Die 4. Kölner Hundemesse

Gestern fand in Köln in der Stadthalle Mühlheim die 4. Kölner Hundemesse statt. Das Motto lautete dieses Jahr „Gesund und munter“ und sehr munter ging es auch zu auf der Messe. Es war richtig viel los und viele der Hundefreunde hatten auch ihre Vierbeiner mitgebracht. (Meine Hunde habe ich allerdings zuhause gelassen, für meine beiden „Landeier“ wären das definitiv zu viel Stress, Action und Sinneseindrücke gewesen).

Es wurde einiges geboten, die Hunde wurden hier quasi rundum versorgt. Es gab Stände mit Leinen, Halsbändern, Leckerchenbeutel, Hundekörbchen, Hundedecken und individuelle handgefertigte Hundeaccessoires.

Ein sehr häufiges Problem sind heutzutage Erkrankungen des Bewegungsapparates, weshalb die  Physiotherapeuten nicht fehlen durften. Sie waren mit mehreren Ständen vertreten und boten Hundehaltern Gelegenheit, sich über Behandlungsmöglichkeiten, etc. ausführlich zu informieren.

Es gab sogar die Möglichkeit, ein mitgebrachtes Unterwasserlaufband zu testen. Damit der Hund sich daran gewöhnen kann, muss er allerdings erst einmal ein „Trockentraining“ absolvieren.

Ein wichtiges Thema war natürlich auch die Zahngesundheit, so konnte man sich ausführlich über eine Zahnsteinbehandlung beim Hund informieren und über die Anwendung von Ultraschallzahnbürsten.

Auch diverse Tierschutzvereine, Hundeschulen, ein Hundefriseur und Hundefotografen waren vor Ort. Man konnte den Hund fotografieren lassen und sich sogar über Urlaub mit Hund informieren.

Das leibliche Wohl durfte natürlich auch nicht zu kurz kommen. So konnten Hundehalter sich mit verschiedenen Futtersorten eindecken, Leckerchen kaufen und auch Kauartikel gab es in Hülle und Fülle. Vor allem in der Nähe der Kauartikel-Stände wehte ein „besonderes Lüftchen“, wofür Ochsenziemer und Co sich wohl verantwortlich zeichneten.

Es gab auch einige Vorträge und Vorführungen, so konnte man sich eine kleine Dogdance-Show ansehen und live miterleben, wie Servicehunde arbeiten. Die bekannte Moderatorin von „Tiere suchen ein Zuhause“ Claudia Ludwig, die sich seit vielen Jahren – inzwischen mit der Tiervision – für die Vermittlung von Tierschutzhunden einsetzt, war ebenfalls ein Programmpunkt. Es gab Vorträge zur Zahngesundheit, sanften Kastration, Ernährung, Umgang mit Welpen, zur Tierkommunikation und auch eine Autorenlesung von Burkhard Thom mit dem Buch „Mein Hund heißt NEIN“.

Meine „Highlights“

Schon im Vorfeld hatte ich mir natürlich das Programm angesehen und da war klar, den Vortrag über Ernährung lasse ich mir nicht entgehen. Pünktlich um 13.30 Uhr saß ich also gespannt in dem kleinen Vortragsraum. Ernährungsberaterin Sabine Dyck erzählte uns (und man merkte ihr an, dass sie mit „Herzblut“ bei der Sache ist) vom Darm und von der Ernährung unserer Hunde. Davon, dass auch Stress dem Hund auf den Magen schlagen kann, dass viele angebliche Allergiker in Wirklichkeit gar keine sind (weil man Unverträglichkeiten oft mit Allergien verwechselt), dass man die Ernährung immer ganzheitlich, individuell und niemals dogmatisch betrachten sollte und dass sie für die Fütterung von Essenresten und einen entspannteren Umgang mit dem Thema Hundeernährung ist. Als sie dann noch erzählte, dass ihre eigenen Hunde auch mal „die restlichen Fischstäbchen“ fressen dürfen, hatte sie mich gewonnen.

Später besuchte ich sie auch noch an ihrem Stand, weil ich gerne ein Foto machen wollte und lernte sie persönlich kennen. Wir haben uns angeregt über unser beider Lieblingsthema unterhalten und ich erfuhr, dass sie mich durch meinen Blog sogar schon kennt.

Sabine ist aber nicht nur Ernährungsberaterin für Hunde, sondern auch Physiotherapeutin und hat ein Pflegemittel für Haut und Krallen entwickelt. Da die Pfoten meiner beiden Fellnasen aktuell sehr unter dem überall im Haus verteilten Baustaub (wir bauen gerade um) leiden, habe ich mir gleich ein Fläschchen Tips & Toes mitgenommen. Das ganz besondere an dem Pflegeöl ist, dass der enthaltene Lorbeer von Sabine selber gezogen wird. Sie wollte den Lorbeer nämlich unbedingt in Bioqualität und hat die Angelegenheit daher selber in die Hand, bzw. ihren Garten genommen.

Sehr beeindruckt hat mich auch die Arbeit der Tiertafel Rhein Erft e. V., die ebenfalls an einem Stand vertreten waren. Sie kümmern sich darum, dass Tiere auch bei ihren Haltern bleiben können, wenn diese in finanzielle Not geraten. An die 30 ehrenamtliche Mitarbeiter helfen mit diversen Tätigkeiten, um bedürftige Tierhalter mit Rat und Tat, Futter oder sogar medizinischer Versorgung zu unterstützen.

An ihrem Stand verkauften sie außerdem diverse handgearbeitete Sachen, ebenfalls von den ehrenamtlichen Mitarbeitern hergestellt, deren Erlös zu 100% in eine NotFellchen-Kasse fließt.

Nicht zufällig traf ich die beiden Entwickler von furryfit, einer Art Fitnessuhr für Hunde, die ebenfalls als Besucher dort unterwegs waren. Der 31jährige Jona Tim Neubert (links im Bild) und sein 28jähriger Bruder Micha David Neubert (rechts im Bild) stammen ursprünglich aus meinem Wohnort Wiehl, wo sie aber nun beide nicht mehr wohnen. Über ein Jahr arbeiten die beiden jetzt schon an der Entwicklung dieses Aktivitätstrackers für Hunde und bald soll das Projekt endlich fertig sein. Ich warte schon ungeduldig darauf, denn dass ich den Tracker unbedingt testen möchte, steht fest. Das Fitnesshalsband für Hunde soll nicht nur die Aktivität aufzeichnen können, das ist längst nicht alles. Es soll eine Reihe wichtige und hilfreiche Aufgaben übernehmen:

  • Einblicke in das Wohlbefinden und die Gesundheit des Hundes geben
  • Verhaltensauffälligkeiten leichter erkennbar machen
  • Natürlich einen Überblick über den Aktivitätsstatus geben
  • Training mit dem Hund effizienter und auch gesünder machen
  • Die Zusammenarbeit mit dem Tierarzt oder Tierheilpraktiker erleichtern
  • Die Möglichkeit geben, nach dem tatsächlichen Energiebedarf zu füttern

Wie gesagt, ich freue mich schon darauf, das furryfit-Fitnesshalsband bei meinen beiden grundverschiedenen Hunden Leo (11-jähriger Parson Russell Terrier) und Lucy (bald 6-jährige ungarische Mischlingshündin) ausgiebig zu testen.

Was mir gefehlt hat …

Ich wäre nicht ich, wenn ich nicht nach Produkten – besonders natürlich die Fütterung betreffend – in Bio-Qualität gesucht hätte. Es war leider kein Futter dabei, das eine Bio-Zertifizierung aufweisen konnte, was mich sehr erstaunt hat. Ein Verkäufer von Fertigbarf erläuterte mir auf meine Nachfrage hin, Bio wäre ja auch nur ein sehr kleiner Markt. Nirgends war ein Hinweis darauf zu finden, dass die Hersteller von Hundefutter sich Gedanken über die Fleischherkunft gemacht hätten.

Für mich persönlich ist dieser Punkt jedoch eine maßgebliche Kaufentscheidung und der Grund, weshalb ich beim Kauf von Trockenfutter (das ich als Leckerchen nutze) mittlerweile auf vegetarisches oder veganes Futter zurückgreife. Wenn ich kein Trockenfutter bekomme, das auf Fleisch aus Massentierhaltung verzichtet, kaufe ich eben Trockenfutter, das gar kein Fleisch enthält.

In diesem Zusammenhang habe ich auch feststellen können, dass der Trend, viel Fleisch zu füttern und Getreide zu meiden, weiter anhält. Weder das eine noch das andere ist jedoch gerechtfertigt oder gar als der Gesundheit zuträglich erwiesen. Im Gegenteil, viele Veterinärmediziner stehen beiden Trends sehr skeptisch gegenüber. Zudem ist die Fütterung großer Mengen Fleisch wie Öl in das „Feuer“ Massentierhaltung. Wir alle tragen ja eine Verantwortung – nicht nur gegenüber unseren Hunden, sondern auch gegenüber den Nutztieren, die wir verfüttern.

Fazit

Wieder habe ich bei der Kölner Hundemesse viel erlebt, viel Interessantes gesehen und tolle, engagierte Menschen getroffen. Schön wäre noch gewesen, zumindest ein paar nachhaltige Produkte – besonders natürlich Futter, das ist ja nun mal mein Gebiet – auf der Messe zu finden.

Vielleicht tut sich da ja etwas bis zur nächsten Messe, das wäre toll!


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