Ein (Futter)Tag mit Leo und Lucy

Oft werde ich gefragt, wie ich als Ernährungsberaterin denn das Futter meiner Hunde gestalte. Natürlich bekommen Leo und Lucy vorrangig frische Nahrungsmittel.

Ich achte auch bei der Hundeernährung sehr auf Nachhaltigkeit, Fleisch gibt es meist das vom Bio-Bauernhof, manchmal kaufe ich noch was dazu wie z.B. Wildfleisch oder ich bestelle (selten) andere Sorten im Barfshop meines Vertrauens. Da ich wenig Fleisch füttere, gibt es auch schon mal Milchprodukte oder auch Eier als Proteinquelle, beides natürlich immer in Bio-Qualität.

Auch die anderen Zutaten wie Gemüse, Getreide, Kartoffeln, etc. sind häufig in Bio-Qualität, wobei ich saisonale Sachen auch schon mal aus dem konventionellen Anbau kaufe.

Ich versuche möglichst viele Reste aus dem Kochtopf im Futter zu integrieren. Meine Hunde haben ihr eigenes Fach im Kühlschrank, da kommen auch die Reste vom Menschenessen hin, damit sie möglichst bald in den Futternapf wandern.

Plus ++

Dazu gibt es natürlich diverse Ergänzungen. Diese variiere ich gerne, damit es nicht einseitig wird. Es gibt täglich Ergänzungen, die mindestens Calcium, Jod und Vitamin D enthalten müssen, manchmal auch Komplettergänzungen oder ein Bioaktivstoffe-Konzentrat mit vielen natürlichen Nährstoffen.

Kurweise gibt es z. B. mal was für den Darm, 1-2 mal im Jahr wird die Leber unterstützt und für Fell und Haut gibt es mal Bierhefe oder Kuren mit B-Vitaminen. Außerdem bekommt unser Opi Leo seit einiger Zeit recht regelmäßig eine Unterstützung für den Bewegungsapparat.

Mein Ergänzungsfach für die Hunde

Damit du mal sehen kannst, wie das praktisch aussieht, kommt im Folgenden eine kleine Dokumentation, was und wann Leo und Lucy den Tag über so fressen dürfen.

Ein Futtertag mit Leo und Lucy

Unsere Hunde schlafen beide gerne recht lang. Wenn ich morgens (meist gegen 6) aufstehe, sind sie noch eine ganze Weile im Schlafmodus. Das erste bisschen Futter gibt es i. d. R. erst, wenn wir auf Gassirunde gehen (9-10 Uhr).

Wenn ich in die Leckerchendose in der Küche greife, um meine Jackentasche für unterwegs etwas aufzufüllen, kommen beide meist angeschlichen und es gibt die ersten paar Brocken Trockenfutter (zurzeit ein Veganes), bevor es dann im Flur die Kokosöl-Anwendung gibt. Das bedeutet, ich reibe beide Hunde mit dem Kokosöl ein, während Leo sich die allergrößte Mühe gibt, sowohl sich selber als auch Lucy schnell wieder sauber zu schlecken.

Frühstück

Wenn wir von der Gassirunde zurückkehren, gibt es für die beiden die erste richtige Mahlzeit. Meist bereite ich das Futter vor, bevor wir losgehen, so dass ich es bei der Rückkehr nur noch in die Näpfe füllen muss.

Schon aufgetautes Fleisch dünste ich in etwas Wasser, Gemüse wird zerkleinert, püriert oder gedünstet, Haferbrei kurz aufgekocht (der darf dann abkühlen, während wir Gassi gehen, so dass die gute resistente Stärke ausreichend Gelegenheit hat, sich zu bilden). Manchmal lasse ich auch den Thermomix laufen, während wir Gassi gehen und koche darin Kartoffeln, Reis oder Nudeln.

Resteküche

Wie schon gesagt, verwende ich gerne Reste aus dem Kochtopf. Deshalb können die Mahlzeiten der beiden auch durchaus mal unterschiedlich ausfallen. Ich versuche immer, etwa die Hälfte der Ration aus tierischen Komponenten zu gestalten. Neben Fleisch sind das wie schon erwähnt auch Milchprodukte und Eier. Manchmal gibt es auch einen Veggie-Tag, dann kommen Proteine z. B. in Form von Kichererbsen, Quark oder Hüttenkäse und/oder Eiern in den Napf.

Die restlichen 50% gestalte ich relativ frei aus Gemüse, Kohlenhydraten und manchmal kleinen Mengen Obst. Beim Gemüse richte ich mich weitgehend nach dem Saisonkalender und nach dem Kühlschrankinhalt. Salatreste oder was sonst weg muss, landet im Mixer und dann im Futternapf.

Bei den Kohlenhydraten schaue ich ebenfalls nach dem, was übrig ist und wie viel Zeit ich habe. Wenn es schnell gehen muss, greife ich gerne auf Haferflocken zurück, weil die so schön unkompliziert sind. Man kann sie einfach roh und pur zum Futter geben oder man kocht schnell einen Haferbrei auf.

Morgenergänzungen

Zum Schluss kommen die Ergänzungen ins Futter. Aktuell gibt es für beide einen Mineralstoffmix der Calcium und Jod, sowie weitere Nährstoffe in natürlicher Form enthält. Dazu Omega-3-Fettsäuren in Kapselform, für jeden eine Kapsel Silymarin (Mariendistel für die Leber) und für Leo noch einen Schuss EM SAN Mikroorganismen.

Mittagsevent

Nach dem Frühstück ist dann erst mal wieder Ruhen angesagt. Während ich arbeite, suchen sich die Hunde ein lauschiges Plätzchen und dösen vor sich hin. Das dauert meist so lange, bis ich um die Mittagszeit in der Küche eine bestimmte Schublade öffne und eine bestimmte Schüssel rausnehme. Als hätten sie nur darauf gewartet, stehen beide plötzlich neben mir und warten auf ihr Mittagsevent.

Die Schüssel fülle ich mit besonderen Leckereien, wie z.B. Käsewürfeln und begebe mich damit auf den Balkon, während die Hunde in freudiger Erwartung die Treppe in den Garten runter stürmen.

In hohem Bogen werfe ich dann die Leckereien vom Balkon in den Garten, so dass sie möglichst verteilt sind. Die nächste viertel Stunde verbringen die Hunde damit, den Garten nach ihren Leckerchen abzusuchen.

Nachdem sie den Garten ausgiebig abgeschnüffelt haben, kommen beide wieder hoch. Bei schönem Wetter ist dann eine weitere Siesta auf dem Balkon angesagt, bis es am Nachmittag losgeht zur zweiten ausgiebigen Gassirunde.

Natürlich gibt es im Anschluss an die Gassirunde wieder eine leckere, wohlverdiente Mahlzeit. In der Zusammensetzung ist sie ähnlich wie die erste Mahlzeit gestaltet. Wieder schau ich was da ist, 50% tierischer Anteil wenn möglich, dazu Gemüse, Kohlenhydrate und eventuell etwas Obst.

Auch Ergänzungen gibt es abends natürlich. Aktuell bekommen beide einen TL Kokosöl zum Futter, tropfenweise Vitamin-D-Öl, Lucy bekommt ein Probiotikum plus eine weitere Kapsel Mariendistel und Leo bekommt Unterstützung für den Bewegungsapparat.

Abendergänzungen

Für „schlechte“ Zeiten, also wenn ich mal was vergessen habe, keine Zeit ist, ich mal krank bin oder was auch immer, habe ich auch meist Dosen da, die eine frische Mahlzeit ersetzen können. Dabei achte ich natürlich darauf, dass die Zutaten in Bio-Qualität sind.

Meine Futterschublade

Ebenfalls aus dieser Schublade kommt meist der „Nachtisch“, den es nach dem Abendbrot öfters gibt – was zum Kauen. Dafür habe ich diverses da wie getrocknete Rinderkopfhaut, Dörrfleisch, harte Hundekuchen oder Käsesticks. Manchmal gibt es auch Knochen, die aber eher selten, weil vor allem Lucy diese nicht so ganz gut verträgt.

Manchmal gibt es dann vor dem schlafen gehen noch ein Betthupferl in Form von einem Stück Brot mit Butter oder einfach ein paar Happen Trockenfutter.

Ist das alles?

Wie du siehst futtern die zwei im Laufe des Tages ganz schön was weg. Nicht erwähnt habe ich natürlich die Häppchen, die sie sich zwischendurch „abholen“, z.B. wenn wir am Kochen sind, selber essen oder wenn die Hunde sich mit irgendetwas eine kleine Belohnung verdient haben.

Waage?

Ich füttere mittlerweile sehr nach Augenmaß und wiege nur noch grob ab. Wir kommen sehr gut zurecht so, auch zu Gewichtsproblemen ist es noch nie gekommen. Ich finde, man sieht recht schnell, wenn das Gewicht sich ungewünscht entwickelt und kann entsprechend auch sehr schnell eingreifen. Wenn ich merke, dass einer etwas zugelegt hat, reduziere ich einfach die Mahlzeiten etwas, das hat bisher immer ausgereicht, um wieder in die Spur zu kommen.

So also sieht ein Futtertag von Leo und Lucy aus. Diese Abläufe sind meist relativ gleich, egal auch, ob es z.B. Wochenende ist oder wir sogar im Urlaub sind.

Ich hoffe, der Beitrag hat dir gefallen! Wenn du weitere Fragen hast, kannst du diese gerne in den Kommentaren weiter unten stellen. Es grüßen herzlich die Fressmaschinen Leo und Lucy, sowie Dosenöffner und Napfbefüller Anke

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4 Kommentare

  1. Hallo Anke, ich finde es ganz toll, dass du bei deinen Hunden so viel Wert auf eine gesunde und vor allem nachhaltige Ernährung legst. Ich versuche das bei meinem Carlos auch (mir ist allerdings bei deinem Beitrag aufgefallen, dass ich noch viel verbessern kann!), aber ich habe beispielsweise eine Freundin, die ihren Hunden das billige Futter für 3 Euro aus dem Lidl kauft und das kann es auch einfach nicht sein. Ich finde, man sollte schon darauf achten, was man seinen Vierbeinern gibt, schließlich essen wir ja auch nicht nur das billigste vom Billigen!
    Vielen Dank für den Beitrag!
    Liebe Grüße an dich und Leo & Lucy
    Lisa mit Carlos

    • Hallo Lisa,

      vielleicht gibst du deiner Freundin ja mal ein paar Tipps, z.B. dass sie das Futter auch aufwerten kann, indem sie frische Komponenten dazu gibt. Vielleicht zeigt ihr Hund ihr dann, dass er das sehr lecker findet und sie ist dann motiviert, immer mehr frische Sachen zu geben :-D

      Liebe Grüße
      Anke

  2. Toller Artikel! Ich habe viele Gedanken darüber gemacht, welche die beste Ernärung für mein Hund ist. Dank den Tipps sowohl im Artikel als auch bei den Kommentaren habe ich einen besseren Überblick bekommt!

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