Leinenrüpel – das Management

In der Artikelserie Anti-Leinenrüpel-Guide gehen wir das Problem der Leinenaggression bei Hunden mit einem ganzheitlichen Blick an. Vorbild für diesen ganzheitlichen Blick ist die Naturheilkunde.

Hund zieht an der Leine

Im 2. Teil der Artikelserie geht es um das Management des Hundes, der zum Leinenpöbler geworden ist.

Management??

Management bedeutet im Fall der Leinenaggression,  Möglichkeiten zu nutzen, um die angespannte Situation relativ einfach zu „ent“spannen. Dies kann sowohl für dich, als auch für deinen Hund und auch dein Umfeld den Stressfaktor mindern.

Je nach Schweregrad der Leinenaggression und natürlich auch je nach Größe und Gewicht des Hundes kann der Stressfaktor ziemlich hoch sein. Nicht umsonst gibt es Menschen, die sich mit ihrem Hund tatsächlich tagsüber nicht mehr auf die Straße trauen. Sie haben Angst, ja regelrecht Panik davor, einem fremden Hund zu begegnen.

Hinzu kommt natürlich, dass sich Hundehalter mit einem Leinenraudi nie wirklich sicher sind, ob nicht doch einmal etwas passiert. Was man sich ja auch unschwer vorstellen kann, wenn man z.B. einen 60 kg Hund vor Augen hat, wohlmöglich mit ganzen 50 weiblichen kg am anderen Ende der Leine. Ist der Leinenrüpel noch entsprechend „gut“ drauf, kann man sich leicht vorstellen, was da so alles passieren kann …

Wenn es richtig ernst ist …

Für manche Hunde kann so ein Management auch zum Lebensbegleiter werden. Wenn die Probleme nämlich so gravierend sind, dass keine Besserung in Sicht ist. Das kann z.B. bei einem Hund der Fall sein, der an einem Deprivationssyndrom leidet. Deprivationssyndrom ist der Fachbegriff für eine mangelhafte Prägung, welche zu starken, irreparablen Einschränkungen beim Hund geführt hat.

Hier kann es nur durch ganz konsequentes Training zur Besserung der Situation kommen. Viele dieser Hunde entwickeln auch eine Leinenaggression, häufig auch bei Begegnungen mit Menschen, Kindern, Leuten mit Hüten, anderen Tieren, ja sogar Gegenständen. Da ist so ein Management besonders auch für die Umwelt wichtig. Vor allem, wenn das Training einfach keinen richtigen Erfolg zeigen will, weil eine Generalisierung sich sehr schwierig gestaltet. Mehr zum Deprivationssyndrom, auch Hospitalismus genannt, kannst du HIER erfahren.

Technik 1

Jeder Hundehalter kennt die Zugwirkung nach vorne, die entsteht, wenn ein Hund an der Leine einen Satz vorwärts macht. Da die Kraft in die Arme geht, wird man mit dem Oberkörper zuerst nach vorne gezogen und muss eventuell sogar aufpassen, dass man auf den Füßen bleibt. Das macht es natürlich noch schwieriger, den Hund zu halten. Noch besser funktioniert das sogar, wenn der Hund ein Geschirr an hat. Das ist dann so, als wäre er vor einen Wagen gespannt. Frauchen lässt sich herrlich durch die Gegend ziehen.

Das lässt sich ändern!

Ja, und zwar mit einem ganz einfachen, simplen Trick. Dieser Trick sorgt dafür dass a) der Hund nicht mehr wild nach vorne ziehen kann, b) der Halter bessere Kontrolle über die Situation und den Hund hat und c) der Halter standfester bleibt, da das Gewicht des Hundes anders auf ihn einwirkt.

Benötigte Utensilien

Das hört sich gut an und du bist neugierig, was für ein Trick das sein soll? Ich kann dir jetzt schon sagen, du wirst dich wundern, wie einfach der Trick ist. Du brauchst dafür:

Utensilien
Ganz wichtig ist, dass die Leine an jedem Ende einen Karabiner hat. Dafür kannst du z.B. die Nobby Hundeleine nehmen. Welches Geschirr und welches Halsband du nutzt, bleibt dir überlassen. Der Trick setzt sich aus zwei Maßnahmen zusammen:

1. Die Leine wird mit dem einen Karabiner am Halsband befestigt und mit dem anderen am Geschirr. Nun verteilt sich der „Zugriff“ auf den Hund quasi auf zwei Stellen, den Hals und den Rücken.

2. Die Leine führst du nun hinter deinem Körper lang, so dass du nicht mehr nach vorne gezogen wirst, wenn dein Hund in die Leine geht, sondern den Stoß mit den Beinen abfangen kannst.

Das ganze sieht dann so aus:

Führtaktik

Am besten probierst du die neue „Führtechnik“ erst einmal in Ruhe in eurem Garten aus, damit du ein Gefühl dafür entwickelst. Wenn du dich daran gewöhnt hast, wirst du dich wundern, wie leicht dein Hund so zu führen ist.

Natürlich musst du beim Gassi gehen jetzt nicht ständig so durch die Gegend laufen. Aber du kannst z. B. „umstellen“, bevor du auf unübersichtliche Stellen/Kurven zuläufst, oder wenn du Strecken läufst, wo du oft andere Hunde triffst.

Du wirst übrigens auch merken, dadurch, dass dein Hund jetzt nicht mehr VOR dir an der Leine läuft, sondern NEBEN dir, kannst du beim pöbeln ganz anders Einfluss nehmen. So kannst du deinen Hund z.B. mit dem Bein leicht zur Seite schieben, weg von der Blickrichtung fremder Hund.

Am besten funktioniert diese Technik, wenn du beide Hände dafür benutzt.

ACHTUNG: Bei schwergewichtigen Leinenpöblern sollte man Konfrontationen vermeiden. Das ist nicht nur Management, sondern verantwortungsvolles und vorausschauendes Handeln! Hier kann auch eine solche Technik nicht weiter helfen! Hier geht es darum, auf der sicheren Seite zu sein. Wenn die Situationen z.B. aufgrund des Hundegewichtes unkontrollierbar sind, rate ich dir IMMER zu Technik Nr. 3!

Technik 2

Für Hunde ist es ein unnatürliches Verhalten geradewegs aufeinander zuzulaufen. Das gilt gemeinhin als unhöflich unter Hunden und kann sogar als Bedrohung angesehen werden. Auch hier lässt sich sehr leicht Abhilfe schaffen und bei dem ein oder anderen Leinenraudi hat sich das Problem der Leinenaggression damit vielleicht sogar schon erledigt. Deshalb:

Gehe einen Bogen

Bogenlaufen
Achte dabei darauf, dass dein Hund auf deiner dem fremden Hund abgewandten Seite geht. So bringst du durch deinen Körper noch einmal eine Menge Distanz zwischen deinen Hund und den fremden Hund. Wenn du genügend Platz hast, mach ruhig einen großen Bogen. Jedes mal, wenn dein Hund ruhig bleibt, ist das ein Erfolgserlebnis!

Technik 3 (rien ne va plus)

Manchmal gibt es Situationen, in die möchte man eigentlich nicht kommen. Man hat schon vorher dieses Gefühl. „DAS geht gar nicht!“ Wenn du also das Gefühl hast, nichts geht mehr, „rien ne va plus“ auf französisch 😀 … Dann geh auch nicht. Geh nicht weiter, dreh dich auf dem Absatz um und wechsel die Richtung.

Niemand zwingt dich, in die Situation rein zu gehen. Im Gegenteil. Am Ende der Artikelserie, also im letzten Artikel, wirst du etwas wichtiges lernen. Eine Kleinigkeit verrate ich dir jetzt schon: Ab dem Zeitpunkt, ab dem du ernsthaft an der Leinenaggression deines Hundes arbeitest, sollte es möglichst zu keiner „Explosion“ deines Hundes mehr kommen.

Wenn du also schon vorher weißt, das wird jetzt gleich ein riesen Theater geben, lege den Rückwärtsgang ein. Drehe dich einfach ganz souverän um, nimm deinen Hund mit (das funktioniert mit der neuen Leinentechnik super, wenn du dich in die Richtung deines Hundes drehst und ihn so mit „schiebst“) und geht den Weg zurück, den ihr gekommen seit. Mach dir keine Gedanken darum, was „die Leute denken“. DU musst mit deinem Hund klar kommen, nicht DIE LEUTE.

Im 3. Teil der Artikel-Serie werfen wir einen Blick auf das andere Ende der Leine, also auf dich.

Dieser Artikel ist Teil der Artikel-Serie “Anti-Leinenrüpel-Guide”.

Das Teilen meiner Artikel auf sozialen Medien wie z. B. Facebook sowie auch das Verlinken zu meinen Artikeln ist jederzeit erlaubt, ohne dass dafür meine Genehmigung eingeholt werden muss. Vervielfältigungen oder Nachveröffentlichungen z.B. auf anderen Internetseiten oder auch in gedruckter Form dürfen nur mit meiner schriftlichen Genehmigung erfolgen.

Hinweis zu den Texten

Hinweis

Du möchtest einen Kommentar hinterlassen?

Die Kommentare auf dieser Seite werden moderiert und müssen von mir zur Veröffentlichung freigeschaltet werden. Die Freischaltung erfolgt i. d. R innerhalb von 24 Stunden. Bitte sei freundlich, auch wenn du Kritik äußern möchtest. Ich freue mich auf deine Meinung!
Über Anke 124 Artikel
Hallo, ich bin Anke, zertifizierte Ernährungsberaterin für Hunde, Naturheilkundlerin und schreibe und berate hier vor allem rund um das Thema Ernährung von Hunden. Auf www.anke-jobi.de biete ich außerdem Online-Kurse für Hundehalter zur Hundeernährung an.

22 Kommentare

  1. Guten Morgen! Ganz ehrlich? Die empfohlene Leinenführtechnik, die Leine hinter sich zu führen ist GERADE bei einem 60kg Hund, der vielleicht auch noch masiv nach vorne pöbelt nicht nur nicht umsetzbar, sondern auch noch gefährlich: der Zug verdreht die Arme, der ganze Körper wird von der Situation weggedreht und man hat KEINERLEI Möglichkeit mehr, den Hund zu kontrollieren. Ich führe einen 45kg CaneCorso – ein Hund mit einer Beschleunigung wie ein Porsche und einer Massivität einer Dampflok und mit Depriviationsschaden ein Leinenmassivpöbler. Und ich setze meinem Hund fast das doppelte Standgewicht entgegen. Die vorgeschlagene Leinen“haltung“ würde mir den Arm auskugeln und mich – und meinen Hund – in eine wirklich gefährliche Situation bringen. GERADE für schwere Hunde ist diese Leinenführung leider wirklich in keiner Weise zu empfehlen. Sorry.

    • Hallo Vanessa,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Ich verstehe deinen Einwand (allerdings musste ich erst überlegen, was du mit Arm auskugeln, bzw. verdrehen meinst). Ich habe diese Technik selber vor vielen Jahren von einem Hundetrainer gelernt (der selber eine Deprivationshund von etwa (geschätzt) 50 kg hatte) und selber bis etwa 40 kg praktiziert. Du musst beide Hände einsetzen, nicht nur eine. Damit hälst du das Gewicht mit beiden Händen UND deinem Körper, statt nur mit einem Arm. Um ein Gefühl dafür zu bekommen habe ich extra empfohlen, das ganze erst einmal im Garten (oder einem ruhigen Platz) auszuprobieren. Wenn du beide Hände mit festem Griff einsetzt, kannst du nichts verdrehen. Probier es einmal so: leine deinen Hund an, wie ich es beschrieben habe. Stelle dich gerade hin, die Leine ist hinter deinem Körper. Nun packst du mit der einen Hand das Ende der Leine fest (Hand durch die Schlaufe führen und die beiden Enden umfassen). Mit der anderen Hand packst du auf der anderen Körperseite ebenfalls „beide“ Leinen. Wenn man etwas Übung hat, kann man auch durch Verschiebung der Leinenenden den Halt entweder auf den oberen oder unteren Körperbereich des Hundes konzentrieren. Überleg mal, was passiert wenn die 60 kg an einem Arm gezogen nach vorne schießen? Du kannst loslassen oder auf die Nase fallen, weil alles was du zum halten einsetzt, der eine Arm ist. Mit der „ganz-Körper-Technik“ hast du deinen ganzen Körper zur Verfügung.

      Noch eine Anmerkung: meine persönliche Meinung ist, wenn ich einen Hund habe, der 60 kg wiegt und total ausflippt bei Begegnungen, vermeide ich diese Begegnungen, wenn ich nicht mich selber und andere in Gefahr bringen möchte. Da ist nicht nur Mangement gefragt, sondern vor allem vorausschauendes und verantwortungsvolles Handeln.

      Ich selber war damals sehr, sehr froh über diesen Tipp und bin es noch. Im Extremfall kann ich einen Pöbler mit dieser Technik auf engen Strecken sogar relativ dicht an einem fremden Hund vorbei führen.

      Probier doch einfach mal und schau, wie es sich anfühlt …

      PS. Ich habe für die schwergewichtigen Hunde noch eine kleine Erweiterung im Text eingefügt.

      Liebe Grüße
      Anke

      • Liebe Anke,

        vielen Dank für Deine Antwort (ehrlich!)!

        Aber ich bleibe dabei – und habe es in anderthalb Jahren einen Leinenmassivpöbler führend, viele Male so oder so – oder auch mal so und auf Empfehlung auch so mal ausprobiert. Deine vorgeschlagene Variante ist in meinen Augen nichts für Schwergewichte, die eine extreme Beschleunigung an den Tag legen können (für den Gemüts-Berner Sennen mag’s anders sein). Ich kann meinen Körper gegen das Startgewicht (in der pro cane-Leinenmanufaktur in Stuttgart-Sillenbuch wird im Minimum mit dem 2,5fachen gerechnet), das meine Hündin aufbringt, gar nicht so entgegenstellen – sie reisst mich dann entweder im Kreisel oder einfach um. Damit will ich sagen, ich gebe einen solchen Kommentar nicht ab ohne probiert zu haben und zu wissen, wie es sich anfühlt (nämlich „aua!“). Und bei meiner „Maus“ gehören für mich IMMER zwei Hände an die Leine. 😉
        Und ich bin bei Dir, dass man mit massivpöbelnden Schwergewichten eher ein einsamer Spaziergänger sein sollte – so do I. Aber die freilaufenden Tutnixe der sich schnellnähernden Jogger oder der Jack Russel-Pinscher-Mix, der unangeleint in der Stadt plötzlich aus irgendeiner Ladentür schiesst sind eben NICHT vorausschauend verantwortungsvoll einplanbar. Und es gibt Lebensumstände, da lässt sich weder als Einsiedler noch ohne jeden Stadtkontakt leben.
        Es war ja auch nur eine Anmerkung einer Leserin, die in ihren eigenen Erfahrungen andere Beobachtungen hat machen müssen. Nicht jede Variante ist für jede Situation ein Allheilmittel.

        Viele Grüsse
        Vanessa

        PS: Achja, die 2-Karabiner-Variante funktioniert natürlich hervorragend. Allerdings als kleine hervorragende Pimpung habe ich für meine „Maus“ ein Sicherheitsgeschirr entdeckt, dass hinten auf dem dritten Gurt und ebenso auf der Brust vorne einen Ring zum Einhalen hat. Damit kann ich meinen pöbelnden Hund nicht nur hervorragend halten (mit zwei Händen), sondern auch noch zu mir umlenken. UND – als bestes Bonbon, ich riskiere keinen Halswirbelschaden mit einem Halsband. Gut gell?

        • Hallo Vanessa,

          ja, alles sehr individuell und des einen „Lösung“ ist noch lange nicht die des anderen. Das ist so und natürlich nicht nur bei Hunden, sondern allgemein gültig. Ich freue mich auf jeden Fall für dich, dass du eine praktikable Lösung gefunden hast! Ich habe meinem Hund damals beigebracht, vor unübersichtlichen Stellen sitzen zu bleiben, so dass ich allein vorgehen und schauen konnte. Es ist ja auch so, bei solchen Problemen kann man sich viel Rat und Denkanstöße holen. Aber ein Patentrezept gibt es nicht und am Ende muss jeder diesen, seinen Weg alleine gehen …

          Alles Gute für euch, weiterhin …

          Liebe Grüße
          Anke

    • Hallo Anke also Leinenrüpel hab ich nicht. aber ein grosses Problem! ! hundetrainer haben mir nur quatsch erzählt. ich habe drei gaaanz liebe labis. Zwillinge 6 Jahre reden kastriert. Hündin 9 Jahre auch kastriert. diese will ich mal ausklammern beim problem. sie läuft immer ganz in der nähe bei mir. Leine kennt sie nur wenn wir mal wo fremd sind. aber die reden : sie laufen ca 20 m vor Kuchen sich aber um wo ich bin u dann weiter. rufe ich kommen sie auch zurück. ich will gern das sie bei Fuß laufen !! zum einen zum anderen wenn sie an der Leine laufen gehen sie auch nicht bei Fuß u ziehen etwas. wie kann ich das effektiv ändern?? übrigens : alleine jeder für sich läuft super bei Fuß an der Leine u auch ohne. kann ich Hilfe erwarten? lg ilona

      • Hallo Ilona,

        ich nehme an, du hast das mit dem Handy geschrieben, da ich nicht alles verstehe, was du schreibst. Wie ich schon zum anderen Kommentar von dir geschrieben habe, drei Hunde ist ja nicht ohne! Man kann auch nur ganz schlecht – eigentlich gar nicht – mit mehreren Hunden gleichzeitig trainieren. Ich bin ja auch keine Hundetrainerin, insofern für die Frage nach einer Möglichkeit, drei Hunden die Leinenführigkeit beizubringen, vielleicht nicht der richtige Ansprechpartner. Ich versuche es aber … Mit einem Rudel ist das auch immer ganz etwas anderes, als mit einem einzelnen Hund. Und die Hunde stecken sich auch gerne gegenseitig an (einer zieht, alle ziehen). Ich würde dir empfehlen, es mal mit blocken zu probieren. Sobald ein Hund nach vorne zieht, gehst du vor ihn und schiebst ihn mit deinem Körper dorthin zurück, wo er sich befinden soll. Bei ein oder zwei Hunden kann es außerdem hilfreich sein, die Leine nicht vor sondern hinter dem Körper zu führen, bei drei wird das natürlich schwierig (Leinensalat). Ich lege mir die Leine von meiner größeren Hündin auch gerne über die Schulter, dann geht sie automatisch da, wo sie gehen soll. Also der Hund rechts seitlich neben mir, die Leine vom Hund aus hinter meinem Rücken hoch über die Schulter. Die Schlaufe hängt über die Schulter nach vorne runter und ich kann sie mit der linken Hand gut halten (zusammen mit der Leine von dem Hund, der links neben mir geht). Ansosnten kann ich dir nur raten, das Kommando „Fuss“ mit jedem Hund einzeln zu üben und so zu festigen …

        Liebe Grüße
        Anke

  2. Plane für den Bogen mindestens 8 m ein (handelsübliche Schlepp- und Flexileinenlänge) und stelle dich auf mögliche Verfolger ein…

    Aus dem Erfahrungsschatz plaudernd

    Andrea mit Pinschpöbler Linda – chrzchrzchrz

      • Verfolger 🙂 Leichteste Übung.

        Ich übe ja fleißig bögeln mit Shiva. Wir laufen also in weitem Bogen über die Wiese, Shiva links von mir (Hund abgewandte Seite) und die Schleppleine kurz genommen. Sie ist ruhig und guckt nicht mal zu den anderen Hunden. Ich war so stolz. Die Entgegenkommenden, waren ein Herrchen und ein Frauchen, sowie zwei Golden Retriever. Beide am Halsband gefasst und seeeeehr weit in unsere Richtung tendierend. Wir waren vorbei, ich lass Shivas Leine locker, aber nicht los. Sie läuft ein Stück vor mich, da hör ich hinter mir Geschrei – ich dreh mich um und seh die beiden Goldies im Schweinsgalopp auf mich zurennen. Ich hab mich aufgebaut und die beiden so angebrüllt, dass sie vor Schreck abgebremst haben und Shiva hinter mir in Deckung ging. Die zwei haben auch sofort abgebremst als ich sie angeschrien hab. Das Herrchen war schwer beeindruckt von der Reaktion, hat sich wortreich entschuldigt und ich war 2 Tage heiser. 🙂

        • Toll!! Mutige Frau 😀 Die Reaktion muss man erst mal drauf haben, die meisten sind dann nämlich erst mal baff (was man ja auch verstehen kann). Wenn sie dann aufwachen, ist das Übel schon im Gang. Und dann fängt man leider von vorne an, weil der Hund wieder ein tolles Erlebnis hatte. In meiner schlimmen Zeit habe ich einen „Röntgenblick“ entwickelt für alles, was sich um mich rum bewegt. Sehr schön sind ja auch Biker, die sich mucksmäuschenstill, aber in einem „Affenzahn“ von hinten nähern. Für die habe ich einen 6. Sinn entwickelt 😀

      • Da kann/muss ich Andrea nur zustimmen. „Bleiben Sie doch hier, sie brauchen doch keine Angst vor meinem Hund haben“. Originalton einer Hundehalterin mit einer „handvoll“ Hund – ich habe einen 45 kg Briard 😉

        • Achja, jetzt weiß ich, was sie meint … Verfolger … ja, es gibt sie halt immer mal wieder, die Leute, die nichts damit anfangen können, wenn ein HuHa sich so verhält. Aber ich finde, davon sollte man sich nicht irritieren lassen 😀 … Die vorgeschlagene Vorgehensweise ist ja auch nur als Übergangslösung gedacht, damit es etwas einfacher wird. Wenn man ernsthaft an dem „Problem“ arbeiten möchte, kommt natürlich noch einiges anderes hinterher. Seinem eigenen Hund kann man mit dem Bogenlaufen auf jeden Fall einen großen Gefallen tun. Ich würde sowieso zu größeren Bögen raten. Hunde haben ja eine Individualdistanz. Heißt, wenn man diese überschreitet, würde er ruhig bleiben. Unterschreitet man diese, regt er sich auf. Diese Individualdistanz muss man heraus finden, dazu kommt in späteren Beiträgen natürlich noch mehr 😉 …

          Also, keine Angst vor Verfolgern 😀

          Liebe Grüße
          Anke

  3. Hallo Anke,

    danke für den 1. Tip mit dem „doppelten“ anhängen. Unsere Dackel sind zwar nur in der 10 kg – Gewichtsklasse, aber agil und blitzartig nach vorne stürmend kann auch das u. U. schon reichen. Auch wenn die Halsmuskulatur recht stark ist, halte ich das vorgeschlagene Vorgehen doch insgesamt für schonender.

    Der Bogen aus Tip 2 ist für uns leider nicht praktikabel, da schon das reine erspähen des „Feindes“ reicht für ein Theater.

    Tip 3 kann ich so unterschreiben. Mit Glück hat der Racker nix mitbekommen und ich bin aus der Situation rausgekommen.

    Ich hoffe, ich greife da nicht vor:
    Wir haben zwei Dackel a´ ca. 10 kg, welche ich morgens bevorzugt zusammen ausführe (mittags + abends gehen meine Frau und ich jeweils getrennt Gassi). Wir verwenden eine 2,60 m Hunterleine mit zwei Karabinern.

    Im Moment halte ich die Rackern bei unklaren Situationen vor mir, einen links einen rechts. Sollte ich die Leine dauerhaft hinter mir führen? Mir kommt das bei zwei Dackeln gleichzeitig ein wenig „kurz“ vor….

    LG
    Alex

    • Hallo Alex,

      Dackel – bei uns in der Nachbarschaft wohnt ein Ehepaar, die haben so um die 8 Stück davon. Ja, echt! Und nein, nicht weil sie Nachwuchs bekommen haben, sondern immer 😀 …Dackel sind ihre Leidenschaft. Einer davon hat es sogar zu Berühmtheit gebracht, er wurde nämlich auf dem „Dackelkissen“ des berühmt/berüchtigten Hausmeister Krause (Alles für den Dackel!) verewigt. Quasi vor unserer Haustür führt ein Waldweg lang, der von dem Dackelrudel gerne genutzt wird. Und wenn die im Wald Fremdhundebegegnungen haben, dann hören wir das hier … 8 Dackel legen dann los 😀 Jedenfalls sind Dackel auch „ausgezeichnet bei Leistungen über der Erde, wie im spurlauten Jagen“, so steht es in der Rassenbeschreibung des VDH, das Bellen ist also in ihren Genen gut gefestigt. Von daher brauchst du dir eigentlich gar nicht sooo viele Sorgen machen.

      Zwei Hunde zu führen ist natürlich nicht immer einfach. Zumal wenn beide „Arbeitsbedarf“ haben. Dass ihr Nachmittags / Abends getrennt geht, ist sicher eine gute Idee. So kann jeder der beiden individuelle Betreuung genießen. Eigentlich geht das anders auch gar nicht, wenn man an Problemen arbeitet. An deiner Stelle würde ich versuchen, wenn du mit beiden alleine unterwegs bist, Hundebegegnungen zu vermeiden. Die Einzelrunden könnt ihr dann für das Arbeiten nutzen, wobei ich darauf achten würde, dass ihr entweder sehr gleich mit den Hunden arbeitet, oder aber jeder „seinen“ Hund zugeteilt hat, mit dem er immer arbeitet. Ich könnte jetzt noch viel mehr schreiben, aber dann würde ICH vorgreifen (du hast nicht vorgegriffen) und das würde nur für Verwirrung sorgen …

      Deshalb höre ich jetzt hier auf und sage Tschüss …
      Liebe Grüße
      Anke

  4. Entschuldigt, ich habe in meinem letzten Kommentar noch vergessen:

    Wie Anke richtig ausführt… konzentriert Euch auf EUCH und Euren Hund, nicht auf Leute außenrum. Es ist völlig egal, was die denken oder reden… bei allem was Ihr tut!

    Keiner kennt Eure Situation und die mögliche Vorgeschichte.

    Diejenigen, welche Euch eventuell besser kennen – und offen und ehrlich zu Euch sind – werden Euch über kurz oder lang auch ein Feedback über die Verbesserungen geben, z. B. Nachbarn.

    Keep on training!

    • Da hast du Recht. Und vor allem, trainiert, wenn ihr die Zeit habt und wenn ihr in der Stimmung seid. Ansonsten meidet einfach Begegnungen. ich geh gerne mal abgelegene Wege, wenn ich meinen Gedanken nachhängen will oder eben einfach mies drauf bin und eher einen fröhlichen Hund als einen angespannten Hund haben will. Also geh ich da abseits der üblichen Wege und kann die Zeit herrlich genießen. Wenn ich gut drauf bin, arbeiten wir konsequent an Begegnungen und Problemchen. (Radfahrer, Traktoren, Kinder, andere Hunde, Menschen mit Schirm)

      • Au ja, das mit der persönlichen Stimmung ist ein wertvoller Einwand! Ich bekomme da lauden Feedback von meinen Dackeln. Bin ich mal nicht so gut drauf, sind die beiden recht hibbelig… und umgekehrt. Ich sag´ nur „Wusa!“ (aus: Die Wutprobe mit Adam Sandler und Jack Nicholson) 🙂

        Gestern haben wir Begegnungen mit Kindern geübt, wir haben ein Eckhaus mit Garten.

        Die Situation war ideal. Wir waren zu dritt im Garten und die Nachbarskinder fragten so schön, ob ich Paul und Kalle nicht mal durch unseren Hundetunnel schicken kann.

        Gesagt, getan, Dackels haben ihr Leckerlie kassiert und die Kinder waren begeistert. Sie haben neugierig nachgefragt, auch warum unsere Hunde nicht mehr so bellen usw. Daraus entstand eine tolle Unterhaltung und es gab von mir ein paar Tipps z. B. leise mit den Dackeln zu sprechen und nicht so schnell mit dem Tretroller vorbeizufahren oder gar zu schreien…. zumindest bis sie sich daran gewöhnt haben.

        Einen kleinen Rückschritt gab es zwar (sind ein paar Meter am Zaun entlang gerannt, was die Racker gleich als Jagdaufforderung verstanden). Am Ende hatten wir aber entspannte Kinder, Dackel und Herrchen, welche Trockenfutter von Herrchen an die Kids und diese dann ordentlich über Dackels zum auffangen fallen liesen. Am schööönsten fand ich, als die Kids ein paar aussen liegende Grashalme (die schmecken so toll) vorsichtig durch den Zaun zu Paul und Kalle gedrückt haben.

        Kurz danach waren die Kids weg und ein mit Müllsack „bewaffneter“ Nachbar lief am Haus entlang und hat leise gegrüßt…. und nix ist passiert. Alle entspannt, es gab Lob von Herrchen und wir sind bilderbuchmäßig durch die Terassentür wieder rein.

        🙂 🙂 🙂

  5. Liebe Anke

    für meine Hündin ist Dein Ratschlag mit Geschirr und Halsband sehr praktikabel.

    Folgende Erfahrungs-Geschichte dazu.

    Die Twins-Leine, wie ich sie nenne, habe ich einfach ausprobieren wollen um mehr Kontrolle beim Spaziergang zu haben.

    Mein Hund ist 18 Monate alt, bis vor mehr als 4 Wochen habe ich laufen lassen wie es wollte, Leinenziehen, Richtungswechsel, alles Inklusive. Wie beim Thomas Cook Urlaub.
    Dann kam Tag X: meine Kleine Flitzemaus (Mischling kleiner Münsterländer mit Border Collie und Labrador – als 100%-iges Powerpaket) war freilaufend und spielte mit zwei bekannten Hunde, als jemand mit Welpe vorbei kam. Ich dachte sie geht nur hin und schnuppert, der Welpe befreit sich auf einmal vom Halsband und oppppps, die Verfolgung fängt an. Welpe vorne, meine hinten, über die Strasse (gottseidank verkehrsruhiger – Herzattacke inklusive). Welpe ist schlau und parkt sich vor Haustür, meine schnuppert ganz normal im Garten, weil sie auch gar nicht aggressiv ist.

    Ergebnis ist: super. Auch „nur“ zu 90%, damit bin ich aber nach 4 Wochen und wissend, dass es auch verschiedene Tagesformen – sowohl bei ihr als auch bei mir gibt – super zufrieden.
    Mir fiel auf dass ich beim abendlichen SPaziergang immer ein schlechtes Gewissen hatte, weil sie nicht mehr wie letztes Jahr den vollen Auslauf von der Hundetagesstätte hat, und sie daher sich auch mal danaben benehmen konnte.

    Mit der Twins-Leine führe ICH den Hund spazieren und nicht umgekehrt.
    Wir trainieren entspannt an jedem Bordstein vor der Strasse sitzen, wir üben das Stop-Kommando und sie flippt nicht mehr so aus wenn wir einen anderen Hund begegnen.
    Die Twins-Leine hilft mir dabei ihr den physischen Anstoss zu geben z.B. beim Sitz-Kommando, wobei sie es meist auch schon alleine macht. Manchmal braucht sie einen Gedächtnisstütze.
    Wenn wir andere Hunde begegnen, beschließe ich wo wir halt machen oder wo nicht. Nicht jeder Hund ist gut gesinnt, erzogen etc. und obwohl ich alle Hunde liebe, muss ich nicht bei jedem halt machen. Dass ich nun mit der Leine arbeiten kann, hilft mir sehr sie besser zu kontrollieren und leiten.

    Jedenfalls vielen Dank für die sehr interessanten Beiträge, ich nehme persönlich viel mit und selbst wenn etwas nicht auf meine Maus zutrifft, gehe ich gedanklich durch, Nachdenken wird angeregt und man ändert auch mal Verhalten oder testet etwas neues aus.

    Danke und LG

    • Hallo liebe Maggie,

      daneschön für dein tolles feedback, ich freue mich, dass du aus meiner Artikelserie etwas mitnehmen kannst. Genau dafür habe ich gehofft, sie zu schreiben. Klar ist nicht alles für jeden was. Aber wenn Teilsegmente nützlich sind, super! Auch dass du zumindest über alles nachdenkst und das für dich richtige dann rausziehen kannst, finde ich klasse. Genau so mache ich das auch immer.

      Ich drück die Daumen, dass ihr auch weiterhin Fortschritte macht und freue mich, wenn ich dir mit meinen Artikeln dabei helfen kann 😀

      Liebe Grüße
      Anke

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*