schon darauf, dass die Hunde alles bekommen und gebe auch schon mal Ergänzungen, wo zumindest ein Teil der Nährstoffe synthetisch ist, da ich auch nicht immer Lust habe auf dies und das und jenes zu achten. Ich nutze z.B. eine Ergänzung, die die Schwachstellen bei der Frischfütterung auffängt, eben Jod, sowie Zink, B12 und ein paar andere, dies teilweise über synthetische, teilweise über natürliche Nährstoffe. Der Nährstoff, der übrigens aus meiner Sicht am häufigsten vernachlässigt wird, ist Vitamin D. Hunde können das wenig bis gar nicht selber bilden. Wir Menschen können das, aber selbst wir haben häufig Mangelzustände (Winterdepression). Problematisch ist es deshalb, weil es kaum Nahrungsmittel gibt, die genügend davon enthalten.
      Es ist ein sehr komplexes Thema 😀 …

      Liebe Grüße
      Anke

  8. Liebe Anke,
    mir gefällt das Naftie-Konzept außerordentlich gut und so hab ich denn vor einiger Zeit ein Probepaket bestellt. Meine Hündin war auch sehr angetan von dem Futter. (Anderes hätte mich auch gewundert, heikel ist sie nicht.) Und dann die witzigen Namen – Oil you need, Carne Diem und so weiter. Alles sehr schön.
    Aber ehrlich gesagt, mit der Deklaration bin ich nicht so ganz zufrieden. 35% Fleisch steht da, und dann eine Liste von Gemüse und Obst als Zutaten ohne Prozentangaben.
    Das Wort „Fleisch“ allein sagt mir nicht so viel. Ist es Muskelfleisch, sind es Innereien? Und wenn ja, wie viel wovon?
    Vor vier Tagen hab ich diese Frage auf Nafties Facebookseite gestellt. Es war eine sehr freundliche Anfrage und ich hab auch betont, dass ich keine Sekunde lang glaube, dass irgend etwas Schlechtes drin ist im Futter. Es ist nur eben keine Deklaration, wie man sie doch von einem guten Hersteller erwartet.
    Anfragen werden dort bei fb nicht sofort angezeigt, sondern erst nach Prüfung. Offenbar fiel ich durch. Mein Text erschien nicht, und eine Antwort hab ich schon gar nicht erhalten.
    Ehrlich gesagt wirkt das auf mich etwas hochnäsig.
    Es wäre doch eine gute Gelegenheit gewesen, auch anderen Kunden einen Einblick zu gewähren.
    Rebecca von Les Wauz hat einen schönen Artikel darüber geschrieben, wie eine Deklaration sein sollte, und das hab ich mir gut gemerkt. Solche Grundsätze sollten doch eigentlich für alle gelten… dachte ich jedenfalls.
    Was Naftie angeht, da fragt niemand nach.
    Es kann natürlich sein, dass alle Leute etwas wissen, was ich nicht weiß. 🙂 Aber ich hab mir den Shop gut angeguckt und kann nichts finden, was meine Frage vielleicht schon im Voraus beantwortet hätte.
    Was denken denn unsere Expertinnen darüber? Ich selbst bin ja keine. Ich lerne immerzu von euch.

    • Hallo liebe Marlies,

      ich fange mal mittendrin an 😀 … Das mit dem Facebook-Kommentar verstehe ich nicht so wirklich. Zum einen wusste ich gar nicht, dass es so eine Funktion gibt, also dass man dort Kommentare moderieren kann. Ich habe ja auch schon seit Jahren Fanpages und bisher ist mir diese Funktion nicht untergekommen. Bist du sicher? Ich hatte bei Naftie auch einen Artikel (meinen) kommentiert und das ging ganz normal …

      Zu den Deklarationen … ja, ich verstehe deine Unsicherheit. Sie besteht auch nicht nur bei dir, sondern bei vielen anderen auch. Und du hast natürlich nicht unrecht, die Deklaration ist tatsächlich nicht so, wie sie sein sollte. Ich versuche mal, aus meiner Sicht zu erklären, warum das aber nicht schlimm ist. Die Deklaration ist wichtig, um herauszufinden, was im Futter enthalten ist. Leider wurde (oder wird) da viel Schmu gemacht, im Futter wurden und werden noch viele billige Rohstoffe untergebracht. Um dem einen Riegel vorzuschieben, ist die Deklaration so wichtig. Außerdem natürlich, um zu erkennen, ob alle wichtigen Nährstoffe enthalten sind. Würdest du für deinen Hund jetzt z.B. die Rationen frisch zubereiten, wäre für dich nicht wichtig, wieviel Möhren, Kartoffeln oder auch z.B. Fenchel im Futter ist, da diese zwar Nährstoffe liefern, jedoch nicht durch ihre Menge, sondern ihre Vielfalt relevant sind. Wichtig ist z.B. zu wissen, wie hoch der Fleischanteil ist, da man so erkennen kann, ob der tierische Proteingehalt adäquat ist. In einem Fall wie Naftie spielt der Vertrauensfaktor eine große Rolle (für mich persönlich ist das sowieso der wichtigste Punkt, ich kann mich mittlerweile überhaupt nicht mehr dazu überwinden, ein Futter z.B. beim Fressnapf zu kaufen). Ich würde dir raten, Naftie einmal direkt anzuschreiben. Nicht über Facebook, sondern in einer Mail. Oder du rufst an, das ist vielleicht noch besser. Das Fleisch ist aber doch näher beschrieben, bei Rind steht z.B. Muskelfleisch, Herz (ist wie Muskelfleisch) und Lunge. Ich stelle mir vor, dass es gerade bei hochwertigen Rohstoffen (Bio) nicht immer ganz leicht ist, alles in ausreichender Menge zur Verfügung zu haben, ist ja auch teuer. Und dann variiert man vielleicht mal, ob z.B. mehr Karotten oder Fenchel drin sind. Mit einer ganz offenen Deklaration ist man aber auf die Mengen festgetackert …

      Ich selber füttere meine Hunde weitestgehend frisch. Sie bekommen eine Mischung aus rohem Fleisch, Gemüse, Obst, Getreide aber auch Essensreste und ab und an mal Dose. Ich füttere oft auch einfach, was der Kühlschrank hergibt. Ob es jetzt mehr Möhren oder mehr Zucchini oder so sind, entscheidet mein Gemüsefach. Ich achte auf die Fleischmenge und auf die Gesamtmenge. Außerdem werte ich das Futter durch Ergänzungen auf, wie z.B. Gerstengraspulver, Kräuter oder auch Hanfsamen (alles sehr Nährstoffreich und vielfältig). Außerdem natürlich Öle für die essentiellen Fettsäuren. Worauf ich aber besonders achte, sind die Jodversorgung, Vitamin D und Calcium. Diese sind im „normalen“ Nahrungsmittel eher weniger enthalten und man muss sie entsprechend „im Auge haben“. So würde ich dir auch eine Dosenfütterung empfehlen. Achte darauf, dass keine Zusatzstoffe enthalten sind, füttere abwechslungsreich, gib mal nährstoffreiche Ergänzungen hinzu und ergänze Öle, Jod, Calcium und Vitamin D. Für eine solche Vorgehensweise eignet sich Naftie fast perfekt. Das einzige, was ich wirklich bemängeln würde, wäre der nicht exakt angegebene Anteil Algenkalk. Man kann mit der Deklaration nicht feststellen, ob der Calciumbedarf damit tatsächlich gedeckt wird (dafür wird der Albenkalk wohl sein).

      Und wenn du weitere Hilfe brauchst, schreib mir 😀

      Liebe Grüße
      Anke

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