Clean Feeding

Was ist das und wie geht das?

Clean Feeding heißt „saubere Fütterung“. Möglichst viele naturbelassene Nahrungsmittel, Verarbeitung so gering wie möglich, dafür so weit wie möglich im Einklang mit der Natur und der Umwelt. Das ist Clean Feeding.

Clean Feeding ist KEIN weiteres Ernährungskonzept für Hunde, sondern eine Art Leitfaden, um die Hundeernährung bewusst natürlich, gesund, ausgewogen und nachhaltig zu gestalten. Der größte Teil der Fitness/Gesundheit wird auch beim Hund durch die Ernährung bestimmt. Die Gene und die restliche Lebensweise machen etwa 20% des Gesamtpakets aus, der Löwenanteil – nämlich ca. 80% – werden von der Ernährung bestimmt.

Auch immer mehr Hunde erkranken an den Zivilisationserkrankungen. Da die Ernährung so ausschlaggebend ist, muss sie für diese Entwicklung auch mit verantwortlich, wenn nicht gar hauptverantwortlich sein.

Die Grundsätze beim Clean Feeding

1. Füttere Nahrungsmittel, die so wenig wie möglich verarbeitet wurden

Das ist der wichtigste Grundsatz von Clean Feeding. Füttere deinen Hund mit ganz vielen „echten“ Nahrungsmitteln. Nur in den naturbelassenen Nahrungsmitteln findet man die natürliche und gesündeste Form der Nährstoffe inklusive all ihrer natürlichen Begleitstoffe.

Einfach ausgedrückt: das, was aus der Natur kommt, ist clean. Das, was produziert werden muss, ist nicht clean. Auf Fleisch bezogen heißt das, Fleisch von Tieren, die auf der Weide sein durften und Gras fressen durften, ist ok. Fleisch, das von Tieren stammt, die eine Massentierhaltung durchlaufen haben und neben der gesamten schlechten Haltung mit Getreide gefüttert wurden, ist nicht ok. Was zum nächsten Punkt führt …

2. Achte auf die Herkunft der Nahrungsmittel.

Obst, Gemüse und auch Getreide haben die meisten Nährstoffe und die wenigsten Schadstoffe, wenn sie aus Bio-Anbau stammen. Greenpeace hat dazu einiges an Infos gesammelt, HIER kannst du im Greenpeace-Bio-Ratgeber 2015 nachlesen, was es über Bio zu wissen gibt.

Artgerechte Rinderhaltung

Fleisch aus einer artgerechten Tierhaltung ist ebenfalls viel gesünder (nachweislich enthält es mehr Omega-3-Fettsäuren und andere gute Nährstoffe, dafür weniger Rückstände von Medikamenten und Schadstoffen).

Zunächst einmal erscheint es teuer, auf solche qualitativ hochwertigen Lebensmittel zurückzugreifen. Langfristig gesehen ist das aber sogar günstiger. Je besser die Nährstoffbilanz eines Nahrungsmittels ist, desto besser wird der Organismus versorgt. Schlechte Lebensmittel können zu Erkrankungen führen und folglich zu steigenden Tierarztkosten.

Ein guter Weg, z.B. die Kosten für hochwertiges Fleisch zu senken, ist, einfach weniger davon zu füttern. Weniger in der Masse, dafür mehr an Qualität und guten Nährstoffen. Um den Proteinbedarf des Hundes zu decken, reicht es, etwa 40-50% der Mahlzeiten aus tierischen Proteinquellen wie Fleisch, Joghurt und auch Eiern zu füttern.

3. Füttere regionales und saisonales Gemüse und Obst

Regionales Gemüse und Obst wird reif geerntet, weil keine langen Transportwege eingeplant werden müssen und hat entsprechend dann auch höhere Nährstoffgehalte. Durch den kurzen Transportweg verliert das Produkt nicht allzu viel seiner Qualität und schmeckt meist sogar besser. Hohe Transportkosten entfallen, außerdem ist es natürlich viel besser für die Umwelt, wenn ein Produkt nicht über große Entfernungen transportiert werden muss. Eine regionale Ernährung, bzw. Fütterung bringt natürlich eine saisonale mit sich, da man nur das regional kaufen kann, was aktuell geerntet, eventuell noch gelagert wird. Und auch nicht zu verachten – das Geld bleibt in der eigenen Region, man unterstützt die kleineren ansässigen Erzeuger.

Übrigens findest du HIER jeden Monat einen saisonalen Kalender von Obst und Gemüse, das auch dein Hund fressen kann.

4. Gestalte die Mahlzeiten für deinen Hund gesund und ausgewogen, aber auch bekömmlich

Die Mahlzeiten des Hundes gesund und ausgewogen zu gestalten, heißt nicht, jedes Gramm Gemüse abzuwiegen, das der Hund bekommt. Es heißt einfach nur, auf eine Ausgewogenheit zu achten. Ein ausreichender Anteil tierischer Nahrungsmittel, um den Proteinbedarf zu decken, außerdem Gemüse, Obst, Kohlenhydrate und auch Fette sind die Basis. Ob das Futter roh oder gekocht gefüttert wird, ist keine Frage eines Konzeptes, sondern eine Frage der Bekömmlichkeit und der Einstellung. Wenn dein Hund rohes Futter nicht gut verträgt, ist das kein Weltuntergang. Auch ein Hund kann mit einem Großteil gegarter Komponenten gesund versorgt werden, so, wie das bei uns Menschen auch funktioniert. Wir essen kaum/kein rohes Fleisch und werden trotzdem ausreichend mit Proteinen versorgt. Warum sollte das beim Hund nicht möglich sein?

5. Schau dir bei Fertigprodukten immer genau die Zutatenliste an

Je länger diese Liste ist, desto mehr ist das Produkt verarbeitet worden und desto weniger natürlich ist es, also denaturiert. Meide Futter mit Inhaltsstoffen, die du nicht kennst. Wenn du eine Zutat nicht mal aussprechen kannst, lass das Futter im Regal stehen. Wenn die Liste der Zutaten ewig lang ist und so klein gedruckt, dass du sie kaum lesen kannst, verzichte drauf.

6. Teile dein Essen mit deinem Hund

Es ist ökologisch sehr wertvoll und durchaus nachhaltig, dem Hund die Reste der menschlichen Mahlzeiten zu geben. Wer sich selber einigermaßen gesund ernährt, kann seinen Hund gut mit dem, was übrig ist, versorgen. Das ist nichts neues und den größten Teil der Mensch/Hund-Geschichte völlig normal und üblich gewesen. Erst in den letzten etwa 50 Jahren ist diese Praxis in Vergessenheit geraten.

Wenn du jetzt Lust bekommen hast, deinen Hund mit vielen frischen Nahrungsmitteln „clean“ zu ernähren, aber nicht recht weißt, wie du das anstellen sollst, kannst du alles was du dazu wissen musst, in meinem Online-Kurs „Clean Feeding – Nachhaltige Rationsgestaltung für den gesunden Hund“ lernen.

Häufig gestellte Fragen zu Clean Feeding:

Ist Barf Clean Feeding?

Antwort: Jein. Clean Feeding ist ja kein Ernährungskonzept, im Prinzip kann aber jedes Ernährungskonzept Clean Feeding sein, wenn es sich nach den Grundsätzen richtet. Barfen kann dann Clean Feeding sein, wenn man z.B. darauf achtet, woher das Fleisch kommt und nur Fleisch füttert, das nicht aus Massentierhaltung stammt. Das tun die meisten aber eher nicht, die allermeisten Barfshops verkaufen Fleisch aus konventioneller Haltung. Der Punkt ist natürlich auch der Preis. Fleisch aus konventioneller Haltung ist „Billigware“, während Fleisch aus artgerechter Haltung teuer ist. Diesem Punkt kann man entgegen wirken, indem man geringere Fleischmengen füttert. Nur – dann ist es kein Barfen mehr. Das Barfkonzept orientiert sich am Aufbau eines Beutetieres und die Mahlzeiten sollten daher aus etwa 80% tierischem Anteil bestehen.

Kann Fertigfutter „clean“ sein?

Antwort: Ja, unter bestimmten Voraussetzungen. Trockenfutter wäre generell eigentlich eher nicht „clean“, da es sehr stark verarbeitet wird. Man kann aber grundsätzlich auch bei Fertigfutter auf einige Punkte achten, so z.B. dass die Zutatenliste überschaubar ist und die Zutaten aus Bioanbau und artgerechter Tierhaltung stammen. Wer den Hund nicht komplett frisch füttern möchte, kann das Fertigfutter auch mit frischen Zutaten ergänzen und dabei darauf achten, dass diese möglichst „clean“ sind.

Muss man einen exakten Plan einhalten?

Antwort: Nein. Um den Hund „clean“ zu ernähren, muss man kein „Erbsenzähler“ werden. Es kommt nicht darauf an, dass der Hund 235g Gemüsemix erhält und 426g Fleisch. Es kommt darauf an, viele qualitativ hochwertige Nahrungsmittel in einer sinnvollen Zusammensetzung zu füttern. Natürlich müssen ein paar Regeln eingehalten werden. So sollte man bei der Hundeernährung z.B. darauf achten, dass der Hund ausreichend Calcium und Vit. D (dazu gibt es HIER einen Beitrag) erhält, Jod ist ebenfalls wichtig und die Zähne brauchen auch mal was zu kauen, da Hunde ja keine Zähne putzen.

So wie wir Menschen auch mal ein Stück Schokolade naschen, kann der Hund auch mal Trockenfutter-Leckerchen erhalten oder es gibt auch mal Dosenfutter zwischendurch. Die Hundeernährung soll nicht in Stress ausarten, denn ein wichtiger Bestandteil einer gesunden Lebensweise ist auch eine gelassene Grundhaltung, das betrifft natürlich sowohl Hund als auch Halter.

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