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Die richtige Ernährung des Labrador Retriever

Chocolate Labrador dog

Der Labrador Retriever zählt heute zu den beliebtesten Hunderassen. Den ersten offiziellen Labrador – Wurf hier in Deutschland gab es vor gerade mal 50 Jahren. Er ist bekannt für seine Freundlichkeit und seinen sogenannten „will to please“, was ihn auch zum beliebten Familienhund hat werden lassen.

Sein Ursprung

Seinen Ursprung hat der Labbi – wie er oft liebevoll genannt wird – auf der Insel Neufundland in Kanada. Dort entstanden aus verschiedenen europäischen Rassen – u. a. wahrscheinlich dem französischen Barbet, dem Saint Hubert´s Hound und dem portugiesischen Wasserhund – der Neufundländer und der kleine Neufundländer. Dieser kleine Neufundländer wurde vor allem gebraucht, um die Fischer bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Sie brauchten dafür einen Hund, der gehorsam war, nicht zu groß (damit er im kleinen Fischerboot gut Platz fand und das Boot nicht allzu sehr wankte, wenn er ins Wasser sprang) , eine Affinität zum Wasser hatte und natürlich aufgrund des rauen Klimas entsprechend robust war. Sein Fell sollte Wasser abweisen und schnell trocknen.

Der kleine Neufundländer unterstützte die Fischer sehr gut bei ihrer Arbeit, dies sowohl beim Fischfang als auch bei der sogenannten Federwildjagd. Er apportierte Fische und Taue aus dem Wasser, holte Netze ein und wurde, wie schon erwähnt, auch zur Jagd eingesetzt.

Später wurde er „St. John´s Hund“ (nach der Provinzhauptstadt von Neufundland) genannt und kam etwa Anfang des 18. Jahrhundert erstmals nach England. Hier kam die Rasse in die Hände Adeliger und es entstanden die ersten richtigen Labrador-Zuchten.

Zu Anfang war der Labrador ein schwarzer Hund und andere Farben galten als Fehler. In seinen Genen trug er jedoch auch andere Farben und im Laufe der Zeit setzten sich auch diese durch und wurden anerkannt.

Die Geschichte des Labrador ist an vielen Stellen nicht eindeutig geklärt und so lässt sich auch nicht konkret sagen, welche Rassenvielfalt zur Entstehung des kleinen Neufundländers geführt hat und was sich in den Genen des heutigen Labradors so alles „versteckt“.

Die Ernährungsgeschichte

Anfang dieses Jahres hat man beim Labrador eine Genveränderung gefunden, die bei vielen Hunden dieser Rasse dafür sorgt, dass diese wenig oder gar kein Sättigungsgefühl verspüren. Labradore neigen mehr als andere Hunderassen zu Übergewicht und sind bekannt als sehr gefräßig und leicht mit Futter zu motivieren. Die Forscher vermuteten für diese Fakten einen genetischen Hintergrund und suchten gezielt nach bestimmten Genen, welche auch bei den Menschen im Verdacht stehen, Übergewicht zu fördern. Tatsächlich fanden sie Veränderungen an diesen Genen bei einem Großteil der Labradore, und zwar im Besonderen bei jenen, die eine besondere Neigung zum Übergewicht hatten. Es handelt sich dabei um das sogenannte POMC-Gen, das in intaktem Zustand für die Produktion von Botenstoffen sorgt, welche Hunger- und Sättigungsgefühle im Gehirn steuern.

Nun kann man unterstellen, die Natur hat sich etwas dabei gedacht, als sie diese Gene entsprechend verändert hat. Um das zu verstehen, muss man einen Blick in die Vergangenheit und den Ursprung der Labradore werfen.

Vor allem die Arbeit im Wasser unter rauen klimatischen Bedingungen hat dem Labrador viel abverlangt. Sein Einsatz erfolgte häufig im eiskalten Wasser und der Organismus benötigte große Mengen an Energie, um diese Leistung zu erbringen. Es war überlebenswichtig, dass er große Mengen Futter zu sich nehmen konnte, wenn diese ihm zuf Verfügung standen.

Das Leben der Fischer auf Neufundland war hart und entbehrungsreich. Die sauren und moorigen Böden Neufundlands sind und waren für die Landwirtschaft kaum nutzbar. Auch das raue und kühle Klima trug seinen Teil dazu bei. Das Wetter auf Neufundland ist ganzjährig kühl. Die Sommer sind kurz, mit Temperaturen um 16 °C. Fisch war seit jeher die ausschließliche Lebensgrundlage von Einheimischen und wie auch Neuankömmlingen.

labrador-am-strand

Aus diesen Informationen lässt sich durchaus vermuten, dass auch für den Urahn des Labradors Fisch eine wichtige Nahrungsquelle war. Vor allem der Kabeljau war vor den Küsten Neufundlands reichlich vorhanden und spielte eine große Rolle in der Fischerei und wohl auch der Ernährung der Fischer und ihrer Hunde. Sicher kann man davon ausgehen, dass noch andere Reste der menschlichen Ernährung im Hundemagen landeten, dies jedoch wahrscheinlich eher in kleinem Maß.

Es lässt sich vermuten, dass die Mengen an Nahrung, die der Hund erhielt, nicht die größten waren, woraus sich wiederum gut ableiten lässt, dass der Hundeorganismus sich entsprechend anpasste und sein Futter sehr gut verwertete (zumal er viel Energie benötigte).

Diese Ernährung änderte sich für den St. John´s Hund, als er nach England kam. Vom Mittelalter bis in die Neuzeit bildeten Getreideprodukte dort den Hauptbestandteil der Hundenahrung. Selbst die Jagdhunde der Adeligen erhielten nicht viel frisches Fleisch, sondern ebenfalls viel Getreide, manchmal sogar eine rein vegetarische Kost. Wobei bei den Hunden der Reichen im Gegensatz zu denen der Armen auf gute Qualität der Nahrungsmittel geachtet wurde.

Fazit für den Labrador

Aufgrund seiner Geschichte ist der Labrador ein Hund, der viele verschiedene Nahrungsmittel gut verträgt und auch gerne frisst. Er verwertet sein Futter i. d. R. sehr gut, was in der Futtermenge entsprechend berücksichtigt werden muss. Die genetisch häufig nicht vorhandene „Fresssperre“ kann leicht dazu führen, dass der Labrador überfüttert wird und so übergewichtig wird. Da Fettleibigkeit ein großes Gesundheitsrisiko darstellt, muss der Halter dies unbedingt in seiner Fütterung berücksichtigen.

Erkrankungsrisiken des Labradors

Erkrankungen, die besonders häufig bei einer Hunderasse vorkommen, gelten als erhöhtes Risiko, für sie wird eine sogenannte Prädisposition unterstellt. Für den Labrador gelten vor allem die folgenden Erkrankungen als Risikofaktor:

  • Krebserkrankungen
  • Epilepsie (besonders häufig bei früh kastrierten Hunden)
  • Allergien
  • Erkrankungen des Bewegungsapparats wie z.B. HD (weniger häufig bei viel bewegten Hunden)
  • Durchfallerkrankungen (besonders häufig bei Hunden, die häufige Antibiotikagaben erhielten)

Auch diese Risikofaktoren sollten bei der Fütterung des Labradors berücksichtigt werden.

Praktische Fütterungstipps für den Labrador

Sowohl sein geschichtlicher Hintergrund, als auch seine heutigen bekannten Fressgewohnheiten erfordern eine Ernährung, deren Energiebilanz sorgfältig beachtet werden muss. Es sollte darauf geachtet werden, dass der Anteil an Futtermitteln mit nicht allzu hohem Energieanteil überwiegt. Dies kann dem Labrador insofern entgegen kommen, da man so die Mengen etwas nach oben anpassen kann.

Hund mit Karotte

Bei einer Frischfütterung lässt sich dies erreichen, indem man einen vergleichsweise hohen Gemüseanteil füttert. Auch als Snack kann Gemüse gut eingesetzt werden, wie z.B. eine Möhre als Knabberspaß.

Der Fettgehalt von Fleisch sollte meist im mittleren Bereich liegen, dabei ist vor allem darauf zu achten, dass das Fettsäurenprofil ein günstiges ist, also ein guter Anteil der Omega-3-Fettsäuren vorliegt. Fleisch aus Massentierhaltung hat ein ungünstiges Fettsäurenprofil, es empfiehlt sich, auf Wildfleisch und auch Bio-Fleisch zurückzugreifen.

Kohlenhydrate sollten nur gemäßigt gefüttert werden. Es empfiehlt sich jedoch, nicht ganz darauf zu verzichten, da sie eine sättigende Wirkung haben.

Wie bei allen Hunderassen ist natürlich auch beim Labrador darauf zu achten, dass die Nährstoffbilanz stimmt. Eine abwechslungsreiche Fütterung in Kombination mit der Zugabe einiger Ergänzungen kann dies gewährleisten.

Zusammenfassung:

  • Hoher Gemüseanteil
  • Fleisch in adäquater Menge mit meist mittlerem Fettgehalt
  • Geringer Anteil Kohlenhydrate
  • Ausgewogene Versorgung mit Nährstoffen

Krebserkrankungen: Um der Entstehung von Krebserkrankungen entgegenzuwirken, ist neben einer adäquaten Nährstoffversorgung die minimale Belastung mit Schadstoffen auf der einen Seite und die Zufuhr von sogenannten Antioxidantien auf der anderen Seite sehr wichtig.

Epilepsie: Sehr wichtiger Faktor ist hier natürlich die Vermeidung der Frühkastration. Die Frage, ob eine Kastration überhaupt nötig ist, sollte einer genauen Prüfung unterzogen werden, da eine Kastration für die Hundegesundheit grundsätzlich noch weitere negative Aspekte bedeutet. Die Epilepsie stellt eine Erkrankung des Nervensystems dar. Wichtig sind im Hinblick auf eine möglicherweise vorliegende Epilepsie vor allem die ausreichende Versorgung mit Magnesium und Calcium, sowie auch die Versorgung mit B-Vitaminen, welche die Nerven unterstützen. Erwähnenswert ist hierbei noch, dass Hunde die B-Vitamine im Darm eigentlich selber bilden können. Ist die Darmflora nicht mehr ausgeglichen, funktioniert dies jedoch häufig nicht mehr richtig.

Allergien: Eine Allergie ist eine überschießende Reaktion des Immunsystems auf einen Stoff. Dabei kann es sich sowohl um Futtermittel handeln, als auch Stoffe, mit denen der Hund in Körperkontakt kommt, wie auch Stoffe, die über die Atmungsorgane in den Organismus gelangen. Die wichtigsten Maßnahmen zur Vorbeugung sind ein starkes Immunsystem und eine geringe Schadstoffbelastung. Da das Immunsystem zu einem Großteil (etwa 80%) im Darm sitzt, spielt die Darmflora auch hier eine übergeordnete Rolle. Diese sollte regelmäßig unterstützt und saniert werden, besonders natürlich nach Antibiotikagaben. Auch die regelmäßige Entlastung von Schadstoffen wie auch Unterstützung durch Antioxidantien können als sinnvoll angesehen werden.

labrador-ursprung

Erkrankungen des Bewegungsapparats: Auch hier spielt eine ausgewogene und adäquate Fütterung eine große Rolle. Hunde, denen im Wachstum zu viel Energie zugeführt wurde, wie auch Hunde, welche im Wachstumsprozess kastriert wurden, haben eine erhöhte Neigung zu Erkrankungen des Bewegungsapparats. Daher sollte beim Labrador besonders auf die Vermeidung dieser Faktoren geachtet werden.

Sowohl bei der Entwicklung als auch der Erhaltung starker Knochen spielen die Calciumversorgung und auch die Versorgung mit Vit. D eine übergeordnete Rolle. Es sollte daher von Anfang an auf eine adäquate Versorgung geachtet werden. Wichtig ist außerdem, wie schon erwähnt, ausreichend Bewegung. Ebenso muss auch hier auf eine Vermeidung von Übergewicht geachtet werden, da Übergewicht die Gefahr für Erkrankungen des Bewegungsapparats ebenfalls erhöht.

Durchfallerkrankungen: Wie oben schon erwähnt, trifft diese Problematik vor allem Labradore, denen häufig Antibiotika verabreicht wurden. Die Gabe von Antibiotika hat allgemein ein erschreckendes Ausmaß angenommen, stellt sie doch eigentlich eine Art Notfallmedikation dar. Als Hundehalter sollte man daher bei einer Verordnung immer noch einmal nachfragen, ob die Gabe nicht doch vermieden werden kann. Geht es nicht ohne, sollte eine Darmsanierung im Anschluss Pflichtprogramm sein. Wie oben schon erwähnt ist es durchaus sinnvoll, Darmsanierungen regelmäßig 1-2-mal jährlich zur Vorbeugung durchzuführen.

Sinnvolle Ergänzungen für den Labrador:

  • Calciumversorgung sicherstellen, bei Frischfütterung entweder durch Knochen, oder z.B. durch Knochenmehl* , Eierschalenpulver, etc.
  • Zur Versorgung mit Vit. D regelmäßig Dorschlebertran* füttern.
  • Zur Versorgung mit essentiellen Fettsäuren, besonders Omega 3 Fischöl, Leinöl und/oder Krillöl (besonders hervorzuheben wegen einem hohen Anteil Astaxanthin, einem besonders starken Antioxidans) zugeben.
  • Zur Versorgung mit B-Vitaminen Bierhefe* -Kuren durchführen.
  • Zur Stärkung des Bewegungsapparats Kuren mit Grünlippmuschel* -Extrakt durchführen.
  • Zur Unterstützung der Ausscheidungsorgane und somit dem Abbau von Schadstoffen Stoffwechselkuren z.B. mit Kräutern durchführen, am besten eignen sich dafür Herbst und Frühling.
  • Zur Darmsanierung 2 x jährlich Kuren mit Präbiotika* machen.

Hinweis zu den Texten

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Über Anke (149 Artikel)
Hallo, ich bin Anke, zertifizierte Ernährungsberaterin für Hunde, Naturheilkundlerin und schreibe und berate hier vor allem rund um das Thema Ernährung von Hunden. Auf www.anke-jobi.de biete ich außerdem Online-Kurse für Hundehalter zur Hundeernährung an.

8 Kommentare zu Die richtige Ernährung des Labrador Retriever

  1. Liebe Anke, ein schöner Artikel, mit vielen Informationen zu einer wunderbaren Rasse. Auch wenn ich mir damit nicht immer Freunde mache, bin ich der Meinung dem Labrador ist (genauso wie dem Golden Retriever) seine Freundlichkeit und Gutmütigkeit zum „Verhängnis“ geworden, es gibt immer wieder Menschen, die glauben diese Hunderassen sind als „Familienhunde“ (mir stellen sich schon beim Benutzen dieses Wortes die Nackenhaare auf) vom Himmel gefallen…. Retriever sind an erster Stelle erstklassige und sehr motivierte Arbeitshunde, ja die meisten lieben Menschen jeden Alters und leben gerne in Familien, aber das lässt sich nicht per se so festlegen. Und genau diese „Ignoranz“ was die Herkunft und ursprüngliche Nutzung dieser Rassen betrifft hat sicher auch einen Einfluss auf die optische Erscheinung des einen oder anderen Vertreters. Generalentschuldigung „Das ist halt ein Labrador/Golden Retriever, die haben halt immer Hunger….“….. Ich kenne einige schlanke Vertreter dieser Rassen, das ist keine Zauberei 😉
    Ich hoffe dein Artikel erreicht ganz viele Labradorbesitzer und/oder Labradorbesitzer in spe, auch wenn ich gegen jegliches Verallgemeinern auch im Bezug auf eine Hunderasse bin (nicht jeder Labrador hat immer Hunger, nicht jeder Retriever apportiert gerne und nicht jeder springt auch bei Minusgraden noch ins eiskalte Wasser…) sind deine Rechercheergebnisse sicher Fakten, die man auf jeden Fall mal überdenken sollte.
    Einen wunderschönen 2. Advent dir und deinen Lieben – Sophie

    • Hallo liebe Sophie,

      ja, du hast recht, mit Verallgemeinerungen muss man immer ein bisschen aufpassen. Ich hatte auch überlegt, noch ein paar Anmerkungen bzgl. Auslastung etc. zu machen, habe mich dann aber dagegen entschieden, sonst hätte der Artikel den Rahmen gesprengt 😀

      Dass ich den Labrador als Einstieg zu dieser Thematik gewählt habe, war nicht ganz uneigennützig. Auch ich zähle zu den Anhängern der Rasse und mein Traum ist, in einigen Jahren entweder einen Labbi oder einen GR zu adoptieren. Bis dahin möchte ich noch viel über beide Rassen lernen und unbedingt einen Züchter finden, der einen ganzheitlichen Ansatz hat.

      Ich glaube allerdings, dass gerade bei den „Arbeitsrassen“ sich mittlerweile oft eine ganz andere Problematik stellt. Nachdem ja lange und häufig propagiert wurde, wie wichtig die Auslastung dieser Hunde ist, leiden viele heute häufig am gegenteiligen Problem, nämlich dass sie nicht mehr zur Ruhe kommen können, weil sie mit Aktivität überschüttet werden. Ein wichtiges Merkmal, das der ursprüngliche Labrador besaß, war seine „Standruhe“. Diese war wichtig, damit er z.B. kein Wild druch Unruhe verscheucht hat. Viele Hunde – auch Labbis – sind heute regelrechte „Nervenbündel“ und leben in der ständigen Erwartung der nächsten Aktivität. Dabei ist es ja gerade bei Arbeitsrassen häufig so, dass sie erst einmal lernen mussten, ruhig und entspannt zu sein. Balljunkies sind auch ein gutes Beispiel, wofür der Labbi aufgrund seiner „Aportieranlagen“ natürlich prädestiniert ist.

      Andererseits stößt man auch immer wieder auf die Hinweise, dass ausreichende Bewegung ein maßgeblicher Faktor zur Gesunderhaltung der Hunde ist.

      Insofern glaube ich schon, dass ein Labrador in einer Familie gut aufgehoben sein kann, wenn diese es versteht, diese Balance zwischen An- und Entspannung zu halten.

      Und dann kommt es natürlich auch noch auf die Linie an. Es gibt da ja Unterschiede zwischen denen, welche für Ausstellungen gezüchtet wurden und denen, die arbeiten sollten.

      Adipositas ist mittlerweile leider ein Problem vieler Rassen, davon kannst du sicher auch ein Lied singen. Allerdings habe ich gelesen, dass es schon früher ein weitverbreitetes Problem war, vor allem bei den Gesellschaftshunden des Adels. Dicke Hunde sind auch sozusagen gesellschaftlich akzeptiert, während bei einem besonders schlanken Hund schnell von Mangelernährung die Rede ist.

      Ja, du hast recht, ein schlanker Labbi ist keine Zauberei. Deshalb finde ich auch den Aspekt wichtig, dass Labradorhalter von der möglichen Genveränderung wissen, obwohl diese ja nicht alle Labradore in sich tragen …

      Auch euch wünsche ich einen schönen 2. Advent und eine ruhige und friedliche (Vor)weihnachtszeit.

      Liebe Grüße
      Anke

  2. Liebe Anke, ja da hast du auf alle Fälle auch Recht, es gibt wirklich gerade bei den Arbeitsrassen leider viele, die dank der übertriebenen Aus(Über)lastung durch ihre Besitzer hyperaktiv sind, das kann mich sicher so nennen. Ich war letztens in einem super Seminar, einer meiner Meinung nach großartigen Trainerin (Katrien Lismont), die erzählt hat, dass sie einem ganz großen Prozentsatz ihrer Klienten erstmal nahelegt dem Hund Ruhe und Schlaf zu gönnen, viele Verhaltensprobleme lassen sich mit dem Ansatz bereits lösen oder man arbeitet dann zumindest auf einer ganz anderen Basis.
    Ändert für mich nichts an der Tatsache, dass ein Retriever kein Hund ist, den man mit einem reinen Familienhunde Dasein, ich übertreibe jetzt einfach mal: faul und fett im Vorgarten liegend und am Kinderwagen bis zum Spielplatz und zurückgehen 😉 glücklich macht. Wobei das wahrscheinlich auf nahezu jeden Hund zutreffen dürfte. Retriever haben da einfach nur wie gesagt das Problem ihrer Gutmütigkeit und werden selten zum offensichtlichen „Problemhund“, wobei man die Probleme und Hilferufe durchaus erkennt, hört man dem Hund mal genauer zu….
    Ja die Steadiness ist etwas, was dem Retriever auch nach Rassestandard abverlangt wird, fipsen, winseln oder einspringen bei der Arbeit gilt als no-go. Und gerade diese ursprünglichen Eigenschaften machen den Retriever ja zu dem großartigen Jagd- und Arbeitshund, der er eigentlich ist – wenn man mit Verstand und Hirn an die Sache herangeht.
    Wie du siehst hast du da einen „wunden Punkt“ bei mir getroffen, Pelle ist nicht umsonst der dritte Golden hier im Haus, ich (wir) sind dieser Rasse völlig verfallen. Ich hatte früher ein völlig falsches Bild des Retrievers als „Modehund“, bis ich unsere erste Hündin auf einer Fasanenjagd erlebt habe 😀 da war’s um mich geschehen… Womit wir wieder beim Thema sind, die Hündin war jagdlich geführt und trotzdem die Ruhe in Person (wie zum Glück auch Svea und Pelle), aber auch weil sie sinnvoll, ihrer Passion entsprechend arbeiten durfte, die Jagd aber nur einen kleinen Teil ihres Alltags darstellte und sie sonst einfach nur Hund und ein Mitglied unserer Familie sein durfte.
    Es sind großartige Hunde, die aber auch wenn sie unglaublich sanftmütig und freundlich sind trotzdem Jagdhunde sind, ob Field trial oder Showlinie, mit stärkerem Arbeitswillen oder dem größeren Dickschädel… 😉 Man sollte (wie bei allen Hunderassen) wissen, was man sich da ins Haus holt.
    Sorry, dass hat jetzt mit der Ernährungsfrage nicht mehr viel zu tun, aber wie du bin auch ich ein großer Fan der Ganzheitlichkeit und da schadet es bestimmt nicht Hintergründe zu beleuchten so wie du das in deinem Artikel gemacht hast.
    Letztlich habe ich das Gefühl, dass es im Allgemeinen wie in der Ernährung ist, es gibt mehr und mehr Extreme. Den Hund, der aus lauter Angst vor mangelnder Langerweile und fehlendem Wissen und Sachverstand des Besitzers völlig überfordert wird und den anderen Hund, der sich vielleicht ein bisschen quality time mit seinem Besitzer, wo er mal sein Köpfchen anstrengen und benutzen darf, wünschen würde.
    Pelle darf in (un)regelmäßigen Abständen seine Passion ausleben, er liebt die Suche und feiert große Partys, wenn er gefunden hat, aber den Großteil unserer Zeit leben wir einen ganz normalen Alltag zusammen und ich bin jedes Mal stolz, wenn ich höre er sei wie ein kleiner Buddha, in sich ruhend. Und das ganz ohne, dass mein Hund mehr Termine in der Woche hat, als manch Manager 😉
    Entschuldige den (nicht ernährungsspezifischen) Roman 😉 schönen Abend dir, liebe Grüße Sophie

    • Hallo liebe Sophie,

      den Ansatz deiner Trainerin finde super! Und der Hund, der mit dem Kinderwagen zum Spielplatz und zurück geht, ist natürlich ein No Go, das finde ich absolut auch. Diesen Punkt beobachte ich sehr oft und finde eigentlich, wenn man nicht bereit ist, den Bedürfnissen eines Hundes nachzukommen, sollte man sich eigentlich keinen halten. Bei uns gehören 2 Stunden Gassigang täglich zum absoluten Standartprogramm, das muss einfach.

      Zum Jagdtrieb, ja, das kann ich auch bestätigen. Ein Stück weit nachgeben kann Wunder bewirken. Unsere Lucy ist eine passionierte Jägerin und es kommt ihr schon ausserordentlich hilfreich entgegen, dass sie gemeinsam mit mir Rehe beobachten darf 😀

      Viele Bereiche greifen ineinander und eine scharfe Abtrennung ist oft nicht möglich. Genau, aus diesem Grund habe ich weiter ausgeholt und die Geschichte ein wenig beleuchtet, so lässt sich so manches viel besser verstehen.

      Vielen Dank liebe Sophie für deinen „Roman“, es ist schön, wenn man sich so austauschen kann 😀

      Nochmals liebe Grüße
      Anke

  3. Ein toller Beitrag und sehr informativ. Labradore und alle anderen Retriever sind wirklich klasse Hunde. Wir haben drei in der Familie. 2, 6 und 12 Jahre. Alle drei sind total verschieden. Der älteste total entspannt mit allem, kein Jagdtrieb und kein großes Interesse an Kopfarbeit, eine bequeme Couchpotato und einfach nur gerne bei seiner Familie. War von klein auf an eher bequem und nur im Spiel mal mit Tempo dabei.
    Der mittlere total entspannt, lernt gerne neue Dinge und braucht Kopfarbeit zur Bewegung dazu. Genauso liebt er entspannt rum zu liegen. Jagdtrieb so mittelmäßig. Der jüngste ein Flummy von der Energie her, nervös und vorsichtig bei neuen Dingen. Braucht viel Bewegung und etwas Kopfarbeit. Alle drei sind wunderbare Hunde, sind körperlich vollkommen gesund und fit und ihrem Charakter entsprechend ausgelastet. Man kann auch die Rasse-Eigenschaften nicht mehr alle auf jeden Labbi anwenden. Jeder muss individuell betrachtet werden. Ich liebe unser Kleeblatt so verschieden wie sie sind.
    liebe Grüße
    Sandra

    • Hallo liebe Sandra,

      freut mich, dich auch hier im Blog anzutreffen 😀

      Ich finde, der allerbeste Ratgeber im Umgang mit Hunden ist unser Bauchgefühl. Dieses gepaart mit einer guten Portion „Fachwissen“ finde ich unschlagbar. Aus deinen Zeilen lese ich heraus, dass du über beides verfügst und dein Umgang mit Hunden sehr ihrer Natur entgegen kommt. Ich finde das toll und man kann sich wünschen, dass viele Hundehalter zu diesem „natürlichen“ Umgang mit Hunden (zurück)finden 😀

      Ich habe natürlich auch gesehen, dass du ebenfalls blogst und gleich mal vorbei geschaut. Dabei bin ich bei dem einzigen Hund auf deinem Blog gelandet, der kein Labbi war. Kessi – eine Hündin, deren Persönlichkeit auch jetzt noch „leuchtet“ …

      Liebe Grüße
      Anke

      • Hallo Anke,

        vielen Dank für die ausführlich Antwort. Ich versuche tatsächlich mehr meinem Bauchgefühl zu trauen als alle Berichten und Meinungen. Wenn ich nachlese, dann aus Interesse an den verschiedenen Sichtweisen. Man lernt ja nie aus 🙂
        Aber letztendlich sollten wir wieder mehr auf unser Bauchgefühl hören, was für die Gesundheit unserer Hunde, aber auch ebenso unserer Gesundheit ein wichtiger Indikator wäre.
        Danke, dass du auf meinen Blog geschaut hast. Ja, die Kessi war ein echtes Goldstück und der Familienhund mit dem ich meine Teenager-Zeit verbringen durfte. Bei Kessi haben wir einige Fehler gemacht (vor allem, dass sie im Alter dick wurde und dementsprechend alle Begleiterscheinungen bekam) und haben aus diesen Fehlern gelernt und ermöglichen nun unseren Labbis ein hoffentlich gesünderes Leben.
        liebe Grüße
        Sandra

        • Ja, man lernt nie aus. Die beste Kombi ist viel Fachwissen gepaart mit Bauchgefühl und Logik 😀 Und ich glaube ja, Fehler sind genau dazu da, dass man aus ihnen was lernt 😀

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