Hüftdysplasie – Ernährung als Vorbeugung

Wie kann der Hund vorbeugend oder bei Erkrankung unterstützt werden?

malinois

HD – Hüftdysplasie oder Hüftgelenksdysplasie ist bei einigen Hunderassen, besonders natürlich beim Schäferhund, eine Art Damoklesschwert. Bei Rassen mit hoher Disposition zur HD -Erkrankung wird schon in jungen Jahren eine Vorsorgeuntersuchung empfohlen.

Die HD ist eine Erkrankung des Bewegungsapparats, bei der es durch erbliche Faktoren und Umwelteinflüsse zu einer Entwicklungsstörung des Hüftgelenks kommt. Betroffen sind vor allem mittelgroße und große Hunderassen. Im Zentrum des Geschehens steht der sogenannte Femurkopf (Kopf des Oberschenkelknochens), der in der Hüftgelenkspfanne liegt. Es kommt zu einer Fehlbildung des Kopfes, die eine Art Arthrose darstellt, also eine übermäßige Verschleißerscheinung.

Die HD ist genetisch bedingt!?

Genetisch bedingt bedeutet, dass eine erblich bedingte erhöhte „Anfälligkeit“ für etwas besteht. Aber – eine genetische Disposition bedeutet nicht zwangsläufig, dass es zu der Erkrankung kommen muss. Es bedeutet lediglich, dass die Möglichkeit im Vergleich zu anderen ohne diese Disposition erhöht ist.

Gründe für eine HD

Es gibt vor allem drei Faktoren, die eine Erkrankung an HD begünstigen können:

  • Die genetische Disposition
  • Fehlerhafte Ernährung
  • Adipositas (Fettleibigkeit)

Ein Hund, der eine genetische Disposition für HD hat, kann eventuell nie oder nur minimal erkranken, wenn die beiden anderen Faktoren gründlich beachtet werden. Anders herum kann ein Hund, der dauerhaft falsch ernährt wird und zu dick ist, sehr wohl auch an einer HD erkranken, ohne eine genetische Disposition zu haben.

Daraus resultiert die absolute Notwendigkeit, vor allem Hunde, wie z.B. Schäferhunde, die eine erhöhte genetische Disposition haben sollen, so HD-feindlich wie eben möglich zu ernähren.

Ernährung contra HD, geht das?

Man muss sich dazu einfach überlegen, welche Bedingungen geschaffen werden müssen, um es einer HD so schwer wie möglich zu machen. Man muss dafür sorgen dass:

  • Das Knochenwachstum bestmöglich unterstützt wird
  • Der Organismus seine Funktionen gut erfüllen kann
  • Die Muskulatur unterstützt wird
  • Bindegewebe und Knorpel gut entwickelt sind und gestärkt werden

Der knuffige, vor Gesundheit strotzende, moppelige Welpe …

… ist eine Fehlinterpretation. Moppelige Welpen sind nicht das, was anzustreben ist. Genauso wenig wie ein schnelles Wachstum. Es gibt da einen Begriff, der nennt sich „großhungern“. Der trifft den Kern, ohne dass man ihn wörtlich nehmen darf, denn natürlich sollen Welpen nicht hungern. Wichtig ist aber, dass sie langsam wachsen und immer schlank sind. Denn nur so haben die Knochen ausreichend Möglichkeit, sich stabil zu entwickeln.

Hunde, die von klein auf mit Fertigfutter ernährt werden, sind häufig diese typischen moppeligen Welpen, während Hunde, die von klein auf frisch gefüttert werden, oft lange etwas „mickrig“ wirken.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist natürlich die Calciumversorgung. Die Folgen einer Überversorgung mit Calcium können jedoch genauso schlimm sein wie die einer Unterversorgung. Und auch dem Zusammenspiel der Nährstoffe untereinander kommt eine große Bedeutung zu.

Es kommt darauf an, die Ernährung so ausgewogen und natürlich zu gestalten, dass alle Nährstoffe in ihrer natürlichen Art zum Zuge kommen und sich so gegenseitig optimal unterstützen können. Vor allem durch eine Frischfütterung kann man die Ernährung für den Hund optimal gestalten und so die besten Voraussetzungen schaffen, dass es auch bei einer erblich bedingten Disposition nicht oder nur gering zum Ausbruch der Erkrankung kommt.

Mögliche Unterstützung

Ausreichende, jedoch gesund dosierte Bewegung ist natürlich ein wichtiger Punkt. Das bedeutet einfach, dass die Muskulatur sich gut entwickeln können muss, ohne die Knochen vor allem in der ersten Zeit, wenn sie noch nicht richtig stabil sind, über die Maßen zu belasten. Der erkrankte Hund sollte regelmäßig, ausdauernd, jedoch nicht zu stark beanspruchende Bewegung erhalten. Schwimmen ist z.B. sehr gut geeignet, auf Agility z.B. sollte jedoch verzichtet werden.

Auch das Bindegewebe und der Knorpel sind in ihrer Entwicklung abhängig von einer guten Nährstoffversorgung. Dies kann man z.B. unterstützen, indem man der Ernährung Kurweise Muschelextrakt zufügt.

Die Ernährung sollte ausgewogen, artgerecht und im Hinblick auf die Nährstoffe optimal gestaltet sein. Besonders im Welpenalter sollte auf eine ausreichende Versorgung mit Mineralstoffen geachtet werden, besonders auf die Versorgung mit Calcium ist zu achten.

Auch die Herkunft der frischen Zutaten spielt eine Rolle, sie sollten möglichst unbelastet sein. Fleisch aus artgerechter Haltung und Obst und Gemüse aus Bioanbau sind die besten Alternativen. Sie sind wenig mit Giftstoffen belastet und reicher an Nährstoffen.

Um die Ernährung bei Gelenkserkrankungen wie z.B. HD unterstützend zu gestalten, sollte auf große Mengen Getreide verzichtet werden, das Gluten enthält. Glutenhaltiges Getreide ist sehr Omega-6-Fettsäurenlastig und kann so Entzündungsprozeße fördern. Besser eignet sich glutenfreies Getreide, wie z.B. Hirse, Pseudogetreide Quinoa oder auch gekochte Kartoffeln, in kleinen Mengen, versteht sich.

Übergewicht stellt ein großes Problem dar bei Erkrankungen des Bewegungsapparats. Zum einen fördert das Übergewicht natürlich den Fortschritt der Krankheit, zum anderen kann es die Schmerzen verstärken. Es sollte unbedingt ein Normalgewicht gehalten, bzw. wieder erreicht werden. Übergewicht geht meist auch mit Fehlernährung einher, welche ein weiterer Negativpunkt ist (Nährstoffversorgung).

Nahrungsergänzungen

Es gibt mittlerweile eine ganze Reihe Nahrungsergänzungen, die bei Erkrankungen  des Bewegungsapparat oder auch zur Vorbeugung empfohlen werden:

  • Grünlippmuschelextrakt hat eine positive Wirkung auf Bindegewebe und Knorpel, da es sehr reich an entsprechenden Nährstoffen ist. Es kann die Regeneration fördern und hat außerdem eine entzündungshemmende Wirkung.
  • Fischöl hat ebenfalls eine entzündungshemmende Wirkung durch seinen hohen Omega-3-Fettsäurenanteil und ist für Hunde gut verwertbar.
  • Teufelskralle und Weidenrinde wirken entzündungshemmend, Knorpelschützend und sogar schmerzlindernd.
  • Glucosamin unterstützt den Aufbau von Gelenkknorpel und Gelenksflüssigkeit. Außerdem hat es eine stark antioxidative Wirkung. Es gibt mittlerweile einige Ergänzungsmittel für Erkrankungen wie HD oder eben Arthrose (HD ist eine Form der Arthrose), die Glucosamin enthalten und weitere Bestandteile.
  • Gut sind z. B. auch Kräuterkuren, die die Stoffwechselfunktionen anregen oder die Durchblutung stimmulieren. Dadurch wird auch die Produktion von Gelenkschmiere angeregt, was wiederum die Knorpelabnutzung der Gelenke verringert. Hierzu eignet sich z.B. Rosmarin als Einreibungen, Melisse und Brennessel als Tee, Gingkoextrakte und auch Weihrauchextrakt.

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Über Anke 121 Artikel
Hallo, ich bin Anke, zertifizierte Ernährungsberaterin für Hunde, Naturheilkundlerin und schreibe und berate hier vor allem rund um das Thema Ernährung von Hunden. Auf www.anke-jobi.de biete ich außerdem Online-Kurse für Hundehalter zur Hundeernährung an.

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