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10 Tipps wie du das Futter deines Hundes sofort aufwerten kannst

10 Tipps für besseres Hundefutter

Hundehalter haben es heute nicht leicht, wenn sie ihren Hund einfach nur gesund ernähren wollen. Die Informationen zu diesem Thema variieren, je nachdem wen man fragt. Es gibt jedoch ein paar Punkte, die man beachten kann, um aus dem, was man füttert, den größtmöglichen Nutzen für die hündische Gesundheit zu ziehen.

Im Folgenden verrate ich dir 10 Tipps, wie du das Futter deines Hundes Schritt für Schritt aufwerten kannst. Dabei bleibt es natürlich jedem selber überlassen, was davon umgesetzt wird. Oft können aber schon kleine Maßnahmen große Wirkung erzielen.

Tipp 1 – Lies die Deklaration!

Dies erscheint auf den ersten Blick ein überflüssiger Tipp zu sein. Mit Lesen meine ich aber nicht nur Lesen, sondern auch Hinterfragen. Futtermittelhersteller lügen, die allermeisten zumindest. Wie du Deklarationen verstehen lernen kannst, habe ich HIER schon erläutert. Leider ist es aber so, dass auch das einem oft nicht weiter hilft.

Denn vieles, was im Futter drin ist, steht oft gar nicht drauf. Zum einen liegt das daran, dass nicht alles deklarationspflichtig ist. So müssen z.B. nur Zusatzstoffe deklariert werden, die der Futtermittelhersteller selber zugefügt hat. Wenn er einen Inhaltsstoff verwendet, den er schon selber inkl. Zusatzstoff eingekauft hat, muss er das nicht mehr erwähnen.

An synthetischen Nährstoffen sind nur bestimmte deklarationspflichtig und zwar solche, welche bei einer Überversorgung zu Problemen führen könnten, wie z.B. Vitamin D.

Ein sicherer Hinweis, dass zumindest der Hersteller selber keine Zusatzstoffe hinzugefügt hat, ist nur, wenn dies explizit auf der Verpackung steht, also z.B.: Zusatzstoffe: keine.

Wenn du etwas nicht verstehst oder genauer wissen möchtest, hake nach! Frag beim Hersteller an, was eine Formulierung bedeutet, sei dabei hartnäckig, lass dich nicht abspeisen. Nur so merken die Hersteller, dass sie ihre Kunden nicht für dumm verkaufen können.

Tipp 2 – Schau auf die Haltbarkeit!

Futter, das nach der Herstellung 2 Jahre und länger haltbar ist, ist tot! Diese Haltbarkeit kann nur durch Prozesse erreicht werden, die die ursprünglich im Futter enthaltenen Nährstoffe zerstören. Große Konzerne müssen dabei noch die Lagerung einberechnen, heißt, da das Futter nicht sofort nach Herstellung in den Vertrieb gelangt, muss die Haltbarkeit entsprechend lang sein.

Es gibt kleine Firmen, die kleine Chargen produzieren und ihr Futter direkt an den Kunden weitergeben. Kleinere Hersteller bieten i. d. R. sowieso bessere Qualität und stehen hinter ihren Produkten. Schau dich also nach Futter um, dessen Haltbarkeit kürzer bemessen ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Futter hochwertiger ist, ist groß!

Tipp 3 – variiere das Futter!

Die gängige Empfehlung lautet heute meist, dass man ein und dasselbe Futter, am besten ein Leben lang füttern soll. Das ist aber schlecht! Meist betrifft diese Empfehlung Trockenfutter, mit der Begründung, das Futter würde ja exakt das enthalten, was der Hund benötigt. Daher wäre es kontraproduktiv, die Marken zu wechseln. Zum einen muss klar gesagt werden, dass die Empfehlung selber, einen Hund mit einem toten Nahrungsmittel sein Leben lang zu füttern, völlig daneben ist. Wenn das wirklich so gesund wäre, gäbe es solche Empfehlungen schon längst auch für Menschen.

In lange haltbarem Fertigfutter (vor allem Trockenfutter!) sind nur noch synthetische Nährstoffe enthalten. Das bedeutet, dass dem Hund eine ganze Menge natürliche Begleitstoffe fehlen, die er benötigt, um gesund zu bleiben. Wenn du ein Futter wählst, das zumindest noch teilweise natürliche Nährstoffe enthält, macht es natürlich Sinn, dieses zu variieren, damit der Hund eine große Auswahl solcher Nährstoffe enthält. Am besten ist, du wählst ein hochwertiges Dosenfutter und variierst die Sorten.

Tipp 4 – Achte auf die Herkunft der Inhalte im Fertigfutter!

Heutzutage ist es wichtig, auf die Herkunft der Lebensmittel zu achten, das kann den gesundheitlichen Nutzen sehr erhöhen. Zum einen ist die Wahrscheinlichkeit, dass noch natürliche Nährstoffe enthalten sind, bei Produkten in Bioqualität höher. Zum anderen ist die Belastung durch schädliche Stoffe geringer. Fleisch, das aus artgerechter oder zumindest Biohaltung kommt, ist zum einen reicher an Nährstoffen, zum anderen ebenfalls ärmer an schädlichen Inhaltsstoffen. Bio darf sich nur nennen, wo auch Bio drin ist. Dagegen kann man Formulierungen wie z.B. „natürlich“ eigentlich ignorieren, das hat keine tragende Bedeutung für die Qualität des Futters.

Tipp 5 – Binde frische Lebensmitteln ein!

Eine gar nicht so selten praktizierte Fütterung ist eine Mischfütterung. Viele Hundehalter trauen sich nicht, die Rationen komplett selber zu gestalten, wollen sich aber trotzdem nicht „blind“ auf das Fertigfutter verlassen. Man kann ein Fertigfutter aber durchaus aufwerten, indem man zusätzlich frische Komponenten füttert. Dabei geht es darum, dem Hund trotz Fertigfutter auch natürliche Nährstoffe zukommen zu lassen, inklusive ihrer wichtigen Begleitstoffe, wie z.B. Enzyme.

Man kann das Fertigfutter gut aufwerten, indem man z. B. zusätzlich frisches Gemüse, Obst, Milchprodukte, Eier, Knochen oder auch mal Kräuter füttert. Natürlich können solche Zugaben auch die Schmackhaftigkeit von Fertigfutter erhöhen. Wichtig ist, dass Gemüse und Obst möglichst püriert gegeben werden, damit der Hund auch etwas davon hat.

Hund knabbert Möhre

Eine Möhre zum knabbern kann auch mal ein netter Kauspaß für deinen Hund sein! 😀

Tipp 6 – Füttere möglichst Bio-Lebensmittel!

Wie schon weiter oben erwähnt, ist die Herkunft der Lebensmittel ein entscheidender Faktor im Bezug auf ihre Qualität. Im Bioanbau müssen strenge Richtlinien erfüllt werden, sonst darf das Lebensmittel kein Biosiegel tragen. Man bekommt ja auch immer häufiger selbst in Supermärkten Bioprodukte, es ist ein Trend zu gesünderen Lebensmittel vorhanden.

Gemüse und Obst aus Bioanbau sind wesentlich reicher an Nährstoffen, als herkömmliche Sorten. Dabei macht es auch Sinn, darauf zu achten, dass man auf regionale Sorten zurückgreift. Ein langer Transport führt ebenfalls zu Nährstoffverlust, außerdem wird das Obst und Gemüse häufig noch unreif geerntet, damit es den langen Transport übersteht. Der Nährstoffgehalt nimmt beim reifen jedoch i. d. R. noch zu, deshalb ist z. B. eine braune Banane auch viel gesünder, als eine grüne.

Tipp 7 – Füttere kein Fleisch aus Massentierhaltung!

Fleisch, das aus Massentierhaltung kommt, stammt von Tieren, die selber keine artgerechte Fütterung erhalten haben. Entsprechend kann das Fleisch den Hund auch nicht optimal mit Nährstoffen versorgen. Ein gutes Beispiel  hierfür sind die essentiellen Fettsäuren. Vor allem die Omega-3-Fettsäuren und die Omega-6-Fettsäuren sind für Hunde essentiell. Omega-3-Fettsäuren haben eine entzündungshemmende Wirkung, während Omega-6-Fettsäuren Entzündungen fördern. In Fleisch aus Massentierhaltung ist das Verhältnis der Fettsäuren zueinander jedoch ungünstig, die Omega-6-Fettsäuren überwiegen deutlich.

Außerdem ist es belastet mit Schadstoffen, wie z.B. auch Medikamentenrückstände und kann durch den Stress, den die Tiere erlebt haben, einen entsprechend hohen Gehalt an Stresshormonen haben. Ob sich dieser Faktor negativ auf die Gesundheit des Fleischessers auswirken kann, ist umstritten. Ich würde aber nicht darauf wetten, dass das nicht der Fall ist.

Nutztiere

Ein weiterer Grund, auf Fleisch aus Massentierhaltung zu verzichten, ist natürlich ein ethischer. Ich persönlich finde ja, gerade als Hundehalter, die sich ja i. d. R. als Tierfreund betrachten, hat man eine gewisse moralische Verpflichtung, auch die Nutztiere, welche man füttert, zu berücksichtigen. Indem man durch Verzicht den Trend weg von der Massentierhaltung unterstützt, hat man die Möglichkeit, mit dafür zu sorgen, dass es diese irgendwann nicht mehr gibt.

Tipp 8 – Füttere Fleisch möglichst roh!

Fleisch ist ein wichtiger Bestandteil der Hundeernährung, es enthält viele wichtige Nährstoffe für den Hund. Indem man das Fleisch verarbeitet, gehen viele der Nährstoffe jedoch verloren. Auch die Aminosäuren, aus welchen Proteine gebaut werden, reagieren unterschiedlich auf Hitze- sowie auch Kälteeinwirkung.

Ein weiterer Punkt ist, dass durch die Erhitzung von Fleisch Stoffe entstehen können, welche Krebserkrankungen begünstigen.

Der „Schlüsselreiz“ (rohes) Fleisch sorgt im Hundedarm für eine erhöhte Produktion der Magensäure, was dazu führt, dass pathogene Keime vernichtet werden.

Aus diesen Gründen ist es am sinnvollsten, Fleisch möglichst unverarbeitet zu füttern. Ist dies z.B. aus Akzeptanzgründen nicht möglich, kann man zumindest versuchen, die Garzeit gering zu halten.

Tipp 9- vermeide Überfütterung!

Es ist mittlerweile nachgewiesen, dass Übergewicht ein hohes gesundheitliches Risiko darstellt. Im Gegensatz dazu kann ein leichtes Untergewicht beim Hund lebensverlängernde Wirkung haben. Merkwürdigerweise wird der Anblick von übergewichtigen Hunden meist toleriert, während ein mager wirkender Hund gleich auffällt. Erkrankungen, welche durch Übergewicht entstehen, sind z.B. Diabetes, das metabolische Syndrom, Herz- und Gefäßerkrankungen und natürlich Gelenkserkrankungen.

Halte die Rationen deines Hundes immer am unteren Limit und reagiere gleich bei Gewichtsentwicklungen nach oben, indem du die Futtermenge verkleinerst (oder die Komponenten überprüfst, alle Energieträger werden bei zu hoher Menge als Fett gespeichert).

Eine Kastration hat eine entscheidende Wirkung auf den Futterbedarf, da der Grundumsatz sich zum einen verkleinert, Hunde zum anderen aber meist „träger“ werden. Wichtig ist natürlich außerdem, dass der Hund genügend adäquate Bewegung hat.

Tipp 10 – Trau deinen eigenen Fähigkeiten!

Viele Hundehalter halten sich selber für zu dumm oder unwissend, um die Ernährung ihres Hundes selber in die Hand zu nehmen. Der Hund ist aber kein Roboter, den es richtig zu programmieren gilt, sondern ein natürliches Wesen mit einem Organismus, der natürlichen Gesetzen folgt. Er hat auch kein Programm installiert, das die (synthetischen) Nährstoffe zählt.

Hast du vielleicht Kinder? Als diese das Licht der Welt erblickt haben, hast du dir sicher auch Gedanken dazu gemacht, wie du ihre Gesundheit durch die richtige Ernährung unterstützen kannst. Und dann hast du entschieden, welche Nahrungsmittel gut sind, welche schlecht und wie in etwa das Verhältnis der Komponenten zueinander aussehen soll. Das hast du dann im Weiteren beim Einkaufen und Kochen meist berücksichtigt. Trotzdem zählst du weder nach, ob alle Nährstoffe vorhanden sind, wiegst keine Mengen ab und glaubst auch nicht, dein Kind würde sterben, wenn es mal eine Fertigpizza erhält, einen Schokoriegel oder einen fetten Burger.

Bei deinem Hund ist das nicht anders. Natürlich gibt es einen groben Leitfaden, wie seine Ernährung aussehen sollte. Man muss aber auch beim Hund weder die Nährstoffe abzählen, noch stets die exakte Menge füttern und er stirbt auch nicht, nur weil er mal ein Fertigfutter mit Getreide (achherrje 😀 ) bekommt. Also …

keep calm doglove

 

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Über Anke (148 Artikel)
Hallo, ich bin Anke, zertifizierte Ernährungsberaterin für Hunde, Naturheilkundlerin und schreibe hier über die Ernährung, aber auch weitere spannende Themen rund um Hunde. Auf www.anke-jobi.de biete ich individuelle Ernährungsberatung für Hunde an.

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