Meine Last Minute Ernährungstipps für ein entspanntes Silvester

Keine zwei Wochen mehr und Silvester steht mal wieder an. Was für viele Grund zur Freude und zum Feiern ist, stellt für so manchen Hundehalter ein Problem dar. Viele Hunde fürchten sich, wenn draußen die Knallerei losgeht. Dazu sei zunächst gesagt, dass man dem Hund durchaus zugestehen sollte, auf kriegsähnlichen Lärm mit Unsicherheit, Irritation oder gar Angst zu reagieren. Wir wissen, warum es draußen kracht und knallt, unsere Hunde wissen das nicht.

Bevor wir zu den Ernährungstipps kommen, möchte ich auch kurz auf das Verhalten der Menschen eingehen. Das wird ja auch oft diskutiert. Soll man den Hund „trösten“? Soll man das ängstliche Verhalten ignorieren? Wie kann man dem Hund beistehen?

In der Ruhe liegt die Kraft!

Zum einen ist das natürlich eine individuelle Entscheidung. Es kommt auf den Hund und auch auf den Halter an. Generell würde ich sagen, die Wahrheit liegt meist – wie immer – in der Mitte. Der Hundehalter sollte seinem Hund auf jeden Fall versuchen zu vermitteln, dass aus seiner Sicht kein Grund zur Sorge besteht. Das erreicht er eher nicht, indem er den Hund mit Fürsorge überschüttet und bemitleidet. Eine gewisse Souveränität und Ruhe auszustrahlen, kann nicht schaden. Trotzdem darf man den Hund trösten, ihn auf den Schoss nehmen und beruhigend mit ihm sprechen, wenn man merkt, das hilft dem Hund.

Rollos runter, Fernseher oder Musik an, eventuell einen beruhigenden Lavendelduft (Hundenase aber nicht überfordern!) im Raum kann das „Böller-Übel“ eventuell auch noch etwas in Grenzen halten.

Ich habe schon oft für ENTSPANNUNG der Situation sorgen können, indem ich unseren Silvester-Angsthasen mit lustigen Leckerchen-Spielen abgelenkt habe. Das klappt aber sicher nicht mit jedem Hund.

Entspannung aus dem Futternapf

Will man über die Ernährung Einfluss ausüben, muss man natürlich schon vor Silvester anfangen. 2-4 Wochen sollten es schon sein, damit sich eine Wirkung zeigt. Es gibt verschiedene Nährstoffe, die eine ausgleichende oder gar stimmungsaufhellende Wirkung haben und dazu beitragen können, dass der Hund sich besser fühlt. Dadurch wird er zwar nicht mutiger, aber Angst und Unsicherheit werden vielleicht besser „weggesteckt“.

Grundsätzlich ist es immer hilfreich, wenn man ganzjährig auf eine ausgewogene Versorgung mit allen Nährstoffen achtet. Ein Hund, der an Silvester unsicher reagiert, hat außerdem vielleicht auch andere Situationen, die er nicht so gut meistern kann. Allerdings kann man das auch nicht verallgemeinern. Unser kleiner Terrier als Beispiel ist überhaupt kein ängstlicher oder unsicherer Hund. Die Knallerei an Silvester ist ihm aber trotzdem überhaupt nicht geheuer.

Die folgenden Nahrungsmitel oder Nahrungsergänzungen eignen sich zur „mentalen“ Unterstützung bei Unsicherheit und Ängstlichkeit und können so dazu beitragen, dass der Hund an Silvester ein gestärktes Nervenkostüm hat:

  • B-Vitamine gelten als Nervennahrung, da sie eine beruhigende und stressmindernde Wirkung haben. Vitamin B3 hat im zentralen Nervensystem sogar eine ähnliche Wirkung wie angstlösende Beruhigungsmittel. Eine sehr gute Quelle für B-Vitamine ist z.B. Bierhefe*, die ja auch ein beliebtes Ergänzungsmittel für Hunde darstellt, weil sie z.B. auch für schönes Fell sorgt. Wer keine Bierhefe geben möchte, kann auch auf ein Vit.B-Komplex-Präparat für Hunde zurückgreifen.
  • Die essentielle Fettsäure Omega 3 hat eine stimmungsaufhellende Wirkung. Sie ist wichtig für Gehirnfunktionen und wird in der Humanmedizin z.B. erfolgreich bei der Therapie von Depressionen, Angstzuständen, oder auch AD(H)S eingesetzt. Zur Versorgung mit essentiellen Fettsäuren kann man z.B. Leinöl, Hanföl oder Fischöl nutzen. Gut eignen sich auch Kapseln, die hochkonzentriertes Lachsöl und somit besonders viel Omega-3 enthalten. Außerdem sollte man bei der Fütterung auf die Fleischherkunft achten. Fleisch aus artgerechter Nutztierhaltung hat einen deutlich höheren Anteil an Omega-3-Fettäuren.
  • Vitamin D spielt eine wichtige Rolle in der Regulation des Hirnbotenstoffes Serotonin. Ein Mangel an Vitamin-D führt zu strukturellen Veränderungen im Gehirn und beeinflusst die Verwertung von Dopamin und die Synthese von Noradrenalin. Serotonin ist als Glückshormon bekannt und es kann sicher nicht schaden, seine Bildung durch eine ausreichende Versorgung mit Vit. D zu unterstützen. Außerdem kann ein Vit. D-Mangel eine Dysbiose, also ein Ungleichgewicht der Darmbakterien begünstigen. Durch einen Mangel an Vit. D wird nämlich die Produktion der sogenannten Defensine herabgesetzt, welche Einfluss auf die Darmbarriere haben. Auch dieser Umstand kann sich ungünstig auf die mentale Verfassung auswirken. Nur wenige Nahrungsmittel enthalten viel Vit. D, dazu zählen vor allem Innereien. Zur Versorgung mit Vit. D eignen sich außerdem die Gabe von Dorschlebertran, ein Vit. D-Öl oder z. B. auch die Ergänzung LaVita, ein sogenanntes Bio-Aktivstoffkonzentrat. Mehr zur Versorgung mit Vitamin D (auch die Dosierungen der jeweiligen Ergänzungen) kannst du in meinem Artikel Vitamin D – die Sonne im Hundenapf nachlesen.
  • Bifidobakterien leben im Darm und gelten als „gute Bakterien“. Unter anderem wirken sie antidepressiv, stimmungsaufhellend, verringern Ängste und Stresssymptome und können sogar die Bildung des Glückshormons Serotonin anregen. Bei Hunden, die unsicher sind und/oder unter Stresssymptomen leiden, kann sich daher eine Unterstützung der Bifidobakterien lohnen. Dafür eignen sich gut präbiotische Nahrungsmittel. Präbiotika sind die Stoffe in Nahrungsmitteln, die den Darmbakterien als Nahrung dienen. Besonders wichtig sind Inulin und resistente Stärke. Inulin findet sich in Chicorée, Schwarzwurzeln, Topinambur, Pastinaken oder auch Endiviensalat. Resistente Stärke ist enthalten in Haferflocken, Vollkornbrot, gekochtem aber kaltem Vollkornreis und Kartoffeln, Hirse oder auch grünen (also nicht ganz reifen) Bananen. Auch verschiedene Milchprodukte wie z.B. Kefir oder Buttermilch können die Vermehrung der Bifidobakterien unterstützen. Wie in Studien festgestellt wurde, vermehren sich Bifidobakterien ebenfalls durch grünen Tee. Man kann dem Hund also zum Futter gerne auch mal den ein oder anderen Schluck grünen Tee abgeben. Auch der Brottrunk (den man auch in vielen Lebensmittelläden kaufen kann) oder Fermentgetreide eignen sich als Unterstützung der Darmbakterien.
  • Magnesium hat ebenfalls eine beruhigende Wirkung. Nahrungsmittel, die viel Magnesium enthalten sind z.B. Nüsse (Sonnenblumenkerne, Walnüsse, Kürbiskerne), Weizenkleie, Haferflocken, Vollkornbrot, Bananen oder auch Vollkornreis.
  • Zink ist ebenfalls ein wichtiger Nährstoff für die Gehirnfunktionen, ein Mangel kann z.B. zu Reizbarkeit, Unruhe, Stimmungsschwankungen oder sogar Depressionen führen. Gute Zinklieferanten sind z.B. Innereien und Fleisch, Haferflocken, Kürbiskerne, Paranüsse, Eigelb, Hülsenfrüchte oder auch Käse. Hunde haben einen vergleichsweise hohen Zinkbedarf, weshalb es mitunter sinnvoll sein kann, Ergänzungen zu geben. Eine Ergänzung, die sich bei der Frischfütterung eignet, um eventuelle „Löcher zu stopfen“, ist Spurenelemente PLUS (enthält u. a. auch Magnesium).

Um die Zufuhr der genannten Nährstoffe zu verbessern, kann es schon reichen, ein paar kleine Änderungen oder Anpassungen vorzunehmen. Natürlich sollte man nicht „mit der Tür ins Haus fallen“ und den Hundeorganismus überfordern, indem man plötzlich mit allen möglichen hochdosierten Ergänzungen um sich wirft. Denn bekanntlich ist weniger oft mehr.

In diesem Sinne wünsche ich allen schöne Feiertage und einen guten, entspannten, fröhlichen und kurzweiligen Rutsch in ein tolles neues Jahr!

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Über Anke 127 Artikel
Hallo, ich bin Anke, zertifizierte Ernährungsberaterin für Hunde, Naturheilkundlerin und schreibe und berate hier vor allem rund um das Thema Ernährung von Hunden. Auf www.anke-jobi.de biete ich außerdem Online-Kurse für Hundehalter zur Hundeernährung an.

2 Kommentare

  1. Socke bekommt seit einiger Zeit sog. Microorganismen auf Hefebasis mit Kräutern, die im Darm Proteine freisetzen. Sockes Fell hat sich schon sehr verbessert und die Haut schuppt nicht mehr so. Wir nutzen diese zur Zahn – und Ohrreinigung. Nun hoffen wir auf einen guten Einfluss auf das Befinden…

    Viele vorweihnachtliche Grüße
    Sabine mit Socke

  2. Hallo Sabine,

    das liest sich ja interessant. Ich nehme an, du meinst, die Proteine sollen nicht von den Bakterien im Darm verstoffwechselt werden, oder?

    Liebe Grüße
    Anke

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